Was gibt es Neues?

 


-Sekitscher Bote Nr. 186 vom 1. September 2017

-Neue Bilder in der Bildergalerie

-Texte zum Thema Kinderlandverschickung

 

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Aktuelle Veranstaltungen:

 

 
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Wir über Uns

(Durch einen Klick mit der linken Maustaste wird das Poster lesbar)

Nachrufe und Mitteilungen zum Tode unserer Landsleute

 

Verstorbene Sekitscher und Feketitscher 2016

 

Wellm, Dorothea, geborene Scheer, am 11.Dezember 1928 in Feketitsch, verstarb bereits am 19.01.2016 in Kreuznach.

Burger, Georg, geboren am 21.Dezember 1918 in Sekitsch, verstarb kurz vor seinem 98. Geburtstag am 15.November 2016 in Steinen.

Karl-Heinz Tauss, geboren am 18.Februar 1936 in Neu-Werbaß, verstorben am 18.September 2016 in Bremen.

Philipp Munsch, geboren am 1.Oktober 1925 in Sekitsch, verstorben am 10.Juni 2016
in Groß-Umstadt.

Justine Wittine, geb.Grau, geboren am 11. November 1931 in Sekitsch, verstorben am 23.Juni 2016
in New York, USA.

Gustav Becker, geboren am 28.Januar 1927 in Sekitsch, verstorben am 25.Juni 2016 in Waiblingen.

Franz Tauß, geboren am 07.Juni 1924 in Sekitsch, verstorbenam 02.Januar 2016 in Ried/Bayern.

Konrad Müller , geboren am 23. Juni 1021 in Sekitsch, verstorben am 25. Januar2016 Huntington / USA.

Katharina Burger, geb. Scheer, in Sekitsch am 03.02.1924, verstorben am 28.Februar 2016 in Steinen.

 

Nachruf für Katharina Burger, geborene Scheer, Geboren am 03.02.1924 in Sekitsch, Verstorben am 28.02.2016 in Steinen

Nur wenige Tage nach ihrem 92. Geburtstag ist Katharina Burger in Steinen verstorben. Am 28.April 2015 feierte das Ehepaar Georg und Katharina Burger seine Kronjuwelenhochzeit. Im Sekitscher-Bote vom 1.September 2015 haben wir davon berichtet. Ein schmerzlicher Verlust für den hochbetagten Ehemann Georg Burger und die Familie. Die Eheleute Burger/Scheer waren ihrer alten Heimat sehr zugetan und hatten viele Erinnerungen, die sie an die Kinder und Enkelkinder gerne weiter gaben.

In tiefer Trauer: Georg Burger, Sohn Gerhard, Debby, Heidi, Gary Tochter Waltraud, Anita, Sabrina, die acht Urenkelkinder und alle Anverwandten.


Verstorbene Sekitscher und Feketitscher 2015


Hilde Korpf, geb. Gerber, verstorben am 12.Februar 2015 im 68. Lebensjahr, in Bürmoos bei Salzburg.Tochter von Heinrich Gerber aus Sekitsch, und Hilde Kilz aus Werbaß. Die Großeltern Gerber wohnten in den Weingärten Nr.238.

Peter Fetzer, geboren am 20.August 1919 in Sekitsch, verstorben am 14.Oktober 2015 in New York USA.Bestattet auf dem All-Faiths-Cemetery in Middle Village, N.Y. USA.

Peter Hegel, geboren am 15.April 1926 in Sekitsch, verstorben am 17.November 2014 in Montreal/Kanada

Katharina Schneider, geb.Schneider in Sekitsch am 19.09.1930,verstorben am 18.März 2015 in Rödermark.   
Elisabeth Gross, geb. Fetzer in Sekitsch am 31.07.1923, verstorben am 26.März 2015 in Bexbach.

Willi Reyer, geboren am 16.Dezember 1930 in Sekitsch, verstorben am 20.Februar 2015 in Groß Umstadt.

 

 

Verstorbene Sekitscher und Feketitscher 2014

 

Margaretha Burger, geborene Freund in Sekitsch am 12.Oktober 1919, verstorben am 09.November 2014 in Hockenheim.

 

Elisabetha Rolf, geborene Exle in Sekitsch am 27.September 1924 verstorben am 11.November 2014 in Saarbrücken.

 

Angela Grumbach, geborene Becker in Sekitsch am 01.Juni 1929, verstorben am 12.Dezember 2014 in Fremont, Kalifornien USA.

 

Jakob Weber, geboren am 26.März 1921 verstorben am 19.Dezember 2014 in Rödermark.

 

Otto Frindik, Dipl.Chemiker, geb. am 02.10.1931 in Novi Sad, verstorben am 20.Dezember 2014 in Ettlingen.

Als Sohn einer ungarisch-donauschwäbischen Familie in Novi Sad

geboren und aufgewachsen. Seine Mutter war eine geborene Mojse,

wohl aus Elsass-Lothringen stammend. (Mojse ist eine Abwandlung

des französischen Moise, auf Deutsch Moses).Die Familie Frindik

stammt aus Mali Idjos.

 

Wir gedenken der Verstorbenen und sprechen den Familien unser Beileid aus.

 

 

Zur Erinnerung an Angela von Lucas Burger, Chicago USA

Angela Grumbach (geb. Becker) am 1.06.1929 in Sekitsch geboren, ist am 12.12.2014 nach kurzem Krankenhausaufenthalt in Fremont, Kalifornien, gestorben. Ihre Eltern waren Christian und Angelika Becker (geb. Gerber), die beide in Tito’s Vernichtungslager Gakovo starben. Ihr Sohn Horst Werner Grumbach ging ihr vor vielen Jahren im Tode voraus. Familie Grumbach wanderte 1955 von Salzburg nach Amerika aus, wo sie sich zuerst in Chicago niederließ und später nach Kalifornien übersiedelte. Angela blieb ihr Leben lang mit Sekitsch verbunden und liebte es sich mit Landsleuten über ihre einstige Heimat zu unterhalten. Obwohl sie damals 1944 bei der Enteignung und Vertreibung erst 15 Jahre alt war, kannte sie sich im Ort schon besser als mancher Erwachsene aus. Kam mal eine Frage über Sekitsch auf, die keiner zu beantworten wusste, hieß es gleich "jetz misse mr s Engl anrufe" und meistens konnte sie dann auch Auskunft geben, was uns immer erstaunte. Um sie trauern Tochter Ingrid Rische, Enkel Keith Rische, Enkel Neil Rische mit Gattin Abigail, so wie Verwandte und Freunde in den USA, Deutschland und Österreich.



Friedrich Bittlingmayer * 12.03.1936 n Sekitsch V 09.06.2014

Herzlichen Dank für alle Zeichen der Verbundenheit, Beileidskarten und Geldzuwendungen für Blumen auf die Grabstätte aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Jugoslawien, Frankreich, Amerika, Kanada, Australien, Schweden, Irland u.a. Dank dem besonderen Musikbeitrag von Heidrun Taus beim Trauergottesdienst.

 

Lampertheim Christine Bittlingmayer, geb. Heck 29.09.2014 Heinrich-Heine-Str. 9, 68623 Lampertheim

 

 

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher, unsere Heimatortsgemeinschaft bedankt sich herzlich für die Spenden

Sie helfen uns damit, die Erinnerung an unsere Heimatorte zu erhalten.

Unser Verein ist auf Spenden angewiesen. Es sollen noch viele Vorhaben verwirklicht werden.

Unser Verein hat folgendes Konto:

Konto Nr.8976693 Kreissparkasse Ludwigsburg (BLZ 60450050)

IBAN: DE 93 604500500008976693

SWIFT-BIC: SOLADES 1 LBG

Wir bitten die Spenden auf dieses Konto zu überweisen:

Spende gemäß AZ . 55099/151163

Finanzamt Bietigheim-Bissingen

Erinnerung an bereits Erreichtes...

 

Aus der Arbeit der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch erinnert die HOG an die Spende für das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen

Gedenktafeln...

...Im Haus der Donauschwaben...

...und die Erinnerung an die Verstorbenen in den Gemeinden.

 

 

 

 

 

Wir planen den Ausbau und die Einrichtung einer Heimatstube in Sekitsch. Ihre Spende kann uns helfen, daß wir bald mit den Arbeiten beginnen können!

 

 

Für die finanzielle Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich :


Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 186 vom 1. September 2017



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher Boten“,

 

in der letzten Ausgabe vom 1.Juli 2017 schließt nun nach vielen Folgen, der Lebensbericht von Friedrich Hellermann ab.

Sein Lebenswerk mit dem Titel Mein Leben war ein Rückblick auf seine Jugend, die Ausbildung und seinen weiteren Lebensweg nach der Eheschließung und die Gründung eines eigenen Geschäftes in der Pelzfabrikation. Seine Ehefrau Katharina unterstützte ihn tatkräftig in allen seinen Bemühungen, und es ist ihnen ein langer gemeinsamer Lebensweg möglich gewesen. Sein Bericht endet mit dem Wunsch, dass seine drei Neffen sich doch eines Tages dafür interessieren mögen. Ja, es wäre sehr schön, wenn es so ist.

Ich habe die Fortsetzungen immer gerne gelesen und war schon neugierig, was es bei Hellermann's Neues gab. Vielleicht hat es auch Sie in vielen Teilen seines Berichtes daran erinnert, dass in Ihrem Lebenslauf viel Ähnliches vorkommt und Sie gleiches erleben mussten. Für die Nachkommen ein wunderbarer Nachlass. Danke an den Hartmann Verlag, dass wir an dem Leben des Friedrich Hellermann aus Sekitsch teilnehmen durften.

Eine weitere spannende Lebensgeschichte habe ich am 19. Juli in Leer/Ostfriesland gehört. Dort habe ich nach 3 Jahren wieder unseren Sekitscher Freund, Manfred de Buhr in seinem Haus besucht. Zu seinem 87. Geburtstag am 15. Juli haben wir ihm mit einer Geburtstagskarte von der HOG gratuliert. Manfred de Buhr ist einer der Kinderlandverschickten (KLV) aus Ostfriesland, der 1942 als 12jähriger Junge in Sekitsch gewesen ist. Er hat noch viele gute Erinnerungen an diese Zeit und ist dankbar für alles, was seine Gastfamilie für ihn getan hat.

Er wohnte bei Familie Lukas und Barbara Ohlicher mit ihren Söhnen Lukas und Friedrich, genannt Fritz. Die Nachbarn waren Konrad Haug und das Haus der Ohlichers war zum Teil ein Anbau an die Hunsinger Mühle an der Hauptgasse. Bei Familie Lukas Ohlicher vermutet er, dass sie nach Österreich geflüchtet sind, Familie Hunsinger nach Amerika.

Das alles konnte er mir so aus der Erinnerung heraus berichten. Das Ehepaar de Buhr wohnt noch im Elternhaus von Manfred, in dem er mit sieben Geschwistern aufgewachsen ist. Leider wurde mein Besuch etwas getrübt, durch die Nachricht, dass Tags zuvor sein Bruder Günther im Alter von 76 Jahren verstorben ist.

Zu den weiteren Kinderlandverschickten in Leer und in Elsfleth konnte ich dieses Mal keinen Kontakt aufnehmen, Krankheit und die Vergesslichkeit des Alters hatten leider keinen Besuch mehr zugelassen.

Haben Sie noch Erinnerungen oder auch Fotos an die Zeit mit diesen Jugendlichen in Sekitsch, so bitte ich um Ihre Nachricht an meine Adresse: Helga Eisele, Boschstr. 26, 71404 Korb, Tel.07151-35760

Es würde mich sehr freuen, wenn wir die Erinnerungen auch von der Gegenseite, nämlich der Gastfamilien noch etwas genauer erfahren könnten.

Ihre Helga Eisele,geb.Tauss 1. Vorsitzende

 

 

 

 

 

Unser Treffen in Freinsheim am 24.Juni 2017




 

Leider konnten unser Organisator David Taus und seine Frau Heidrunnur kurz an dem Treffen teilnehmen. Schade, aber sie waren zu einem runden Geburtstag eingeladen und konnten nicht absagen.

Jedoch reichte es ihnen noch für einen kurzen Besuch, um die Gäste zu begrüßen. Schon vor dem eigentlichen Beginn um 11 Uhr war ein großes Getümmel im Innenhof des Weinguts der Familie Herbel. Ich war rechtzeitig da und dachte, ob die alle zu unserem Sekitscher Treffen wollen? Auf Nachfrage erfuhr ich, es ist eine große Firma mit ihren Mitarbeitern und sie sind für ein Sommerfest verabredet. Als dann die vollbeladenen Kutschen für die Fahrt in die Weinberge loszogen, war dann doch wieder Ruhe eingekehrt.

Und ich konnte die ankommenden Sekitscher Landsleute begrüßen.

Wir waren mit 17 Personen zwar etwas schwach aufgestellt, da trotz Voranmeldung einige nicht gekommen waren. Erfreulicher Weise hatten wir dann auch Neuzugänge und Wiederholer aus den Jahren zuvor.

Die aktuelle Besucherliste liegt David Taus vor, und kann bei ihm auf seiner Email Adresse angefordert werden. dtaus@t-online.de

Es war wieder schön, bei gutem Essen eine entspannte Unterhaltung zu führen und über Sekitsch zu plaudern und auch über das heutige Lovćenac viel Neues zu erfahren. Ein großes Familienalbum mit wunderschönen alten Fotos der Familien Schneider und Zuschlag wurde herumgereicht und hat zu vielen Gesprächen angeregt.

Pläne für Reisen nach Sekitsch wurden gemacht und viel zu dem Museum „Erinnerungen an Sekitsch“ in Lovćenac nachgefragt.

Auf das nächste Treffen in 2018 freut sich Ihre Helga Eisele

 

 

 

 

 

 



2 Anlässe, ein großes Fest!



 

Am 22.07.2017 führte Dr. Erwin Böhm, seine Tochter Katharina an den Altar in der evangelischen Kirche St. Dionysius in Sittensen und übergab sie in die liebevollen Hände ihres Ehemannes Henri Schäfer. Nach der Trauung erfolgte im Anschluss die Taufe ihres kleinen Sohnes Maximilian.

Das Paar hatte sich für die standesamtliche Hochzeit in Hamburg, ihren Wunschtermin den 17.07.2017 ausgesucht.

Im Namen der HOG Sekitsch gratulieren wir dem jungen Paar und wünschen ihm alles Gute auf dem gemeinsamen Lebensweg.

 

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 185 vom 1. Juli 2017



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher Boten“,

 

erfolgreich war unsere Jahreshauptversammlung am 08.April 2017 in Böchingen/Pfalz verlaufen. Unsere Tagesordnung wurde zügig abgearbeitet, und die Neuwahlen für den Vorstand und die Beiräte einstimmig angenommen. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende wurde mit einem Rückblick auf das Jahr 2016 die Vereinsarbeit nochmal erläutert. Die Besucher in Sekitsch und das Interesse an unserem Museum „Erinnerungen an Sekitsch“ ist ein Großteil der Arbeit, damit alles funktioniert und dem Besucher vermittelt werden kann. Ab Mai 2017 haben wir nun für die Öffnungszeiten eine Kontaktperson in Feketitsch gefunden und sind an der Ausarbeitung der Prospekte und der Gestaltung einer weiteren Homepage. Unser Ziel ist es, auch die Reisegruppen aus anderen Heimatgemeinden (HOGs) zu erreichen.

Nach dem Bericht des Kassiers, der Kassenprüfer und der Entlastung des Vorstandes kamen wir zu Punkt 6.; Neuwahl des Vorstandes und des Beirates. Als Wahlleiter hat uns Reinhold Walter unterstützt.

Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme in den Räumen des Museums der Südostdeutschen und die Mithilfe bei der Wahl und Auszählung der Stimmabgaben. Die Wahl für die nächsten 4 Jahre sieht wie folgt aus: Unverändert als 1. und 2. Vorsitz sind Helga Eisele und Dr. Erwin Böhm. Neuwahl für das Amt des Kassiers; Klaus Becker,Schriftführer wie bisher Dr.med.Roland Hartmann. Bei der Wahl der Kassenprüfer wird nun Gabriele Lasi vorgeschlagen und ist bereit das Amt zu übernehmen. Dipl.Ing.Oswald Hartmann steht zur Wiederwahl und beide werden als Kassenprüfer einstimmig gewählt. In den Beirat werden einstimmig gewählt: Brigitte Wolf, Gottfried Karbiner, Dipl.Ing. Philipp Leipold, Wilhelmine Schnichels, und Dipl.Ing. David Taus. Der gesamte Vorstand und die Beiräte stehen dem Verein ehrenamtlich zur Verfügung und gestalten ihr Amt ohne jede Zuwendung. Für diesen Aufwand gilt jedem der Gewählten unser Dank und unsere Anerkennung. Bei den im Vorstand ausgeschiedenen Judith Cramer und Horst Wagner bedanken wir uns für Ihre langjährige Mitarbeit und hoffen, dass sie uns auch weiterhin unterstützen. Erfreulich ist es, dass mit der Neuwahl bei Kassier und Kassenprüferin, schon eine weitere Generation an Sekitscher sich für eine Vereinsarbeit zur Verfügung gestellt hat. Als 1. Vorsitzende bedanke ich mich bei allen Landsleuten, die uns in den letzten 4 Jahren unterstützt haben und uns ihr Vertrauen bei der Wiederwahl entgegen gebracht haben.

Ich wünsche mir sehr, dass es für unseren Verein so gut weitergeht und wir uns freundschaftlich verbunden bleiben. Für das gute Miteinander sind auch unsere Treffen in Sekitsch, in Böchingen und das Treffen in Freinsheim/Pfalz, von großer Bedeutung.

Schicken Sie uns auch weiterhin schöne Berichte aus der Erinnerung zur alten Heimat, Ihre Erfolge bei der Ahnenforschung und schreiben Sie uns, was Ihnen noch wichtig ist. Wir bemühen uns, es umzusetzen und für Sie die Vereinsarbeit lebendig aufrecht zu erhalten.

 

Ihre Helga Eisele, geb. Tauss, 1. Vorsitzende



Wie wir mit unserem „Sekitscher Boten“ auch die Landsleute in den USA erreichen,zeigt uns der nachfolgende Text.

Eingereicht von Heinz und Ilse Dense, geb.Becker aus Sekitsch.

Gerichtet an die E-Mail Adresse helgaeisele@aol.com am 04.05.17



 

 

Liebe Frau Eisele,

 

leider konnten wir aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Böchingen kommen. Nun wollen wir Ihnen von einer freudigen Nachricht berichten. Vor 4 Wochen kam zu uns ein Brief aus Arizona USA von meinem früheren Sekitscher Nachbarn Reinhard Bender, Manfred Hunsingers Cousin.

Er schreibt, dass Lukas Burger ihm unsere Bilder von Sekitsch geschickt hat, auch von seinem Elternhaus. Er hat uns ein Bild aus seiner Kindheit geschickt, von Ostern 1944 in unserem Garten in der Schwabengasse, auf dem mein Bruder Jakob, seine Schwester Lore, er und ich zu sehen sind. Er war mit seiner Mutter und Schwester zusammen mit dem Pferdewagen der Nachbarn nach Nordungarn geflüchtet. Sein Vater war bei der Wehrmacht in Deutschland und hat sie in Österreich abgeholt. Er mußte aber zu seiner Einheit bei Berlin zurück, das war im Frühjahr 1945 und seitdem hatten sie keine Verbindung mehr zu ihm.

Ich habe mich gleich erinnert, dass von den Eheleuten Wolf in der Dezemberausgabe des Sekitscher Boten ein Bericht über den Kriegsgräberfriedhof von Halbe in Brandenburg kam und zwei, im April 1945 gefallene Sekitscher Soldaten, nämlich Philipp Bender und Jakob Grau, dort begraben sind. In der Familienchronik von Familie Wolf kann man lesen, daß Philipp Bender in der letzten großen Schlacht bei Siethen gefallen ist und in Halbe über die Kriegsgräberfürsorge bestattet wurde. Inzwischen haben wir Reini und seiner Frau alle Angaben mit Quellen von seinem Vater zugeschickt. Er ist total überrascht und sehr erfreut,daß er nach 71 Jahren diese Nachricht über den Verbleib von seinem Vater erhalten hat. Zu verdanken ist dies der aufwendigen Recherche von Herrn und Frau Wolf. Wir freuen uns mit ihm und versuchen ihm, noch weitere Berichte über die letzten Kriegstage in Deutschland zu vermitteln. Gewundert hat sich Reini darüber,daß er über seinen Cousin Manfred Hunsinger keine Information bekam.

(Anmerkung; vermutlich dachte Manfred,dass Herr Bender den Sekitscher Boten bekommt.)

 

Wir warten schon auf den nächsten Boten und auf Ihren Bericht von der Hauptversammlung in Böchingen und darauf, ob dieses Jahr das Familientreffen in Freinsheim stattfindet.

 

Herzliche Grüße

Ilse und Heinz Dense

 

 

 

Vereinsarbeit in Sekitsch (heute Lovćenac)und in der Umgebung.




 

Mit unserem Verein, die Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch besuchen wir auch die anderen HOGs und Vereine in der alten Heimat auf deren Einladungen hin. So wie schon früher unsere Eltern und Großeltern auch die Kontakte zu den Nachbardörfern und Städten in der Wojwodina pflegten. Leider finde ich keine Beteiligung der Vereinsmitglieder der HOG und vertrete dort den Verein als 1.Vorsitzende meist alleine. Öfters begleitet mich auch mein Mann Peter Eisele und für sprachliche Unterstützung steht mir schon viele Jahre Herr Csaba Biro aus Feketitsch (Feketić) zur Seite.

Apatin, die schöne Stadt an der Donau, war das Ziel am Freitag, den 03.März 2017. Die Apatiner Gemeinschaft e.V. Stuttgart hatte zu einem Benefizkonzert „Paul Abraham“ nach Apatin eingeladen.

Es wurden im Festspielhaus in Apatin Werke bekannter Künstler Mittel- und Osteuropas gespielt. Die Spendeneinnahmen kamen dem Erhalt der Synagoge in Apatin zu Gute.

Jarek (Backi Jarak), am 06.Mai 2017 um 10.30 Uhr, Beginn der Gedenkfeier zur Errichtung der Gedenkstätte bei den Massengräbern.

Im Lager Jarek waren viele Sekitscher und Feketitscher Landsleute ums Leben gekommen. Deshalb war es mir eine Verpflichtung dieser vielen Toten zu gedenken und im Namen der HOG Sekitsch-Feketitsch einen Kranz am Gedenkkreuz niederzulegen.

 

 

 

 

Friedhof in Sekitsch,

auf dem ehemals Weingärtner-Friedhof in Sekitsch unterhält der Verein und die Ortsgemeinde Lovćenac eine Gedenkfläche für alle verstorbenen Sekitscher.

 

Die bei der Errichtung im Jahre 2005 aufgestellten Bänke waren nun durch die Witterung beschädigt und das Holz ausgelaugt. Dank der Spenden unserer Vereinsmitglieder konnten die Bänke erneuert werden und sind seit April fertig und aufgestellt. Bitte besuchen Sie bei Ihrem Aufenthalt in Sekitsch unbedingt diese Gedenkfläche.

Museum Sekitsch, auch hier sind wir ein Stück weitergekommen. Seit dem 1. Mai haben wir als Kontaktperson für die Öffnungszeiten des Museums Herrn Csaba Biro gewinnen können. Er ist dem Thema der Ansiedlung und den Donauschwaben sehr zugetan und in Feketić wohnhaft. Seine Mobiltelefon-Nr. ist auf dem Außenschild am Museum angebracht und er kommt auf Anforderung und führt die Besucher durch das Museum „Erinnerung an Sekitsch“.

Leider können wir im Boten nur begrenzt Fotos zeigen, jedoch finden Sie zu allen diesen Beiträgen auch viele neue Fotos in der Bildergalerie auf der Homepage vom Verein.

http://www.sekitsch-feketitsch.de/index.php/bilder.html

 

Besuchen Sie uns in Sekitsch, wir freuen uns auf Sie, Museum Sekitsch, Đura Strugara 31, 24322 Lovćenac (Serbien).

 

Ihre Helga Eisele, geb. Tauss, 1. Vorsitzende

 

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 184 vom 1. Mai 2017


Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher Boten“,

 

in der letzten Ausgabe unseres „Boten“ beschäftigten wir uns ausführlich mit dem Suchen und Finden unserer Landsleute. Wo sind sie heute wohnhaft,und wie groß ist das Interesse der Nachkommen an der alten Heimat der Eltern und Großeltern? Aber es gibt auch Jahrgänge, die noch in Sekitsch geboren sind und sich ausführlich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigen. Das „Ortssippenbuch Sekitsch“ war die erste Zusammenfassung der Familien und wurde im Jahr 1986 vom Verein zur Pflege Donauschwäbischer Heimatkunde HOG Sekitsch e.V. herausgegeben. Dieses Buch wurde damals vom Verein finanziert und allen Familien zugeschickt. Somit war der Anfang für die Familiengeschichte gemacht und wer heute noch das Buch im Regal stehen hat, kann schon leicht seine eigene Familie finden. Anfangs stehen die unterschiedlichen Schreibweisen, die dem heutigen Leser unbekannt sind: Szeghegy, Sekić, Sekitsch und heute für diese Gemeinde Lovćenac. Ungarisch, Serbisch, Deutsch und wieder Serbisch und ein neuer Ortsname, gestaltet von den Kolonisten, die heute im Dorf leben. Wer sich mit der Geschichte seiner Ahnen beschäftigen will, hat viele Zeitepochen zu erkunden. Durch die beiden Weltkriege hat sich alles sehr zum Nachteil der Familien in Sekitsch und Feketitsch ergeben. Ein weiteres Buch zum Leben in Sekitsch wurde bereits im Jahr 1977 ebenfalls durch den Verein herausgegeben, Verfasser war unser Sekitscher Landsmann Philipp Sandles. Auch dieses Buch wurde den Familien überreicht.

Schon 1974 begann Oswald Hartmann die Bemühungen der Landsleute zu koordinieren. Die Folge seiner Bemühungen war die Gründung des Heimatbuchausschusses, zu dessen Unterstützung wiederum der Verein zur Pflege Donauschwäbischer Heimatkunde e.V. mit Sitz in Sersheim ins Leben gerufen wurde. Die Sorge um den Verlust der Familien und die fehlenden Kontakte hat ihn bewogen, den Rundbrief 2016 zu verschicken, um auch weiterhin die Nachkommen über das Bestehen unseres Vereins zu informieren. So haben wir im Verein über die Homepage viele Nachfragen zur Orts- und Familiengeschichte. Nur leider finden keine persönlichen Kontakte statt oder ein Treffen bei den Vereinsaktivitäten. Deshalb wäre es schon gut, wenn die heutigen Vereinsmitglieder uns ihre Kinder oder Enkelkinder einmal persönlich vorstellen. Ich verstehe auch nicht, warum dieses vorgeschobene „Kein Interesse“ oft als Antwort geäußert wird.

Wir erheben keinen Mitgliedsbeitrag, es verpflichtet zu nichts und wird eigentlich nur für den weiteren Familienverbund als Adressendatei verwaltet. Daraus versenden wir die Glückwünsche für die Jubilare und soweit wir es erfahren auch Nachrufe für Verstorbene. Unser Verein wird über den „Sekitscher Boten“ zusammengehalten und wir finanzieren mit Ihren Spenden unsere Vereinsarbeit. Nur wenn es Ihnen wichtig ist, das Bestehen des Vereins zu erhalten, werden sicherlich auch Ihre Nachkommen einen Sinn darin sehen.

 

Ihre Helga Eisele, geb.Tauss, 1.Vorsitzende

 

 

Wir fragen uns nicht nur, wo die Sekitscher heute sind, sondern auch woher sie einst kamen. Philipp Batroff geb. am 20.08.1932

in Sekitsch befasst sich mit seiner Familienforschung. Er sendet für den Boten einen umfassenden Bericht zu den Familien Roth und Batroff, nachfolgend:

 

Aus meiner Sekitscher Zeit ist mir nur eine Familie Roth in Erinnerung. Es war die Familie Georg Roth in der Unterreihe Hausnummer 395. Mein Vater pflegte Freundschaft zu einem Sohn der Familie. Außerdem arbeitete mein Vater im Haus nebenan als Schneider im Haus 393 bei Paul Beron. Der Sohn von Paul Beron war mein Klassenkamerad, den ich immer mal besuchte. Mit meinem Vater weilte ich des öfteren im Hause Roth. Das war´s aber schon mit den Roths aus Sekitsch.

Erst Im Rahmen meiner Familienforschung befasste ich mich näher mit einer Familie Roth. Es waren dies die Familien 1. Georg Balthasar Roß oo mit Anna Helena Roth, 2. Georg Friedrich Roß oo mit Elisabetha Catharina Roß und 3. Johann Georg Roth oo mit Eva Elisabetha Feik (Feige). Die drei Familien stammten aus Brandau im Odenwald. Der Ort lag im "Rodensteiner Land, das damals zum Teil zum Herrschaftsbereich derer von Gemmingen/Fränkisch-Crumbach gehörte. Von dem Treffpunkt der Kerngemeinde Fränkisch-Crumbach aus zogen sie mit anderen Richtung Ungarn. Am 1. November 1785 wurden sie in Wien protokolliert. Sie zogen über Budapest weiter in die Batschka und wurden in Sekitsch angesiedelt. Die Familien waren untereinander verwandt und verschwägert.

Mein Hauptinteresse galt dem Georg Balthasar Roß und seiner Frau Anna Helena Roth. Eine Enkeltochter der beiden, in Sekitsch geboren, heiratete 1826 den Heinrich Batruff, ein Nachkomme der Sekitscher-Linie, der auch ich angehöre. Die beiden waren die Großeltern meines Urgroßvaters Georg Batruff, *07.10.1855, wohnhaft in der Affegass 553.

Johann Georg Roth ist im Ansiedlungsprotokoll von Wien am 01. November 1785 mit folgendem Zusatz eingetragen: 7 Personen, Bauer, von Fränkisch-Grumbach aus dem Darmstädtischen. Friedrich Lotz sagt uns noch: er war 36 Jahre alt, verheiratet, mit ihm kamen: Weib, 3 Kinder (2 Söhne, 1 Tochter), die Mutter und der Bruder, er(Johann Georg) starb, 58 Jahre alt in Sekitsch. Hierzu kann ich noch folgende Angaben machen: Johann Georg Roth * 04.02.1750 in Brandau im Odenwald. Konfirmiert in der Kirche zu Neunkirchen/Odenwald 1764 (Kirchspiel für 9 Gemeinden des Rodensteiner Landes), + 1804 in Sekitsch, Beruf Schuhmacher, heiratete am 16.01.1776 in Neunkirchen die Eva Elisabetha Feick, diese * 30.11.1752 in Steinau/Odenwald, + 1810 in Sekitsch. In Neunkirchen getaufte Kinder der beiden: Georg Conrad * 22.07.1776, Johannes * 05.09.1778, Johann Christian * 15.12.1780, + 16.08.1783 in Brandau, und Maria Elisabetha * 15.05.1784. Die Mutter von Johann Georg war eine Anna Katharina Germann. Mit ausgewandert ist wohl sein jüngster Bruder Johann Michael Roth, * 31.01.1770. Er war 1785 15 Jahre alt und ist wohl mit der Mutter gezogen. Im Ortssippenbuch auf Seite 216 ordnet Franz Glöckner der Familie 5 Kinder zu und schreibt dazu: Die Kinder 1 bis 4 auf der Reise verstorben. Das Kind unter der Nummer 3 ist der Johann Christian, der war auf der Reise nicht dabei, denn er ist 1783 in Brandau verstorben und dort beerdigt worden. Der von Glöckner als 5. Kind genannte Georg, * 24.12.1786, hat in Sekitsch das Licht der Welt erblickt.

Ein Hinweis zu der Familie Nummer 2, Georg Friedrich Roß: Im Ortssippenbuch Sekitsch nennt Glöckner die Eva Maria Emighausen als Ehefrau des Georg Friedrich Roß. Diese Angabe stimmt nicht. Der Ehemann von Emighausen war auch ein Georg Friedrich Roß. Er war jünger und gehörte einer anderen Linie an. Beide haben Brandau nie verlassen.

Zu weiteren Nachforschungen empfehle ich:
1. Das Ortssippenbuch von Lehrer Glöckner Nummer 1758, 1765 .....,
2. Das Familienbuch Sekitsch von Familie Wolf, Band II, ab Nummer 7214 u.s.w. und
3. Die CD Ergänzungen zum Familienbuch Sekitsch von Familie Wolf.

 



„ Wo sind die Sekitscher? “ diese Frage stellt Oswald Hartmann im Sekitscher Boten , Ausgabe Nr. 183

vom 1.März 2017

 

In meiner Funktion als Beirätin in der HOG möchte ich mitteilen, dass der Artikel von Oswald Hartmann im letzten „Sekitscher Bote“ –„Wo sind die Sekitscher“- nicht unkommentiert stehen bleiben kann. Zunächst habe ich mich mit der Anzahl von angeblich fehlenden 1061 Familien beschäftigt. In vielen donauschwäbischen Publikationen sind die Einwohnerzahlen im Jahr 1944 ausgewiesen.

Für Sekitsch betrug die Einwohnerzahl 6.346 Personen, für Feketitsch 1.986 Personen, ergibt 8.332 deutsche Einwohner in beiden Gemeinden.

Bei seiner Berechnung bedauere ich sehr, dass er die vielen Zivil- und Soldatenopfer (Zivilopfer= in den verschiedenen Titolagern oder auf der Flucht verstorbene Personen) überhaupt nicht berücksichtigt hat, die auch offiziell festgeschrieben sind auf dem Gedenkstein in Sindelfingen mit 1.840 Personen für Sekitsch und Feketitsch. Durch Veröffentlichung des Serbischen Justizministeriums im Jahre 2011 in der Studie der unbekannten Gräber wurden alle Zahlen deutlich nach oben korrigiert.

Damit verbleiben nach meiner Rechnung für beide Orte noch 6.492 Personen.

Bisher nicht komplett erfasst sind die Personen, die die Lager überlebt haben, in verschiedenen Auffanglagern in Österreich und Deutschland lebten, oder im Zuge des Erlasses von US Präsident Truman mit den sogenannten USNS Schiffen nach USA als Staatenlose emigriert sind und bei schon ausgewanderten Familienmitgliedern untergekommen sind. Nach groben Schätzungen meiner bisherigen Recherchen in USA dürften das weit mehr als 300 Personen sein.

Die Personen, die nach 1945 verstorben sind, wurden ebenfalls nicht gezählt. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die im „Sekitscher Bote Nr.1 – Nr.75“ veröffentlichten Sterbefälle gezählt und bin auf das Ergebnis von 950 Personen gekommen. Diese Zahl betrifft die Jahre Dezember 1976 (Bote Nr.1) bis 1996 (Bote Nr.75). In dieser Zeit war die HOG auf ihrem Höhepunkt, was man auch am Spendenaufkommen in diesem Zeitraum sehen kann. Soweit mir bekannt ist, gab es interne Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass der Vorstand zerstritten und nicht mehr arbeitsfähig war, Fehlentscheidungen getroffen wurden, die die Mitglieder wohl nicht mittragen wollten. Jedenfalls lässt sich nachweisen, dass sowohl das Spendenaufkommen, als auch die Todesnachrichten nicht mehr übermittelt wurden. Ab 1997 bis heute habe ich bei der Auszählung nur 170 Sterbeanzeigen gefunden, obwohl alle Personen immer älter wurden. Also müssen auch diese Personen bei ganz hoher Dunkelziffer in die Rechnung einbezogen werden.

Seine Frage „Wo sind sie geblieben?“ versuche ich aus meinem persönlichen Hintergrund zu beantworten. Ich meine -sogar ausnahmslos-, hatten die Überlebenden beim Neuanfang, wo immer auch, andere Sorgen, als sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Das Vergangene wurde verdrängt, der Neuanfang stand im Fokus. Ich höre immer wieder, „bei uns wurde davon nie gesprochen“. Es kam darauf an, sich möglichst unauffällig zu integrieren. Genauso stellen sich die Forschungen von Jeanne J.Nebel USA über die Assimilation der Sekitscher in USA dar.

Vergessen wir auch nicht, dass z.B. nach der Entlassung aus Arbeitslagern viele Ehen erst später als üblich geschlossen wurden und die Kinder bereits in Deutschland geboren wurden. Damit ist man aber nicht automatisch ein Sekitscher. Das erklärt wahrscheinlich auch das Problem. Um die Geschichte der Familie zu begreifen, genügt es (um Interesse zu wecken), wenn die „Alten“ ihr Leben aufschreiben und den „Jungen“ zum Lesen geben. Darin liegt die große Verantwortung der noch Erlebnisgeneration. Meine Biografie „Donauschwabenkind“ fand bei meinen Kindern großes Interesse und lud förmlich ein, über alles zu sprechen und Interesse zu wecken.

Ein spezielles Problem ist auch, dass es in der ehemaligen DDR offiziell keine „Vertriebenen“ und keine „Umsiedler“ gab, diese Personen waren „Neusiedler“ und man vermied alles, was in diesem Zusammenhang steht. So wäre es nicht verwunderlich, dass viele Personen, die im heutigen Osten der Bundesrepublik leben, gar keine Kenntnisse von ihrer donauschwäbischen Herkunft haben (aus eigener Erfahrung).

Vergessen wir auch nicht, dass die heute lebende Generation von Sekitsch hochgerechnet etwa 90 Jahre alt ist, da sind etwa 3 Nachfolgegenerationen, für die USA bedeutet das, dass diese Personen die Muttersprache nicht mehr beherrschen (eigene Erfahrung aus vielfachem Schriftwechsel).

Die Geschichte verstehen ist also nicht unbedingt an eine Vereinsmitgliedschaft oder ein Abonnement einer Zeitschrift gebunden. Die jungen Leute haben mit dem Internet ganz andere Möglichkeiten, wenn sie sich interessieren. Insofern begrüße ich die Homepage des Vereins und Helgas Einladung an „die Jungen“ zur Vereinsversammlung. Die Verantwortung liegt bei uns allen selbst.

 

Brigitte Wolf, Berlin (Mutter Luise Steinmetz aus Sekitsch)

 

 

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 183 vom 1. März 2017



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, zu unserer Jahreshauptversammlung am 8. April 2017 in Böchingen lade ich Sie herzlich ein.

 

Ich hoffe, das Jahr 2017 hat für Sie gut angefangen und ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, vor allem Gesundheit.

Für die Weihnachtsgrüße und guten Wünsche zum neuen Jahr, die mich von den Landsleuten erreicht haben, möchte ich mich herzlichst bedanken. Es freut mich sehr, dass wir uns gerade zu den Feiertagen austauschen und die Vereinsarbeit ins Gespräch bringen.So stehen auch dieses Jahr in der Versammlung am 8.April wieder die Neuwahlen für Vorstand und Beiräte an. Mit einer aktiven Vereinsarbeit können wir die Erinnerung an die alte Heimat unserer Eltern und Großeltern festhalten. Schön wäre es, wenn sich auch in 2017 wieder eine Gruppe von Sekitscher und Feketitscher Landsleuten zu einem Treffen in Sekitsch zusammenfindet. Ich würde vorschlagen, dass bei Interesse, jeder seinen Wunschtermin nennt, und wir dann aus diesen Vorschlägen einen gemeinsamen Termin festhalten. Im Mai 2016 hatte so ein Treffen bereits stattgefunden und es waren schöne gemeinsame Tage, die wir in Sekitsch und Umgebung gefeiert haben. Der Monat Mai bietet sich an, da Sekitsch im Mai 1786 angesiedelt wurde. Die Ansiedlung und das weitere Bestehen des Dorfes sind viele Themen in der Ausstellung im Museum Sekitsch. Wir haben im Museum viele interessante Bücher, wo es sich lohnt ein paar Stunden zu sitzen und gemütlich bei einem Kaffee oder einem Glas Wein in der Literatur nachzulesen.

Die Gelegenheit sich mit der Geschichte über Sekitsch zu befassen gibt es auch im Museum der Südostdeutschen in Böchingen.Am Tag der Versammlung am 8. April können Sie auch die Räume im Museum besuchen und sich eine Ausstellung über Sekitsch von der Ansiedlung bis zur Flucht und Vertreibung anschauen. Bemerkenswert schon deshalb, da der Bau des Museums und die Ausstellung von unserem Sekitscher Landsmann Oberlehrer Theodor Walter und einigen Gleichgesinnten auf den Weg gebracht wurde. Heute wird das Museum von seinem Sohn Reinhold Walter und dessen Familie weitergeführt.

Es sollte immer wieder daran erinnert werden, dass nur durch die Gemeinschaft etwas Dauerhaftes entstehen kann. Mit dem Interesse und auch Ihrer persönlichen Teilnahme an der Versammlung und den vom Verein vorgeschlagenen Treffen in Böchingen/Pfalz, in Sekitsch das heute Lovćenac heißt, oder zum gemütlichen Beisammensein in Freinsheim, tragen Sie dazu bei, dass unsere Gemeinschaft größer wird und wir uns besser kennenlernen. Gerade für die Nachkommen wollen wir die Möglichkeit bieten, innerhalb des Vereins zu neuen Kontakten zu finden und einen Austausch an Wissen herbeizuführen.

Vieles kann nur aus der Erinnerung heraus beantwortet werden.Sie „die Jungen“ sollten sich beeilen ihre Fragen zu stellen, solange es noch Zeitzeugen gibt, die sich an die alte Heimat erinnern.

Ich freue mich auf zahlreiche Besucher zur Hauptversammlung und aktive Teilnehmer an der Vereinsarbeit.

 

Ihre Helga Eisele, geb.Tauss, 1.Vorsitzende

 

Einladung JHVS 08.April 2017 um 10 Uhr und Tagesordnung :

 

1. Begrüßung und Eröffnung

 

2. Bericht der Vorsitzenden

 

3. Bericht des Kassiers

 

4. Bericht der Kassenprüfer

 

5. Entlastung des Vorstandes

 

6. Neuwahl des Vorstandes und der Beiräte

 

7. Heimatmuseum in Sekitsch

 

8. Organisation eines Treffens in Sekitsch/Lovćenac

und Freinsheim im Jahr 2017

 

9. Verschiedenes

 

Glückwünsche nach Berlin

 

an die Familie von Brigitte und Gunther Wolf, sie erfreuen sich seit 21.Juni 2016 und 09.Juli 2016 an ihren Enkelkindern Anton und

Carla. Den jungen Familien alles Gute und herzlichen Glückwunsch.

 

 

 

Wir trauern um Verstorbene

 

Wellm, Dorothea, geborene Scheer, am 11.Dezember 1928 in Feketitsch, verstarb bereits am 19.01.2016 in Kreuznach.

Burger, Georg, geboren am 21.Dezember 1918 in Sekitsch, verstarb kurz vor seinem 98. Geburtstag am 15.November 2016 in Steinen.

 

Den Familien unser aufrichtiges Beileid.



Tierwohl in Sekitsch
verfasst von David Taus für seine sekitscher Landsleute



In allen Medien wird von Öko und Bio geschwärmt, was mich als Sohn eines sekitscher Bauern leicht amüsiert. Nachdem ich angeregt wurde, mein Wissen für die nachfolgenden Generationen zu dokumentieren, und mir gleichzeitig ein Heft vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Titel „Tierwohl“ in die Hände kam, will ich hier über unsere wahrhaftig ökologische Tierhaltung berichten.

Jeder Bauernhof war mit einem Zaun mit stabilem Tor in einen Vorder- und Hinterhof aufgeteilt. In dem sauberen Vorderhof durften sich von den Tieren nur Hund und Katze aufhalten. Der Hinterhof war so groß, dass man mit einem Pferdefuhrwerk wenden konnte, ohne auszuspannen. Das waren schätzungsweise mindestens 500 Quadratmeter. Am Ende befand sich der Misthaufen und an der Seite ein großer Strohschiewer, ein Heuschiewer und ein Schiewer mit Kukuruzstengeln (Maisstengeln) zum Heizen im Herd. Für das Wort „Schiewer“ kenne ich keinen hochdeutschen Ausdruck mit gleicher Bedeutung. Es war ein sehr großer kunstvoll aufgeschichteter Haufen, an dem der Regen außen ablief, und den der Wind nicht weggeblasen hat. Das war das Reich der wirklich freilaufenden Hinkel (Hühner).



Gefüttert wurden sie mit Getreidekörnern und Schrot vom Mais, alles aus eigenem ökologischem Anbau. Zusätzlich konnten sie am Misthaufen scharren und sich Eiweiß in Form von Würmern und Insekten suchen. Sie hatten auch einen eigenen Hühnerstall. In dem waren Stangen in unterschiedlichen Höhen zum Schlafen angebracht und auch noch die Nester zum Eier legen. Manche Hühner hatten sich gelegentlich ein anderes Versteck z.B. im Strohschiewer gesucht. Man musste immer aufpassen, wo sie gackerten, damit man das Ei gefunden hat. Man kann also mit Recht behaupten, die Hinkel hatten in Sekitsch das Paradies auf Erden, bis sie eines Tages geschlachtet wurden. Im Frühjahr fingen einige Hühner an zu glucksen. Zwei oder drei Glucken bekamen jeweils etwa 15 Eier zum Ausbrüten unter gelegt. Nach 21 Tagen sind die Bibbele (kleine Küken) geschlüpft. Das Wort Bibbele hatte ich immer für einen Kinderausdruck gehalten, weil sie mit „Bib bib bib“ ihr Wohlbefinden zum Ausdruck brachten. Aber das gleiche Wort habe ich auch im Elsaß angetroffen. Ein Problem waren dann die Katzen. Diese sollten zwar in Haus und Hof die Mäuse fangen, aber ihren Jagdinstinkt nicht auf die Bibbele ausdehnen. Kein Mensch hat den Hühnern die Schnäbel gekürzt, damit sie nicht zu Federnfressern werden.

Im Sommer kam ein Serbe mit seinem Karren mit Sladoled (Eis) an unsere Kreuzung. Der brauchte Eier für die Herstellung von Sladoled, hatte aber keine. Wir hatten welche, und so habe ich ihm öfters ein Ei gebracht, was ihn sehr erfreut hat. Dafür bekam ich eine Portion Sladoled, was mich erfreut hat. Mir fällt noch ein alter Kinderreim ein: Taus, Maus hinrem Haus heb die krumme Eier aus. Die grade sin mein, die krumme sin dein.

Einige Leute, darunter meine Großeltern, haben auch noch Gatsche (Enten) gezüchtet. Diese hatten es noch besser als die Hinkel. Sie wurden morgens auf die Gasse gelassen. Dort konnten sie in den Straßengräben auf dem Wasser von den artesischen Brunnen umher schwimmen und im Schlamm brutteln. Wenn ich manchmal abends zu meinen Großeltern kam, wurde ich geschickt, die Gatsche zu holen. Ich staune heute noch, wie ich aus mehreren Gruppen immer die richtigen heim gebracht habe. Die Gatsche legen nicht so oft Eier wie die Hinkel, dafür aber größere. Die Brütezeit dauert bei ihnen 28 Tage. Die frisch geschlüpften Gätschle sind recht amüsant, wenn sie anfangs etwas unbeholfen umher watscheln, aber auf dem Wasser sind sie gleich munter.

Der zweite wichtige Grund für die Haltung der Gatsche waren die Daunen. In Verbindung mit der Mauser wurden die weichen Daunen auf der Unterseite der Brust ausgerupft. Dabei haben die Gatsche recht still gehalten. Auch nach dem Schlachten wurden zuerst die Daunen entfernt, bevor die Enten gebrüht wurden, um die großen Federn leicht auszureißen. Die Daunen wurden für die Füllung der Oberbetten benötigt. Für die Unterbetten wurde Stripplaub, die weichen inneren Deckblätter der Kukuruzkolben (Maiskolben) verwendet. Als wir Ende 1944 nach Schlesien kamen, haben wir gesehen, dass dort alle Federn der Enten und Gänse verwendet wurden. Da die harten Kiele der Federn durch den Bettbezug stechen konnten, mussten die Federn gespleißt werden, d.h. die weichen Federteile wurden von den Kielen abgerissen. Das war eine langwierige Winterarbeit für die Frauen.

Überrascht hat mich auch die Schweinehaltung bei den Bauern: Die Ställe klein, etwa 2x3m und meistens ohne Tageslicht. Wie gut hatten es dagegen die Schweine bei uns in Sekitsch.

Die Ställe waren in der Regel ungefähr 4x8m groß oder noch darüber. Gut die Hälfte davon war befestigt und überdacht, wo der Trog befestigt war und Stroh ausgestreut wurde. Im unbefestigten Bereich davor konnten sich die Schweine beliebig suhlen. Beim Ausmisten durften sie sogar im Hinterhof umherspringen.

Während des Sommers zog morgens der Sauhalter durch die Straße und sammelte die Schweine ein und zog mit ihnen durch das Dorf hinaus zur „Hutwäd“ an der Hohl. Heutzutage kann kein Mastschwein diese lange Strecke zu Fuß bewältigen. Dort konnten sie sich frei bewegen und nach belieben fressen, saufen und wühlen. Abends wurden sie zurück gebracht, und erstaunlicherweise waren nachts immer die richtigen Schweine im Stall. Bei dieser ökologischen Mast dauerte es mindestens dreimal so lange, bis die Schweine ihr Schlachtgewicht hatten, das natürlich höher war, als zur Zeit üblich. Entsprechend wurden sie auch geschlechtsreif und mussten sterilisiert werden, das bedeutet, die männlichen wurden „geschnitten“ und die weiblichen „gegelst“. Allgemeiner Wunsch war eine 3-Meter (300kg) Sau mit dicker Speckschicht.

Sobald die Moor Säule bekommen sollte, war es meine Aufgabe aufzupassen, dass die Muttersau beim Säugen sich nicht auf die frisch geborenen Ferkelchen legt. Bei jeder Kontrolle fand ich einige mehr vor, zum Schluss waren es 10 Stück. Die Säule sind richtig niedlich, wenn sie mit ihrem glänzend seidigen Fell und dem Ringelschwänzchen quiekend umher springen. Genauso begeistert war ich beim Schlachten von einem ausgewachsenen Schwein. Es gab also im wahrsten Sinne des Wortes Schinken und Wurst von frei laufenden Schweinen.

Die Kühe waren ebenso wie die Pferde im Stall angebunden. Lediglich die Botzl (Kälbchen) oder Hutschl (Fohlen) hatten freien Auslauf. Oft gab es für die Kühe einen separaten Sommerstall, der zur besseren Belüftung keine Vorderwand besaß. Außerdem wurden auch die Kühe vom Kuhhirten abgeholt und tagsüber zur Weide an der Hohl geführt. Der Kuhhirte kündigte sich mit lautem Knallen an. Dazu benutzte er die „Tschalangerpeitsch“, die mit ihrem kurzen Stiel und dem Geflecht aus Lederriemen und dem „Schmießl“ am Ende über den Kopf geschwungen wurde. Beim plötzlichen Rückzug hat es laut geknallt, wenn man es verstanden hat. Bei der „Hutwäd“ befand sich auch der Wickestall, wo die Bullen der Gemeinde untergebracht waren. Die Kuhhirten hatten die Kühe tagsüber in Beobachtung und sorgten so zur rechten Zeit für die Besamung.

Die Milch der frei laufenden Kühe haben wir selbst zu Butter und weißem Käse verarbeitet. Die überschüssige Milch wurde in die „Schweiz“ (Molkerei) neben der neuen Schrotmühle vom „Schörrösch“ getragen.

Zu Hause wurden nur eine oder zwei Kühe für den Eigenbedarf gehalten. Die anderen insbesondere die Mastrinder waren auf dem Salasch. Dort hatten sie einen Sommerstall, wo sie nicht angebunden waren und so die große Koppel davor mitbenutzten. Beim Dreschen wurde mit dem Elevator auf die Decke Stroh gestapelt, dass man nach dem Ausmisten einfach herunter streuen konnte.

Für die Pferde war Bewegung im Sommer kein Thema. Sie mussten fast täglich den weiten Weg zum Salasch laufen und dort noch pflügen, eggen oder säen. Bis zur Kerb am ersten Sonntag im November musste die Feldarbeit erledigt sein, denn danach wurde es wegen des feuchten Herbstwetters zu matschig. Im Winter bei zugeschneiten Feldern war die Fahrt mit dem Pferdeschlitten angesagt, damit die Pferde nicht „der Hafer sticht“. Auch für mich war das ein großes Vergnügen - warm verpackt im Bunde, die Füße mit Klumpe im Stroh und eine Kanne mit heißem Tee mit Brandewein zur inneren Erwärmung – mit dem Schlitten auf den Salasch zu fahren, um dort nach dem Rechten zu sehen.

Im Winter waren nur die Tiere zu betreuen. Mangels anderer Beschäftigung sind einige Bräuche entstanden vor allem für die Jugend. Weihnachten war selten weiß, jedoch immer Neujahr. Dann haben die Bauernbuben ihre Pferdeschlitten flott gemacht und die Mädchen spazieren gefahren, so dass die Pferde wieder Bewegung hatten. Die Hühner hingegen blieben eingesperrt, damit sie nicht schneeblind wurden.

Diese individuelle ökologische Tierhaltung ist heutzutage in Deutschland auch auf dem Land nicht mehr anzutreffen.





Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 182 vom 1. Dezember 2016

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten" ,

 

 

zum Jahresende schauen wir zurück, was hat der Verein geleistet, und wo stehen wir jetzt. Vor einem Jahr am 22. Oktober 2015 feierten wir in Lovćenac die Fertigstellung und Eröffnung unseres Museums „Erinnerungen an Sekitsch“. Wie wurde unser Museum und die Bemühungen durch den Verein angenommen. Werden Besucher kommen und wie ist ihr Eindruck, was nehmen sie als Information und Erinnerungen mit. Für wissenschaftliche Arbeiten interessieren sich immer mehr junge Leute zu dem Thema Sekitsch. Bereits in 2015 haben Studenten der Fakultät für technische Wissenschaft in Novi Sad eine Präsentation über das Thema des kulturellen Erbes der Deutschen in Sekitsch für die Menschen die heute in Lovćenac leben, geschrieben. In diesem Jahr schreibt ein Student aus Subotica, Studium an der Universität in Szeged, seine Masterarbeit zu der Geschichte von Sekitsch, besonders in der Zeit von 1944 bis 1946. Dazu verwendet er Literatur vom Verein und aus dem Archiv in Subotica. Es ist erfreulich, dass die Studenten für ihre Arbeit dieses Thema des Dorfes Sekitsch aufnehmen und über die damaligen Verhältnisse schreiben. Vielleicht gibt es auch bei Ihnen in der Familie einen Studenten der für Zeitgenössische Geschichte ein Thema sucht. Hierzu ist die Geschichte von Sekitsch seit der Ansiedlung 1786 bis zur Vertreibung in 1944 fast unerschöpflich und es gibt genug Quellen für eine Einarbeitung in dieses Thema.

In der Wojwodina berichten die Zeitung und die regionale Presse über unser Museum und den Inhalt der Themen zur Ausstellung. So erfahren die dortigen Leser davon. Im Mai hatten wir einen Besuch der humanitären Frauenhilfe von Mali Idjos und ihrem Partnerverein in Kelebia. Diese Frauenhilfe unterstützt Familien in der täglichen Arbeit und betreut die Kinder falls die Mütter wegen Krankheit Hilfe benötigen. Ebenso war die Gruppe der „Izida“ aus Feketitsch für einen Besuch im Museum. Alle Besucher berichten natürlich mit Text und Fotos in Facebook und Twitter und so sind wir ständig im aktuellen Geschehen. Ende September hatten wir die Reisegruppe der Hodschager Landsleute zu Gast. Sie waren einige Tage in ihrem Heimatdorf Hodschag, heute Odžaci, und machten einen Tagesausflug mit dem Reisebus nach Sekitsch ins Museum und anschließend zum Mittagessen ins Weingut Lodi nach Feketitsch. Wie wir schon im Sekitscher Boten vom 1.September geschrieben hatten, kamen die Landsleute Inge Mebes-Bender und ihr Enkelsohn Justin. Getroffen haben sie sich mit Veronika Sihler und ihrem Lebensgefährten Gerald. Es waren schöne Stunden in denen sie sich austauschten und die „Erinnerungen an Sekitsch“ im Museum erleben konnten. Veronika schreibt dazu;

Wir waren total begeistert von dem Museum, der wunderschönen Landschaft und vor allem von dem leckeren Essen. Herzliche Gratulation zu Eurem schönen und sehr interessanten Museum. Wir haben viele Fotos gemacht und mein Vater stöbert seit Tagen in den rund 200 Fotos ! Außer dem Museum haben wir auch viele Fotos vom Dorf und den Häusern, die mein Vater noch kennt, gemacht. Ich bin ganz stolz, dass wir alles nach den alten Plänen und Beschreibungen gefunden haben. Wir haben auf jeden Fall vor, wieder hin zu fahren.Und wir vom Verein sind stolz darauf, dass wir es ermöglicht haben, dass junge Menschen kommen und die Erinnerungen an die Heimat der Eltern und Großeltern aufnehmen und sich dort auch wohlfühlen können.

Aber nicht nur unsere Landsleute sind interessierte Besucher, auch Bewohner vom Dorf treten ein und lassen sich durch die Räume führen. Da unsere Texttafeln auch in Serbischer Sprache sind, können die heutigen Bewohner in Lovćenac von der Ansiedlung des Dorfes Sekitsch erfahren. Und wie nach jedem Museumsbesuch sollten auch wir den Besuchern etwas in die Hand geben, damit sie die Ausstellung nochmals in Ruhe zu Hause oder auf der Rückfahrt nachlesen können. Mein Wunsch ist es, zu dieser schönen Ausstellung nun eine Broschüre aufzulegen, dreisprachig, damit wir einen weiteren Personenkreis ansprechen können. Unsere nur ungarisch sprechenden Besucher im Museum, haben es sehr bedauert, dass sie keine umfassende Information erfahren durften, und baten darum, dass wir künftig auch für diese Besuchergruppe eine Broschüre zur Ausstellung parat haben. Der Gedanke ist gut und der Wunsch nachvollziehbar, aber auch das kostet Geld.

So sind wir wieder beim Anfang meines Berichtes, alles was gut werden soll, ist auch auf Helfer und Spender angewiesen.

Bitte unterstützen Sie den Verein auch weiterhin mit Ihrer Spende und ermöglichen Sie uns damit das Fortbestehen des Vereins und der damit verbundenen Arbeit.

 

Helga Eisele, geb.Tauss, 1.Vorsitzende



Unsere Reise nach Sekitsch vom 26.Juli bis 31. Juli 2016 Inge Mebes-Bender, geborene Karbiener und Justin Mebes

 

Der Anlass für unsere Serbien Reise war ein Wunsch von meinem 17jährigen Enkel Justin Mebes um die Geburtsländer seiner Großeltern zu sehen. Also eine Reise in die Schweiz und nach Serbien. Am Dienstag 26.Juli wurden wir von Peter Eisele am Flughafen Belgrad abgeholt. Da 17jährige immer Hunger haben, hielten wir auf der Fahrt nach Sekitsch am Salas 137 an, ein idealer Anfang. Ehemalige Ställe sind zu Gastzimmer verwandelt. Ein gepflasteter Hof mit riesigen Bäumen ist der Speisesaal.

Schöne Pferde im Stall und auf der Weide, brachte Erinnerung. Hier hatten wir ein gutes Abendessen. Nächster Anhalt Sekitsch am Haus von Eisele und dem Museum Sekitsch. Eine Einladung von den Nachbarn Valeria und Mann wo noch 2 Deutsche warteten, wurde mit Slivowitz gefeiert. Dann brachte uns Peter nach Feketitsch zum Hotel,Restaurant Pipatsch, wo unser Dolmetscher Csaba Biro uns vorgestellt wurde, seine vier Sprachen wurden gut benutzt. Mittwoch wurde unser Taxifahrer Lukic vorgestellt und es ging nach Sombor zum Deutschen Verein und Kulturhaus. Herr Anton Beck brachte uns in Verbindung mit einer Frau Dr. Hargita …?, und er schenkte uns ein Buch von Donauschwäbischen Dialekten. Nach dem Mittagessen Fahrt nach Gakowa zum Lager-Denkmal und weiter nach dem ehemals Lager Kruschiwl, wo wir am großen Kreuz ein kleines zum Andenken an meinen Opa und Oma stellten, mit Tränen.

Donnerstag trafen wir Zorka und Familie in Sekitsch in meinem Elternhaus.Justin staunte wie groß es war. Dann gings in das Gemeindehaus, zur Ahnenforschung. Nach einer Wanderung durch Sekitsch gab es Bratwurst im Haus Eisele und Museumsbesichtigung. Zurück in Feketitsch mit Csaba wanderten wir durch das Dorf meiner Kindheit. Das Waisenhaus,die Schule,Häuser meiner Pflegeeltern Nemet Miklos und Maria, die mich vom Waisenhaus gerettet haben. Durch Csaba bekam ich Zutritt zu jedem Haus und wurde freundlich aufgenommen. Wir wurden sogar zum Essen eingeladen. Über mein mäßiges Ungarisch und Serbisch wurde oft herzlich gelacht.

Am Freitag holte uns Frau Dr. Hargita ab, zur Suche nach unserem Salas, was uns nicht gelungen ist. Aber das Schloß das wir besichtigten und Mittagessen einnahmen gab uns einen herrlichen Blick über die Gegend. Der Wolkenbruch auf dem Heimweg ist unvergesslich. Samstag ging es nach Novi Sad damit Justin sehen konnte, wie Sekitsch auch einmal ausgesehen hat. Lukic hat geduldig an allen Kirchen für mich angehalten. Im Hotel Pipatsch waren wir verwöhnte Gäste. Justin bekam jeden Morgen Palacsinka.

Nicht oft haben sie Gäste die eine Woche verweilen. Ich wäre gerne noch eine Woche geblieben. Ich danke Helga und Peter Eisele, die für uns den Kontakt machten. Peter ist ein Sekitscher geworden, viele kennen ihn und rufen ihm zu. Das Heimatmuseum hat viele interessante Gegenstände, die mich an meine Kindheit erinnert haben.

 

Bericht von Inge Bender (geb. Karbiener) und Justin Mebes.

 

Ein Besuch auf dem Waldfriedhof HALBE/Brandenburg

 

„ Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens,

und ihre Bedeutung als solche wird immer zunehmen.“

Albert Schweitzer

 

Rund 40 km südöstlich von Berlin befindet sich die größte Kriegsgräberstätte Ostdeutschlands. Auf den elf großen Grabfeldern sind rund 24.000 Kriegsopfer des 2. Weltkrieges begraben. Darunter auch zwei Sekitscher Landsleute.

Bereits lange angedacht, hatten wir heute, am 13.09.2016, die Gelegenheit, diese Gedenkstätte zu besuchen. Sie wird betreut und gepflegt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Brandenburg.

Ein Ort der Ruhe und Stille. Gänsehautmomente.., trotz strahlendem Spätsommerwetter.

Werden wir die Gräber von Philipp Bender und Jakob Grau tatsächlich finden, so wie sie online beim Volksbund beschrieben sind?

Wir finden eine weitläufige, gut ausgeschilderte Anlage unter hohen Bäumen vor, die in insgesamt elf große Blöcke aufgeteilt ist, innerhalb der Blöcke verlaufende ausgeschilderte Reihen mit auf dem Boden eingelassenen Grabsteinen.

Um unsere Sekitscher Landsleute zu finden, mussten wir uns an den Angaben Block 2 und Block 3 orientieren, die direkt am Ende des Hauptweges rechts zu finden waren. Nun musste nur noch der Weg und die entsprechende Reihe abgeschritten werden.

 

Das Grab von Jakob Grau fanden wir ohne große Mühe.

Jakob Grau, Kanonier, wurde geboren am 06.07.1900 in Sekitsch und starb am 22.03.1945 im Feldlazarett mot. 688, begraben in Kriegsgräberstätte Halbe , Block 3, Reihe 3, Grab 362 mit weiteren 8 Personen.

Seine Eltern waren Gottfried Grau und Christina Mandel. Er war verheiratet mit Barbara Bechtele und hinterließ seine Tochter Barbara, verheiratet mit Christian Schuster und Sohn Jakob, mit Katharina Zwipp verheiratet.

Die Auffindung des Grabes von Philipp Bender bereitete insofern Probleme, dass auf dem Grabstein der Name Philipp „Benderx“ zu finden war. Das Geburtsdatum stimmte mit unseren Aufzeichnungen überein. Wie ist das zu erklären?

Unser Weg führte uns zum Haupthaus der Gedenkstätte, wo ein Friedhofsbuch ausgelegt ist. Dort ist der Name korrekt mit Philipp Bender erfasst. Hat der Steinmetz das „X“ angehängt, oder welche Ursache gab es dafür? Die Antwort finden wir in der Broschüre des Waldfriedhofes Halbe. „Bei der Rückübertragung der in russischer Schrift verfassten Namenslisten ins Deutsche sind Abweichungen von der korrekten Schreibweise aufgetreten.“ Diese wurden durch drei zusätzliche Namenplatten mit der Richtigstellung von über 200 Namen ergänzt.

 

Philipp Bender, Schreiner in Sekitsch wurde am 14.11.1913 in Sekitsch geboren und ist im April 1945 bei Siethen gefallen. Er ruht auf der Kriegsgräberstätte Halbe Block 2, Reihe 6, Grab 543 mit weiteren 9 Personen. Er war der Sohn von Ludwig Bender und Theresia Bieber, verheiratet mit Margaretha Hunsinger. Er hinterließ seinen Sohn Reinhard Ludwig und Tochter Lore.

 

 




Erinnerung an

Karl-Heinz (Charly) Tauss

18. 2. 1936 18. 9. 2016

 

 

„Aus dem Gepäck der Kriegskinder“ heißt die von Inge Buck herausgegebene Lyrik- und Prosasammlung, an der Karl-Heinz Tauss als Autor mitwirkte und die 2015 erschien. Wer seine Gedichte und Erzählungen darin liest, der ahnt, wie sehr ihn die Kindheitserfahrungen des Krieges und der Flucht aus der donauschwäbischen Heimat geprägt haben.

Bis zu seinem neunten Lebensjahr wuchs Karl-Heinz in Neu-Werbaß, seinem Geburtsort, und dem nur wenige Kilometer nördlich davon gelegenen Sekitsch auf, wo sein Vater, Dr. Karl Tauss, eine Arztpraxis unterhielt. Im Alter von vier Jahren starb seine Mutter, für Vater und Sohn ein erschütternder Verlust. Trotzdem bot ihm die Kindheit in Sekitsch Geborgenheit aufgrund des engen sozialen Zusammenhalts der ortsansässigen Verwandtschaft, zu der auch sein gleichaltriger Cousin mütterlicherseits, mein Vater Manfred, gehörte: die beiden wuchsen auf wie Brüder.

Nach der dramatischen Flucht über Ungarn und Österreich begann ein neuer Lebensabschnitt in Deutschland mit wiederum prägenden Erfahrungen als „Flüchtling“. Ab 1956 studierte Karl-Heinz Germanistik und Theaterwissenschaft in Tübingen und München und absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler. In seinem Berufsleben arbeitete er aber nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur und Dramaturg u. a. an den Theatern in Tübingen, Heidelberg, Stuttgart und Bremen.

In meinen ersten bewussten Erinnerungen an Karl-Heinz sehe ich ihn in Scharnhausen: zu Besuch bei meinen Großeltern Hunsinger – für Karl-Heinz „Käthetante“ und „Philipponkel“ – die er beide sehr liebte. Er konnte sich wunderbar in ihr Sekitscher Gemüt einfühlen.

Überhaupt: Er war nicht nur ein mitreißender Erzähler, sondern eben auch ein Mensch mit echtem Einfühlungsvermögen, mit wachem Interesse an den Menschen, die ihm nahe standen. Er war ein Künstler und ein Philosoph. Er war zugleich ein Skeptiker, der selbst seinen eigenen Erinnerungen misstraute, wie er uns in einer seiner Erzählungen in dem oben erwähnten Sammelband „Aus dem Gepäck der Kriegskinder“ mitteilt.

Einzigartig war sein Humor, der von feiner Ironie bis hin zum Sarkasmus, den fast unsichtbaren Schleier eines gewissen Weltschmerzes auffing. Kein Zufall also, dass er sich intensiv mit dem Werk Karl Valentins auseinandersetzte. Dessen Stücke adaptierte er kongenial und mit großer Anerkennung auf verschiedenen Theaterbühnen.

 

Ich vermisse ihn sehr und meine Gedanken gehen an seine Frau Hanne und seine beiden Töchter Anja und Jessica.

 

Hendrik Hunsinger

Kinderlandverschickung /Erinnerung an die Zeit in Sekitsch 1943-1944

(die Texte werden durch anklicken vergrößert)

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Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 181 vom 1. September 2016

 

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher Boten“,

 

heiß ist es zur Zeit in Sekitsch, und die Arbeiten auf den umliegenden Feldern sind in vollem Gange.

Das Getreide ist geschnitten, und es kommen schon bald die Sonnenblumen zur Ernte. Bei Tagestemperaturen von 38° und mehr arbeiten die Leute vom frühen Morgen bis mittags so gegen 13 Uhr. Vor unserem Haus auf dem Parkplatz an der Schule werden die Feldarbeiter abgeladen und kommen verschwitzt und mit großen Hüten vom Anhänger herunter.

Viele Schüler sind dabei, um sich als Erntehelfer etwas Geld zu verdienen. Aber die alte Stammbelegschaft ist immer dieselbe. Und jetzt steht ihnen noch der Heimweg bevor. Wer sich in Sekitsch auskennt, der weiß, das zieht sich noch gewaltig. Schon der Anstieg der Kulaer Gasse in Richtung Bahnhof, oder der lange Weg bis ans Dorf Ende in Richtung Feketitsch. Ich denke dann oft an unsere Eltern und Großeltern, wie sie an diesen heißen Tagen so eine schwere Arbeit leisten mussten. Es war damals eine große Erleichterung, wenn der Bauer einen Salasch (Außengehöft)hatte und nicht jeden Tag ins Dorf zurück musste, zumal die Felder sehr weitläufig um Sekitsch herum angebaut und bearbeitet wurden.In der heutigen Zeit sind die Sommermonate eher die Reisemonate für die Sekitscher Landsleute. So erwarten wir Ende Juli unsere Sekitscher Landsmännin Inge Mebes-Bender, geb. Karbiener aus den USA.

Inge wird begleitet von ihrem Enkelsohn Justin (17 J.) und wird einige Tage in der alten Heimat verbringen. Ihr Wunsch ist es durch Sekitsch zu gehen und ihr Elternhaus zu sehen. Es ist noch in einem guten Zustand in der Zweiten Reihe Nr. 489. Auch sind Tagesausflüge nach den Gedenkstätten für die Lager in Gakowa, Kruschiwl und Rudolfsgnad geplant. Inge war selbst mit ihren Großeltern ins Lager gekommen und hat diese furchtbare Zeit in ihrem ganzen Leben nicht vergessen können. Bereits in 2006 hatte sie einen Besuch in der Heimat gemacht und im Sekitscher Boten ihren ganz persönlichen Reisebericht geschrieben.

Zeitgleich erwarten wir dann auch von unserem Landsmann Jakob Sihler, die Tochter Veronika. Familie Sihler lebt in Fürstenfeld und Jakob Sihler hat noch viele Erinnerungen an sein Heimatdorf und die Tochter ist mit einem Plan und Aufzeichnungen für Sekitsch bestens ausgestattet. Das Elternhaus ist in der Spitz zu finden und mit seinen unmittelbaren Nachbarn wie Freund und Kinkel hat Jakob immer noch Kontakt. Den Besuch unseres Museums Sekitsch haben sich die Gäste im heutigen Lovćenac fest vorgenommen und wollen dort die „Erinnerungen an Sekitsch“ an Ort und Stelle nachlesen.

Für uns von der HOG Sekitsch-Feketitsch ist es ein großes Anliegen, den Nachkommen die alte Heimat der Vorfahren näher zu bringen. Leider haben wir noch immer keine geregelten Öffnungszeiten, da es sehr schwierig ist, diese Person zu finanzieren.

Meine Nachfragen bei der Gemeinde Mali Idjos, diese Stelle zu finanzieren, sind noch nicht beantwortet. Es hat auch einen Wechsel auf dem Rathaus und im Gemeinderat gegeben, und so muss ich die Anfrage jetzt erneut stellen.

Helga Eisele, geb. Tauss, 1. Vorsitzende


Nachklang aus Freinsheim


am 11. Juni hatten wir unser jährliches Treffen der Sekitscher und Feketitscher Landsleute. David Taus hatte im Weingut der Familie Herbel für uns ein sehr gutes Mittagessen bestellt und die Weine von den umliegenden Weinbergen rundeten das gesellige Beisammensein ab. Frische Erdbeeren zum Nachtisch und Kaffee und Kuchen ließen wir uns nach der musikalischen Einlage von Heidrun Taus schmecken. In diesem Jahr hat uns Heidrun mit Klangschalen überrascht und wir waren erstaunt, welche Töne, weich und schwungvoll, sie aus den nur leicht angeschlagenen Schalen hervor zauberte. Anfangs brachte Sie uns mit bekannten Liedern mit Ihrem Glockenspiel in Stimmung und forderte auch zum Mitsingen auf. Mit den Schwingungen der Klangschalen brachte sie uns in eine ruhige Stimmung und wir durften dann selbst Hand anlegen und die Töne der Klangschalen erproben. Nach dieser neuen Erfahrung aus ihrem vielfältigen musikalischen Können waren wir schwer beeindruckt. Nur ihr Ehemann David nahm es ganz gelassen hin, offensichtlich hört er die Klangschalen auch Zuhause schwingen.

Unser Organisator David Taus hat sich wieder sehr viel Mühe gemacht und für seine Landsleute einen schönen Tag gezaubert. Zum Treffen kamen; Doris und Gottfried Karbiner, Christel Bittlingmayer, Helga Eisele, Herr und Frau Dense/geb.Becker, Jutta und Alfons Mathes, die Brüder von Jutta; Lothar und Heini Becker, mit ihren Frauen Ingrid und Christa. David hätte sich weit mehr Besucher gewünscht und hofft, dass im nächsten Jahr die Runde größer wird und auch mal neue und junge Sekitscher dazu kommen. Herzlichen Dank für die gute Vorbereitung und einen schönen Tag, den wir gerne in Erinnerung behalten. Für den Erhalt der Bänke an der Gedenkstätte auf dem Weingärtner Friedhof hat uns auch in diesem Jahr wieder Frau Dense eine Spende zukommen lassen. Ich werde im September die Arbeiten in Auftrag geben. Vielen Dank !

 

Liebe Grüße, Helga Eisele



Erfreuliches aus dem Hause Böhm!

 

Dr. Erwin Böhm und seine liebe Bettina sind stolze Großeltern geworden. Ihre Tochter Katharina Böhm und Henri Schäfer erfreuen sich seit dem 28.Mai 2016 an ihrem Sohn Maximilian Henri Schäfer.Dem jungen Elternpaar unseren herzlichen Glückwunsch und alles Gute und Gesundheit für die Familie.

 

Wir trauern

 

Nachruf für Gustav Becker, geboren am 28.01.1927 in Sekitsch.

 

Am 25.06.2016 ist Gustav Becker verstorben und in Waiblingen- Beinstein mit einer Trauerfeier im Kreis der Familie verabschiedet worden. Leider konnte er die geplante Reise nach Sekitsch im Mai nicht mehr antreten. Gerne hätten ihn die Söhne auch in diesem Jahr wieder begleitet. Jedoch war er zu dieser Zeit schon wegen einer Operation sehr schwach. Seine Schwester in Mali Jdjos und ihre Familie hatten sich schon auf den Besuch des Bruders und Onkels mit den Neffen gefreut. Gustav war seiner Heimat Sekitsch sehr zugetan und hat viel darüber erzählt. Er hatte eine Ausbildung zum Geschirrmacher für Pferde und Zugtiere in Srbobran beendet, als er auch schon zum Militär eingezogen wurde. Eine Rückkehr nach Sekitsch war ihm nicht möglich. Deutsche waren vertrieben oder in die Lager interniert. Diese schwere Lagerzeit musste auch seine Schwester Christine durchleben.

Mir und meinen Eltern war Gustav ein lieber Freund geworden. So war er doch in 1946 zusammen mit meinen Eltern nach Waiblingen gekommen. Zuvor hatten sie mit anderen Landsleuten im Durchgangslager in Ulm auf ihre Zuweisung an Arbeit und Wohnort

gewartet. In Beinstein begann sein neues Leben in der Nachkriegszeit. Er und seine Frau Anna und die Schwiegereltern bauten gemeinsam ein Haus und die Familie wurde bald mit den Söhnen Klaus, Markus und Michael und deren Kinder vergrößert. Leider verstarb Anna Becker im Jahr 2006 und Gustav meisterte von nun an Haushalt und Garten. Er pflegte einen sehr großen Garten und baute alles an, was die Familie verwenden konnte. Er hatte stets ein offenes Gartentor, durch das ich ihn oft besucht habe. Er wird mir fehlen, war er doch nach dem Tod meines Vaters als Sekitscher Freund immer an mir und meiner Familie interessiert. Die Vereinsarbeit für die Sekitscher Landsleute hat er sehr befürwortet und war auch bei einem Besuch der Bürgermeister aus Lovćenac mit seinen serbischen Sprachkenntnissen eine große Hilfe. In 2010 war er mit seiner Partnerin Renate Pfund zur Gedenkfeier nach Sekitsch gereist und hat dort einige Tage verbracht. Wir denken noch gerne an diese gemeinsame Zeit zurück und sind dankbar, dass wir unseren Freund Gustav so lange bei uns hatten. Unsere Anteilnahme gilt den Söhnen mit Ihren Familien, der Familie Dudas und Varga in Mali Idjos und dir liebe Renate.

 

Herzlichst Helga und Peter Eisele, sowie die Sekitscher Landsleute

 

ANNO, wir erfahren, was sich in unseren Heimatorten Sekitsch und Feketitsch von 1848 – 1872 ereignete.

Diese Zeitdokumente sind eine wichtige Information zur Ortsgeschichte.

 

„Österreichischer Soldatenfreund“ vom 10.09.1850 schreibt:

* (Szeghegy,) Auch bei uns im Dorfe Szeghegy in der Batska wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers auf eine Weise gefeiert, welche, da sie eben in Dörfern nur selten ist, gewiss zur öffentlichen Kenntnis gebracht zu werden verdient. Auf Aufforderung des hier bei der Konskription gewesenen k.k. Herrn Hauptmanns Pollovina vom Regimente Baron Bianchi, wurde am Vorabende das Dorf allgemein beleuchtet, wobei besonders die Kirche und die Wohnung des genannten Herrn Hauptmanns, auf dessen Fenstern in den schönsten Farben die Worte: „Gott erhalte unseren allergnädigsten Kaiser Franz Josef den Ersten“ prangte, sich herrlich ausnahm. Zehn Dorfmusikanten spielten beim Beginne der Beleuchtung vor der Wohnung des Hauptmannes, des Ortspfarrers, dann vor dem Stuhlrichter mehrmalen die Volkshymne, und dann mit Begleitung eines eigends zu diesem Zwecke aus Cervenka herbeigeholten Tambours, den Zapfenstreich durch alle Gassen. – Beim Anbruch des glorreichen Tages wurde die Tagreveille geschlagen und abermal von der Musik die Volkshymne gespielt. – Der Ortspfarrer von Scultety hielt in der Kirche um 10 Uhr eine erhebende, der Feier angepasste Rede, und um 12 Uhr gab derselbe eine aus 14 Gedecken bestehende, reich besetzte Tafel, wobei viele Toaste auf das Wohl unseres ritterlichen Kaisers angebracht wurden. – Möge diese hohe, auf eine echt soldatische Art hervorgerufene Feier, die uns lange im Gedächtnisse bleiben wird, alle Jahre von nun an in dieser Art begangen werden, und auch die anderen Ortschaften unserer Batska zur Nachahmung spornen.

 

Eingereicht von Brigitte Wolf, Berlin

 

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 180 vom 1. Juli 2016



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“,


 

wir haben 230 Jahre Sekitsch im Mai 2016 gefeiert. Wie in der Hauptversammlung am 09.April 2016 geplant, kamen viele unserer Landsleute nach Sekitsch, heute Lovćenac. Am 16.Mai, Pfingstmontag war für die meisten der Anreisetag. In unserem Haus in der ehemals Zweiten Reihe Nr. 465 wurden sie mit einem Umtrunk herzlich begrüßt. Da sie nicht alle zeitgleich ankamen, war das Hallo umso fröhlicher und die Umarmungen wollten kaum enden.

Den weiten Weg nach Sekitsch haben folgende Landsleute auf sich genommen; Doris und Gottfried Karbiner und ihr Enkel Jonathan. Marta Wolf und Oswald Hartmann, Niko Sieler und Frau Maria, Wilma Schnichels und vom 21. bis 22.06. Herr und Frau Dense geb.Becker.

 

 

Ein gemeinsames Abendessen am 16.Mai um 19 Uhr im Restaurant „Putnik“ in Feketitsch brachte uns mit gemischter Fleischplatte, herrlichem Tomatensalat und einem Korb voll Weißbrot die alte Heimat näher. Wahlweise Bier aus Apatin das erfrischende „Jelen„ oder regionale Weine. Im Anschluß die Besprechung für den Ablauf zum nächsten Tag. Der 17.Mai war geplant für den Besuch im Museum „Erinnerungen an Sekitsch“. Unsere Landsleute besuchten die Ausstellung und stellten sich einem Gruppenfoto vor dem Museum. Zu diesem Anlass wurde ein Interview aufgezeichnet und am 20. Mai in der regionalen Zeitung „Magyar Szo“ veröffentlicht. Viel Lob gab es für diese schöne Ausstellung und Glückwünsche, dass der Verein für seine Nachkommen hier eine Erinnerung an die Vorfahren geschaffen hat.

Nach dem Interview und der Besichtigung des Museums gab es im Haus Eisele eine Einladung zu Kaffee und Kuchen. Hatte doch am 17.5. 2016 mein Mann Peter Eisele seinen 75igsten Geburtstag. Diesen Geburtstag wollte er mit den Sekitscher Landsleuten feiern und es folgte eine Einladung zum Abendessen ins Weingut der Familie Miklos Lodi, nach Feketitsch. Inzwischen waren wir einige Personen mehr geworden, da auch Freunde aus Mali Idjos, Lovćenac, Feketitsch und Novi Sad dazu gekommen waren.

Niko Sieler brachte die Musik der 70iger Jahre auf Band mit und wir hatten eine tolle Stimmung. Es hat sich gezeigt, dass auch die jungen Sekitscher feiern können und sich in der Heimat der Eltern und Großeltern heute sehr wohlfühlen. Die nächsten Tage hat jeder für sich gestaltet, mit einem Besuch auf dem Weingärtner Friedhof oder bei Freunden in der Umgebung. Der Spaziergang durchs Dorf und die Suche nach dem Haus der Familie gehört einfach dazu und ist schon ganz selbstverständlich geworden. Die gemeinsamen Tage in Sekitsch sind leider viel zu schnell vergangen und inzwischen sind alle wieder gut und wohlauf an ihrem Wohnort angekommen. Herzlichen Dank sage ich unseren Besuchern im Haus und im Museum in Sekitsch, behalten Sie alles in guter Erinnerung und kommen Sie oder Ihre Familienangehörigen bald wieder.

 

Herzliche Grüße Ihre Helga Eisele, geb.Tauss, 1.Vorsitzende



Die Nachfahren der einstigen Donauschwaben haben Sekitsch an seinem Ansiedlungsjubiläum besucht.

 

Es sind 230 Jahre her, dass die Donauschwaben Sekitsch (Lovcenac auf Serbisch, Szeghegy auf Ungarisch) angesiedelt haben. Nach dem II. Weltkrieg wurden die Schwaben vertrieben, an Ihre Stellen wurden Montenegriner angesiedelt. Eine lange Zeit hat nichts an die einst hier wohnhaften Schwaben erinnert, doch letztes Jahr ist eine Heimatstube, die als Initiative von Helga Eisele, Vorsitzende der Sekitsch-Feketitsch Abteilung des Donauschwäbischen Vereins, geöffnet worden. Die Stube ist ein Denkmal an die einst hier gelebten Schwaben. Mit der Organisation von Helga Eisele besuchte diese Woche eine Gruppe, die aus Sekitsch abstammt, dieses Dorf.

Wir sind deswegen gekommen, um an das Ansiedlungsjubiläum zu gedenken. Unsere Vorfahren sind vor 230 Jahren hier hergekommen, und haben diese Landschaft urbanisiert. Wir sind stolz darauf, die Erinnerung an unsere Vorfahren behalten zu können – äußerte sich Frau Eisele und sagte noch, dass sie erreichen möchte, dass die Sekitscher Heimatstube von Zeit zu Zeit den Besuchern geöffnet wird. Die Stube soll auch auf einer Webseite zu besichtigen sein, so sollten immer mehr Menschen von dieser wichtigen Sache hören. Erstmals möchte ich das Interesse der Nachkommen der damaligen Sekitscher wecken. Zum Anlass des Jubiläums hat auch Oswald Hartmann, geborener Sekitscher, diese Feier besucht. Hartmann ist Besitzer eines Buchverlags, und publiziert eine Zeitung für Donauschwaben. Früher war er der Vorsitzende der Sekitsch-Feketitsch Abteilung des Donauschwäbischen Vereins.

Wir gedenken jetzt an die Deutschen, die aus der Österreich-Ungarischen Monarchie und dem Heiligem Römischen Reich deutscher Nation 1786 in Sekitsch angesiedelt wurden. Das Dorf hatte ganz bis 1944 5000 deutsche Einwohner, doch dann wurden diese vertrieben.

Dank der Heimatstube, die die Familie Eisele eröffnet hat, ist ein kleiner Teil von der Geschichte, die 1944 brutal gelöscht wurde, zurückgebracht – sagte Hartmann. Er ist der Meinung, dass man Nationen auf eine Weise versöhnen kann, und zwar indem sie sich kennenlernen und eine Lehre aus den Grausamkeiten dieser Geschichte ziehen.



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 179 vom 1. Mai 2016


Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“.


In diesem Jahr feiert unser Sekitsch im Mai sein 230jähriges Bestehen seit der Ansiedlung im Jahr 1786. Zu diesem Anlaß habe ich im Heimatbuch von Johan Jauß, zum 100 jährigen Bestehen von Sekitsch nachgelesen. Welche Grußworte hat er im Jahr 1886 für Sekitsch niedergeschrieben und wie ist sein Festgruß heute noch anzuwenden. Wie sind seine wohlwollenden Grüße und Gedanken zur heutigen Zeit in unserem Vereinsleben noch zu verstehen.

 

Festgruß

Zum Szeghegyer Fest-und Jubeljahr 1886

 

Ein erhebendes, ein freudiges und wonniges Gefühl, bemächtigt sich meiner, bei dem Gedanken, und in dem Bewußtsein, der erste zu sein, der dir mein liebes „Szegheghy“ zu deinem hundertjährigen Geburtsjahre und Geburtstage als Gratulant sich nahet, und als solcher hiemit vor dir erscheint.

Was wünsche ich dir liebes „Szeghegy“ was wünsche ich euch lieben Mitbürger zu diesem Fest- und Jubeljahre, was erflehe ich von dem Allerhöchsten für „Szeghegy für uns alle, für das „Szeghegy“ der Gegenwart, und für das „Szeghegy“ der Zukunft, was erflehe und erbitte ich, gelegentlich dieses Fest- und Jubeltages?

Gottes reichsten Segen; denselben Segen, der „Szeghegy“ im ersten Jahrhundert seines Bestandes, so sichtbar und reichlich zu Theil geworden ist, derselbe weiche nie und nimmermehr von dieser Gemeinde. Der Allmächtige nehme diese Gemeinde in seinen besonderen Schutz, wende sowohl von derselben, wie von allen und jedem einzelnen Bewohner derselben, jedes Unglück, für alle Zeiten gnädiglich ab, und überschütte dieselbe, und dieselben, für und zu allen ferneren Zeiten, mit seinem reichsten Segen !

Ein schönes, herrliches und erhebendes Wort das Wort:

Fest- und Jubeljahr !

Der Verfaßer, Johan Jauß, in Szeghegy (Sekitsch)

 

Auf die heutige Zeit übertragen ist klar, diesen Werdegang und die Auflösung der Dorfgemeinschaft im Jahr 1944 konnte sich niemals jemand vorstellen und das bittere Ende mit Flucht und Vertreibung. Was uns jedoch geblieben ist, ist die Gemeinschaft der Sekitscher Landsleute in dem Vereinsleben und der Zusammenhalt über jegliche Grenzen hinweg. Seine guten Gedanken zum Gedeihen haben sich fortgesetzt und wir haben für unser Sekitsch viel erreichen können. Wir feierten im Jahr 1986 das 200jährige in Groß Umstadt. Pflegen die Kontakte zu den heutigen Bewohnern von Lovćenac, haben die Gedenkstätte vom 1.Weltkrieg und auf dem Weingärtner Friedhof den Gedenkstein für alle Sekitscher in der ganzen Welt. Seit Oktober 2015 das Museum zur Erinnerung an Sekitsch und viele Niederschriften wie z.B. Ortssippenbuch und Bildband.

Wir können stolz sein, auf Sekitsch und seine Dorfgemeinschaft.

 

Ihre Helga Eisele, geb. Tauss, 1.Vorsitzende

 


Jahreshauptversammlung am 09.April 2016 in Böchingen/Pfalz

 

Der Einladung zur Hauptversammlung waren 21 Personen gefolgt, und wir konnten um 10.20 Uhr beginnen. Unser am weitesten angereister Gast war unser Sekitscher Landsmann Manfred Hunsinger, aus St.Ulrich, in Österreich. Als Vertreter der jungen Generation hatte er dann auch seinen Sohn Hendrik dabei, den wir bereits bei der Versammlung im Jahr 2011 kennengelernt haben. Der Hausherr und Gastgeber Reinhold Walter, begrüßte uns mit Kaffee und Hermine Hänle und Ehemann Wolfgang, verwöhnten uns wieder mit einem schwäbischen Hefezopf. Bei soviel liebevoller Fürsorge macht eine Versammlung in den Räumen des Südostdeutschen Museum in Böchingen richtig Spaß.

Tagesordnungspunkt 1-5 konnten wir zügig abarbeiten und Kassier sowie Vorstand wurde entlastet. Jeder hatte wieder eine gute und zufriedenstellende Arbeit für den Verein geleistet und Lob und Anerkennung wurden ausgesprochen. Grundsätzlich kam jedoch die fehlende Spendenbereitschaft der Landsleute ins Gespräch und Vorstand sowie der Kassier bitten darum dem Verein verlässlich mit Spenden zu helfen, damit wir weiterhin die Vereinsarbeit leisten können.

Tagesordnungspunkt 6 Heimatmuseum in Sekitsch, heute Lovćenac, wurde mit einem Bildvortrag begleitet, und die Anwesenden hatten Gelegenheit sich ein Bild von der Ausstellung zu machen und die Text- und Bildtafeln mit der Beschreibung über das Leben im ehemaligen Sekitsch zu sehen. Die Fertigstellung und Eröffnung am 22.Oktober 2015 wurde nochmals ausführlich besprochen.

Jetzt arbeitet der Verein an der personellen Besetzung und den Öffnungszeiten im Museum. Dazu soll die Gemeinde Lovćenac eine geeignete Person vorschlagen. Sobald die Öffnungszeiten und die Kontaktadresse festgelegt ist, soll mit einer Broschüre und dem Einbringen in die sozialen Netze begonnen werden.

Vorab wurde ein Flyer zur Ausstellung im Museum an die Anwesenden ausgehändigt und wird künftig dem Schriftwechsel innerhalb der HOG beigelegt werden.

Tagesordnungspunkt 7 war der 230jährigen Ansiedlung von Sekitsch in diesem Jahr gewidmet. Wir sprachen darüber wie schwer es die Ansiedler hatten und welche großartige Kulturlandschaft sie damals geschaffen haben. Für die Reise im Mai haben sich auch Landsleute angemeldet und werden einige Tage in der alten Heimat verbringen.

Tagesordnungspunkt 8 das Treffen in Freinsheim soll wieder am 11.Juni 2016 Beginn 11 Uhr stattfinden. David Taus wird alles organisieren und bittet um zahlreiche Anmeldung. Die Einladung erfolgt im Sekitscher Bote 1.Mai 2016 Tagesordnungspunkt 9 bringt eine Veränderung im Versand der Glückwünsche an die Jubilare und die Texte der Glückwünsche im Sekitscher-Bote. Doris und Gottfried Karbiner geben nach vielen Jahren der Vereinsarbeit diese Tätigkeit ab und übergeben an Jutta und Alfons Mathes, in Mauer. Frau Jutta Mathes geborene Becker, die Familie stammt aus Sekitsch, und ihr Mann freuen sich auf diese schöne Vereinsarbeit. Wir vom Vorstand bedanken uns sehr herzlich für die Mitarbeit und wünschen ihnen viel Freude im neuen Amt.

Für die geleistete Arbeit geht ein großes Lob an Doris und Gottfried Karbiner. Sie haben diese Tätigkeit mit viel Liebe für die Landsleute ausgefüllt, und selbst Telefonate zu den Jubilaren nach Übersee wurden getätigt.

Die Versammlung schließt um 13 Uhr, gemeinsam gehen wir jedoch noch alle ins Weingut Marienhof in Flemlingen und genießen dort ein köstliches Mittagessen. Jetzt beginnen auch die intensiven Gespräche der Landsleute an den runden Tischen und bei guter Stimmung lassen wir die Versammlung ausklingen.

 

Ihre Helga Eisele geb. Tauss 1. Vorsitzende

 

 

Hinweis auf die CDs

 

200 Jahrfeier von Sekitsch im Jahre 1986 in Groß Umstadt

Die Doppelausgabe kostet mit Versand Euro 30,--

Hier wurden aus einer Original-VHS Kassette aus der Veranstaltung 2 CDs bespielt und haben eine Dauer von ca. 60 Minuten.

 

„Sekitscher Bildband“ und das Heimatbuch von Johan Jauß, „Szeghegy im ersten Jahrhundert seines Bestandes“ kostet bei Bestellung von beiden CDs mit Versand Euro 15,--

Mit diesen Bestellungen unterstützen Sie die Vereinsarbeit, und bringen einen Teil des Betrages als Spende ein.

 

Ihre Bestellung richten Sie bitte an: Helga Eisele, Tel.-Nr.

07151/35760 oder an Email Adresse helgaeisele@aol.com



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 178 vom 1. März 2016



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, zu unserer Jahreshauptversammlung am

09.April 2016 in Böchingen lade ich Sie herzlich ein.

 

Ich hoffe Sie haben das Jahr 2016 gut angefangen und wünsche Ihnen  für die kommenden Monate alles Gute und vor allem Gesundheit. Dieser Wunsch nach einer guten Gesundheit ist in den jungen Jahren einfach so dahin gesagt, aber kommt man dann in die Jahre so sind die fehlende Gesundheit und Einschränkungen im täglichen Leben oft der Grund, nicht mehr mobil zu sein. So geht es leider auch in unserem Verein und in der Gemeinschaft der Landsleute.

Oft erhalte ich Nachricht, dass man ja gerne der Einladung folgen würde und man sich auf ein Treffen mit den Landsleuten freut, aber leider geht es dann aus gesundheitlichen Gründen nicht. Der Lebenspartner ist krank oder verstorben und allein findet man nicht die Kraft diese Anreise zu bewältigen. Zu den Feiertagen und dem Jahreswechsel habe ich viele liebe Briefe und Telefonate von Sekitscher und Feketitscher Landsleuten erhalten und leider müssen sie oft die Einladungen zur Versammlung oder eine Reise nach Sekitsch absagen. Die Kinder oder die Enkel haben leider keine Zeit, oft auch kein Interesse an der Vereinsarbeit und einem Treffen, obwohl es doch für die ältere Generation ein schönes Erlebnis ist, noch einmal über die alte Heimat zu sprechen und nach den Nachbarn zu fragen. Wer lebt heute wo und geht es ihnen gut? Ich bin immer wieder überrascht, wenn mir am Telefon ein ganzer Straßenzug vom Dorf aufgezählt wird, wo damals die Schulkameraden gewohnt haben. Sprechen Sie doch einfach Ihre Lieben darauf an und vielleicht steht Ihnen dann doch ein Familienangehöriger für die Fahrt zur Versammlung oder dem Sekitscher Treffen zur Verfügung. Auch machen neuerdings manche Landsleute eine Fahrgemeinschaft und kommen schon mal in der Gruppe zur Versammlung. Gerade bei der jährlichen Versammlung stellt sich heraus, dass uns die Nachfolgegeneration fehlt. Um weiterhin die Vereinsarbeit leisten zu können, brauchen wir den Nachwuchs. Deshalb die große Bitte, sprechen Sie mit Ihren Kindern oder Enkeln, bringen Sie die Familie mit und genießen Sie einen schönen Tag in den Räumen des Museums der Südostdeutschen, in Böchingen.

Dass ich heute dieses Thema „Nachwuchs“ so hartnäckig bearbeite, liegt auch daran, dass wir in diesem Jahr 230 Jahre Sekitsch nach der Ansiedlung feiern können. Ein lebendiges Erinnern an das Dorf und seine Bewohner kann nur weiterbestehen, wenn der Wille zur Gemeinschaft weitergegeben wird und besteht. Im Jahr 2015 hatten wir viele Besucher von Alt und Jung in den Dörfern und sie waren auf der Suche ihrer Vorfahren. Mit allen habe ich gesprochen, oft war ich sogar dabei und keiner hat die Reise bereut oder schlechte Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil, Vieles kam wieder in Erinnerung und konnte vor Ort noch einmal erlebt werden.

 

Ihre Helga Eisele, geb.Tauss, 1.Vorsitzende

 

 

Einladung und Tagesordnung

 

1. Begrüßung und Eröffnung

2. Bericht der Vorsitzenden

3. Bericht des Kassiers

4. Bericht der Kassenprüfer

5. Entlastung des Vorstandes

6. Heimatmuseum in Sekitsch 

7. 230 Jahre Ansiedlung Sekitsch   

8. Treffen der Sekitscher und

   Feketitscher in Freinsheim  

9. Verschiedenes

 

 

Aktion

 

Im Jubiläumsjahr – Sekitsch – schicken wir gegen eine angemessene Spende ein Buch aus unserem Vereinsarchiv. Z.B. „Ortssippenbuch Sekitsch 1786 bis 1944“ oder „ Die Donauschwaben – The Danube Swabjans“ von Jeanne J. Nebel USA.

Bitte geben Sie auf der Überweisung Ihre vollständige Postadresse an.

 

Unser Verein hat folgendes Konto:

 

Kreissparkasse Ludwigsburg

IBAN:DE 93604500500008976693

SWIFT-BIC: SOLADES 1 LBG

 

 

Karl-Heinz Tauss, herzlichen Glückwunsch zum 80.Geburtstag!

Sein bewegtes Leben, rückblickend gewidmet von seinem Freund und Cousin Manfred Hunsinger.

 

Karl-Heinz und ich  

 

Geboren am 18.Februar 1936 in Neu-Werbaß,verbrachte K.-H.Tauss seine Kindheit in Sekitsch.

1936. Olympische Spiele. Die Flamme wird durch unser Dorf getragen. Ein deutsches Dorf in der Batschka. In Jugoslawien.

Es heißt Sekitsch und hier werden Karl-Heinz und ich, Manfred, geboren. An diesem Tag sind wir gerade vier Monate alt und uns steht zunächst eine unbeschwerte Kindheit bevor. Karl-Heinz ist mein Cousin. Sein Vater ist Arzt in unserem Dorf, meine Mutter, seine Schwester, Wirtin im elterlichen Wirtshaus. Früh verlor er seine Mutter. Katharina Kinkel, seine „Katigot“, führte danach den Haushalt und gab dem Jungen Geborgenheit. 

Wir spielen viel zusammen. Er „liest“ mir vor, indem er auswendig Gelerntes aufsagt. Oft sitzen wir dabei unter dem Billardtisch. Wir sehen und hören: Das Kommen und Gehen der Gäste, ihre Stimmen. Die Stimmen werden lauter....

Karl-Heinz kommt in die Schule. Ich nicht. Ich habe eine Lungenentzündung. Eine Lehrerin kommt ins Haus.

Zeitwende. 10.Oktober 1944, Karl-Heinz wird in eine ungarische Schule versetzt. Sein Vater muss als Arzt an die Front. Meine Mutter und ich müssen fliehen. Vor den Russen. Deutsche Soldaten nehmen uns mit. Sie sind auf dem Rückzug. Später wird Karl-Heinz von seinem Vater über die Grenze gebracht. Wir werden von Lager zu Lager verlegt und in einem treffen wir uns wieder. Wir büffeln zusammen deutsche Grammatik und freuen uns über ein Stück Brot.

1947. Als Flüchtlingskinder werden wir von unseren Mitschülern abgelehnt, oft verprügelt und beschimpft. Karl-Heinz geht in eine

andere Schule, aber wir treffen uns oft. Beide bestehen wir die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium. Wir machen lange Fahrrad- ausflüge zusammen. Die Straßen sind noch leer. 1957 machen wir das Abitur und beginnen in Tübingen mit dem Studium. Wir wohnen zusammen. Wir sollen Lehrer werden. Ich werde auch einer, aber Karl-Heinz will Schauspieler werden. Nach dem Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Tübingen und München folgte

die Ausbildung zum Schauspieler. Dorthin fahre ich gelegentlich und wir besuchen die Schwabinger Studentenkneipen. K.-H.Tauss arbeitete u.a. auch als Dramaturg und Regisseur an den Theatern in Heidelberg, Stuttgart und Bremen.

Mich zieht es an andere Universitäten und in die USA. Als ich meine erste Stelle antrete, ist Karl-Heinz schon längst ein bekannter Schauspieler in München, Stuttgart und Heidelberg, wo ich viele seiner Vorstellungen besuche. In Bremen lässt er seine Karriere ausklingen, wo er heute noch wohnt mit seiner Frau Hanne.

Die beiden Töchter leben in der Nähe. Auch ich gehe in Pension. In der Südpfalz. Wir sehen uns nur noch selten. Die Entfernung ist zu groß. Aber 2011 erfüllen wir uns, zusammen mit unseren Ehefrauen, einen langgehegten Wunsch: Wir besuchen unseren Geburtsort. Wir stehen vor den Häusern, in denen wir auf die Welt kamen, stehen auf den Plätzen, wo wir spielten, gehen die alten Wege und besuchen den artesischen Brunnen, aus dem wir tranken. Lebendig und kraftvoll kehrt die Erinnerung an unsere ferne, glückliche Kindheit zurück. Was war alles seitdem geschehen: Flucht, Not, Kriegsfolgen, Familie und viele glückliche Jahre. 2016, nun genießen wir unseren Lebensabend und wenn wir uns sehen, erinnern wir uns unserer gemeinsamen Lebensgeschichte.                 

 

Karl-Heinz Tauss ist vielseitig begabt. Er malt und schreibt Lyrik und Prosa. Beispiele seiner Erzählkunst finden sich in dem Buch „Aus dem Gepäck der Kriegskinder“ (Herausgeber Inge Buck) Edition Falkenberg Bremen 2014

 

Sekitsch – ein Dorf in der Batschka, Spätsommer 1944

 

Wir saßen im Keller.

Und hatten Angst.

Von der Straße, die an der Mühle vorbeiführte,

hörten wir die Motoren

und das Rasseln der Panzerketten

der zurückweichenden deutschen Truppen.

Die nachrückenden Russen beschossen

über die Mühle hinweg

die Fliehenden und das Dorf

aus Panzern und Kanonen.

 

Als es in der Morgendämmerung längere Zeit

ruhig geblieben war,

führte der Otata uns Kinder

auf die Brache bei der Mühle

und zeigte uns den Krater,

den ein Geschoss in den Acker gegraben hatte.

So hörte bei uns in der Ebene zwischen den Flüssen

der Krieg auf.

 

Dann kamen die Partisanen

aus ihren Verstecken im Mais

und erschossen in der folgenden Nacht

einen Onkel von uns.

 

K.-H.Tauss

 

 

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Vor einiger Zeit habe ich im Boten über das Österreichische Projekt ANNO berichtet. Hier nun ein

weiterer Artikel aus einer alten Zeitschriften, der vielleicht noch unbekannt ist. Diesmal geht es um

Bauern und Schurken, die mit der Batschka und Feketitsch in Verbindung gebracht werden.

Viel Spaß beim Lesen

Ihre Brigitte Wolf

 

 

Die Agramer Zeitung vom 18.11.1911 schreibt:

 

„Der Schrecken der Bačka“

 

In Klenak wurde vorgestern der berüchtigte Räuber und Wegelagerer Johann Egri dingfest gemacht, der schon wiederholt verhaftet war, aber einigemale aus der Haft entsprungen ist. Egri begann seine Verbrecherkarriere mit kleineren Diebstählen, dann kaufte er sich Wagen und Pferde, organisierte eine Räuberbande und veranstaltete bald da, bald dort Raubzüge. Er plünderte im Jahre 1907 zuerst einige Insassen der Gemeinde Cservenka aus, worauf er seine Tätigkeit nach Palanka verlegte.

Im Jahre 1908 raubte er in Feketehegy einen wohlhabenden Bauern aus, der jedoch dem Räuber nachschoß und die Bevölkerung alarmierte, die eine förmliche Hetzjagd nach ihm veranstaltete. Wiewohl Egri aus seinem Revolver nach rechts und links Schüsse abfeuerte, wurde er an einer Gassenkreuzung von vier Burschen überwältigt und dingfest gemacht. Die Gendarmerie brachte Johann Egri in den Arrest des Topoljaer Bezirksgerichtes, von wo Egri am folgenden Tage Reißaus nahm.

Von da ab war er der Schrecken der ganzen Bačka. Er lauerte in der Nacht auf der Landstraße den heimkehrenden Wagen auf, brachte oft die wildesten Pferde durch einen Griff am Halfter zum Stehen und schwang sich schon im nächsten Moment auf den Bock, wo er dem Lenker des Wagens einen Revolver an die Brust setzte. Diese Umtriebe dauerten etwa vier Monate.

Die gesamte Gendarmerie war sozusagen nur damit beschäftigt, den gefürchteten Räuber festzunehmen. Dies gelang auch in einem Weingarten nächst Zombor, wo sich Egri bei seiner Geliebten in einem Winzerhaus aufhielt.

Während seine Geliebte in der Stadt weilte, wurde das Winzerhaus von der Gendarmerie in der Nacht umzingelt und Egri nach heftiger Gegenwehr festgenommen. Vorsichtshalber wurde er diesmal in Ketten gelegt und nach dem Szegediner Sterngefängnis eingeliefert. Als die Gefängniswächter drei Wochen später nach einer stürmischen Nacht die Zelle des Räubers betraten, fanden sie nurmehr eine englische Feile vor, denn Egri hatte das Fenstergitter durchfeilt und war, indem er sich am Blitzableiter hinabgleiten ließ, entsprungen. Seitdem fehlte von ihm jede Spur.

In der vorigen Woche erhielt nun der Topoljaer Oberstuhlrichter die anonyme Anzeige, daß Egri sich in der Gemeinde Klenak aufhalte. Gendarmen aus Topolja begaben sich nach Klenak, wo sie zuerst feststellten, daß sich Egri wirklich in dem bezeichneten Hause aufhalte. Sie drangen in das Haus ein.

Der Räuber war eben mit Mais rebeln beschäftigt, als die Gendarmen das Zimmer betraten, in welchem er sich aufhielt. Er begrüßte die Gendarmen lächelnd und bemerkte ganz ruhig: „Nun also, ich habe gewußt, daß man mich finden wird. Ein Mann wie ich kann sich vor der Welt nur schwer verstecken“.

Neben dem ungeheizten Ofen saß ein blasses Bauernweib. Es war die Frau des Räubers. Egri ließ sich ruhig die Ketten anlegen und wurde zuerst dem Rumaer Bezirksgericht und von dort dem Gefängnisse der Neusatzer Staatsanwaltschaft eingeliefert.

 

Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“Nr 177 vom 1. Dez. 2015


Erinnerungen an Sekitsch Museum der donauschwäbischen Siedler,

Aus einer Heimatstube wurde ein Museum, geschaffen unter fachlicher Leitung und der Qualifikation der Mitarbeiter des Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM)in Ulm und dem Museum Wojwodina(MV)in Novi Sad. Bereits im letzten Boten vom 1.September habe ich Ihnen berichtet,dass wir mit der Fertigstellung des Museums in Sekitsch dem Ende zu gehen und die Eröffnung ansteht.

Nach 3 Jahren, in denen sich nicht viel bewegt hat, wurde nun für uns überraschend das Museum in Lovćenac mit der Ausstellung über Sekitsch fertig. In der Versammlung im April 2015 haben wir in der HOG das Konzept besprochen und die Finanzierung geregelt. Nun war es endlich soweit: In Zusammenarbeit mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm und dem Museum Wojwodina in Novi Sad wurde in der Woche vom 19.Oktober bis zur Eröffnung am 22.Oktober 2015 die Ausstellung aufgebaut, die Texttafeln angebracht und alles fein herausgeputzt. Der Eröffnungstermin stand fest und die Einladungen waren ausgesprochen worden. Pünktlich um 12 Uhr kam auch die Sonne hinter den Wolken hervor und wir planten eine Begrüßung vor dem Haus und eine Bewirtung der Gäste. Leider kam der Termin zu der Eröffnung am 22.10.2015 um 17 Uhr sehr kurzfristig und aus der HOG, Vorstand und Beiräte, konnte niemand anwesend sein.

 

 


Umso mehr habe ich mit ganzem Herzen diesem so wichtigen Tag entgegen gearbeitet im Vertrauen darauf, dass wir in der HOG etwas Großartiges geschaffen haben. Alle diese Bemühungen um das Museum Sekitsch hat mein Mann Peter von der ersten Stunde an unterstützt und unendlich viel Zeit und Arbeit eingebracht. Ohne seine Hilfe wäre kein Hausumbau zustande gekommen, oder das Museum ausgebaut worden. Somit geht mein großer Dank an einen Nicht-Sekitscher, obwohl er von sich behauptet, dass er mehr Sekitscher ist als ich und er ja schon monatelang dort lebt. Wir haben im Dorf Lovćenac immer Hilfe angeboten bekommen und unsere Fragen zum täglichen Leben, „Wo gibt es dies und das?“ und „Wo kaufen wir ein?“, wurden uns stets freundlichst beantwortet. Heute gehören wir dazu und sind willkommen. Dieses ganze Projekt, unser Hauskauf und der Ausbau des Museums, konnte nur mit der Hilfe unserer Freunde Ida und Walter in Mali Idjos funktionieren. Ida spricht Deutsch, Ungarisch und Serbisch und ihr Mann Walter ist stets zur Stelle, wenn es Probleme gibt. Inzwischen gehören auch unsere Nachbarn Valeria und Zdravko zum Stamm der verlässlichen Helfer. Der Kreis unserer Freunde und Helfer wurde mit der Zeit immer größer und auch in Feketitsch haben wir Freunde gefunden: Anruf genügt und schon wird uns gerne geholfen. Es ist schön diese Freundschaften in der für uns neuen Umgebung zu haben. Landsleute aus Sekitsch und Feketitsch haben diese Gastfreundschaft dort selbst schon erlebt. Und deshalb gibt es immer viele Grüße für Zuhause in Deutschland an die Landsleute. Verbunden sind sie immer mit der Aufforderung, bald wieder zu kommen.

Alle meine Bemühungen um das Museum Sekitsch hätten keinen Erfolg gehabt, hätte nicht unser vorheriger Vorstand und die Beiräte schon in 2005 die freundschaftlichen Beziehungen zu Feketitsch und Lovćenac aufgenommen und gepflegt. Oswald Hartmann und sein Bruder Dr.Roland Hartmann haben für den Verein und die Landsleute das Vertrauen in unsere Arbeit hergestellt und immer unterstützt. Oswald hat mit mir viele Besuche in den Rathäusern gemacht und mich als seine Nachfolgerin vorgestellt. Gemeinsam haben wir am 2.September 2009 an der Gründung des Vereins „ Neuer Anfang“ in Feketitsch teilgenommen. Seine vielseitigen Bemühungen um den Kontakt zu der neuen Bevölkerung in den alten Dörfern unserer Vorfahren haben mir die Arbeit erleichtert und ich bin ihm sehr dankbar. Viele Türen waren mir geöffnet worden und auch heute noch fragen die Bürgermeister nach seinem Befinden und wann er wieder komme.

Der 22.Oktober 2015 war der Tag der Eröffnung und Fertigstellung des Museums in Sekitsch. Nachdem das Wojwodina Museum seine Arbeit wieder aufgenommen hatte, musste nun alles sehr schnell gehen.

Von Deutschland wurden die Bild-u.Texttafeln im Gepäck der Mitarbeiterin des DZM Ulm Frau Leni Perenčević, eingeflogen. Sie hat zusammen mit dem Kollegen des VM Novi Sad Herrn Šekaric die fachliche und wissenschaftliche Arbeit zur Ausstellung eingebracht. Die Feierlichkeit konnte pünktlich um 17 Uhr beginnen und die Gäste schauten sich interessiert die Ausstellung an. Die nachfolgend aufgeführten Redner haben zum Entstehen dieses Projektes ausführlich gesprochen:

Helga Eisele, Vorsitzende der HOG Sekitsch-Feketitsch

Dr. Ozer Agnes, Direktorin des Wojwodina Museum in Novi Sad

M.A.Christian Glass, Museumsleiter Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum in Ulm.

Iris Mann, Bürgermeisterin der Stadt Ulm und Bürgermeister

Marko Rovčanin, von der Gesamtgemeinde Mali Idjos.

Weitere Gäste kamen aus Sombor, Anton Beck und sein Team waren vertreten. Herr Masic aus Apatin, er unterhält eine Sammlung an Kirchenbücher und lädt zum Besuch nach Apatin ein. Kultusministerium der APV, Ortssekretäre, Bürgermeister und Schulleiter von Feketitsch und Lovčenac. Es wurden Interviews für die Zeitung Magar SZO sowie für die regionalen Fernsehstationen aufgenommen. Bereits am Abend waren wir mit unserer Eröffnungfeier im TV und Internet zu sehen.

Gleichzeitig war auch im Kulturhaus des Montenegrinischen Kultur-Vereins eine Ausstellung über Familien der neuen Bevölkerung aus Montenegro. Veranstalter Nenad Stevović zeigte viele Fotos in schönen Rahmen von den Familien der Kolonisten nach 1945.

BM Marko Rovčanin bat die Gäste aus Novi Sad und Deutschland zu dieser Ausstellung zu kommen und wir sind gerne dieser Einladung gefolgt, passte doch diese Ausstellung auch in die Eröffnung unseres Museums Sekitsch. Hier die Siedler von 1786 und die neuen Kolonisten nach dem 2. Weltkrieg.

Rückblick auf die Geschichte und die Ansiedlung in Sekitsch 1786

Am 4.Mai 1786 erfolgte die Übernahme der Häuser in Sekitsch.

Dieses Datum der 230-jährigen Wiederkehr der Gründung unseres Heimatortes Sekitsch sollten wir feiern.

 

Mein Vorschlag ist es für den Monat Mai 2016 eine gemeinsame Zeit in Sekitsch zu verbringen. Ich melde es deshalb so frühzeitig an, damit genügend Zeit für die Planung bleibt. Die Anreise sollte jeder selbst gestalten, mit Flugzeug bis Belgrad und evtl.weiter mit einem Mietwagen oder gleich mit dem eigenen Auto.

Damit wir nicht auf einen Tag oder ein Wochenende festgelegt sind, wird es über den ganzen Monat Mai hinweg ein Programm geben.

Bei der Unterkunft kann ich mithelfen und in Feketitsch und Mali Idjos Zimmer bestellen. Dieser Termin bietet sich auch an im Hinblick auf die nun erfolgte Eröffnung unseres Museum Erinnerung an Sekitsch. Das Museum ist ausgestattet als ein Ort, an dem die Heimat gezeigt wird. Wie die Siedler durch ihre mühevolle Arbeit die Familie ernährt haben. Alles das sind vielseitige Themen in der Ausstellung und auch in der Literatur, die in der Bücherei zur Verfügung steht. Alles ist ausführlich beschrieben in deutscher und serbischer Sprache. Für die Zukunft soll es auch ein Ort der Begegnung sein, an dem wir uns austauschen können und Freunde finden. Ich freue mich auf zahlreiche Besucher und heiße Sie schon heute herzlich Willkommen in Ihrem Sekitsch.

 

Ihre Helga Eisele, geb.Tauss, 1.Vorsitzende

 

AKTION

 

Bildband Sekitsch und Heimatbuch Johan Jauß, Szeghegy im ersten Jahrhundert seines Bestandes. Als Geschenk zu Weihnachten schlagen wir den Kauf der CD-Doppelausgabe vor, zum Preis von Euro 15.--

zu bestellen bei helgaeisele@aol.com oder Telefon:07151-35760

 

Warum verläßt man seine Heimat, um sich in der Fremde anzusiedeln?

 

In meiner eigenen Familie (mütterliche Linie) entschloss sich 1786 Eberhardt Friedrich Kinkel im Alter von 45 Jahren zusammen mit seiner Frau und neun Kindern (zwischen 1 und 17 Jahren) das kaiserliche Angebot anzunehmen, Württemberg zu verlassen und sich im menschenleeren Südungarn ansiedeln zu lassen. Er war kein Einzelfall. Damit erhebt sich die Frage, welchem Leidensdruck muss man ausgesetzt sein, um solch eine Entscheidung zu treffen?

Am 8. Juni 1783 brachen auf Island die Laki-Krater aus und spien 8 Monate lang riesige Mengen an Asche, Gas und vor allem Schwefeldioxid aus, die sich über Europa ausbreiteten. Bereits 1783 war es dadurch zu Hungersnöten in Europa gekommen. In der weiteren Folge kam es aber im Winter 1783/84 zu extremer Kälte mit ungewöhnlich viel Eis und Schnee, die bis Februar 1784 anhielt. Danach begannen die Eismassen in einem recht kurzen Zeitraum zu schmelzen, in der es auch noch viel regnete. In vielen Städten kann man heute noch die Hochwasserstände von damals ablesen. Die Hungersnot hielt vermutlich bis 1785 an (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimaforschung-toedliche-saeure-aus-islands-vulkanen-a-787273.html). Unter solchen Umständen wird es verständlich, wenn man in der Heimat keine Chancen mehr sieht, das tägliche Brot für die eigene Familie zu erwirtschaften. Wer würde da nicht nach Alternativen schauen, zumal die sozialen Umstände bereits vor dieser Wetterkatastrophe das Leben schwer machten?

Da kam die Resolution Nr. 558 von Kaiser Joseph II. vom 23. Januar 1784 gerade recht. Sie versprach, dass die Einwanderer mit Grundstücken, Häusern und den erforderlichen Hilfsmitteln zu versehen sind. Unter diesen "Hilfsmitteln" waren Zug- und Nutztiere, Wägen, Pflüge und landwirtschaftliche Gerätezu verstehen. Den Siedlern wurden darüber hinaus 10 Freijahre gewährt, eine Befreiung von allen herrschaftlichen Abgaben und Dienstleistungen auf den Kameralgütern. Angesprochen wurden dabei "alle Ackersleuthe, wenn sie von mittleren Jahren, wohlbestellter Leibes Constitution und 100 Gulden an Vermögen mit sich bringen, nicht minder alle Müller, Tischler, Zimmer-Leuthe und Comercial Professionisten". Die Forderung nach einem Mindestvermögen wurde später fallen gelassen (http://www.suedostdeutsche.de/3-gr-schwabenzug.html).

Machen wir uns einmal die Mühe, den Wert dessen, was eine Familie bei der Ansiedlung erhalten hat, nach Kaufkraft in Euro abzuschätzen. In „Johann Eimann, Der Deutsche Kolonist, Nachdruck 2013 von 1822, Seite 57“ steht, dass der Gegenwert dessen, was eine Familie erhalten hat im Durchschnitt 500 Gulden entsprach (berechnet 1789). Nach Seite 53 des gleichen Werkes erhielt eine Familie entweder eine Kuh oder 18 Gulden; mithin entsprach eine Kuh 18 Gulden. Aus dem Internet kann man entnehmen, dass eine Kuh heute zwischen 300 und 1700 Euro kostet (z.B. http://www.landtreff.de/wieviel-kostet-eine-kuh-t52849.html) Da die Kühe heute eine höhere Milchleistung bringen als früher, sollte hier eher vom unteren Ende des Bereichs ausgegangen werden, sagen wir 540 Euro, was bedeutet, dass ein Gulden in Kaufkraft etwa 30 Euro entspricht. Aus Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Gulden#Wert) läßt sich entnehmen, dass ein Gulden 1700 eine Kaufkraft von 40-50 Euro (2009) hatte, während der 1850 bei 13,40 Euro lag (http://www.1133.at/document/view/id/475). Für die Zeit der Besiedlung erscheint ein heutiger Kaufkraftwert von ca. 30 Euro für einen Gulden deshalb als vertretbare Näherung.

Das heißt dann aber, dass eine Familie 500x30= 15.000 Euro für die Ansiedlung an Werten erhielt. Insgesamt haben die Habsburger 2 mio. Gulden allein für die Ansiedlung im Bacser Komitat, also der späteren Batschka, investiert (aus dem obigen Buch von Joh. Eimann), was nach Kaufkraft 60 mio. Euro heute entspricht, inklusive einer kostenfreien Anreise.

Die Entscheidung der Ansiedler nach Südungarn auszuwandern, war deshalb vermutlich von 2 Hauptmerkmalen getragen:

  1. Hungersnöte als Folge des Ausbruches der Laki-Krater, die die bereits bestehenden schlimmen sozialen Lebensumstände weiter verschärften

  2. Das verlockende, großzügige Angebot des Kaisers, das den meisten wie ein Traum erscheinen musste

Damit wird verständlich, warum der Weg in eine ungewisse Zukunft auch mit 9 Kindern die bessere Alternative fürs Überleben war.

Dr. Erwin Böhm

 

 

 

Manfred Hunsinger, geboren am 24.März 1936 in Sekitsch berichtet über die Zeit seiner

Flucht aus Sekitsch an der Seite seiner Mutter Katharina Hunsinger geb.Tauss

 

M e i n e F L U C H T (9.Oktober 1944 – 5.Mai 1947)

 

Am 9.Oktober 1944 standen wir reisefertig vor unserem Haus in Sekitsch, Zweite Reihe, Nr. 459. Meine Mutter, in der einen Hand ein kleines Köfferchen,in der anderen fest meine kleine Hand. Dabei stand weinend meine Oma. Sie wollte auf das Haus aufpassen, bis wir wiederkämen…

 

Dann kam der LKW des deutschen Militärs mit einem daran gehängten Personenwagen der deutschen Wehrmachtsstreife mit Hauptmann Rose und drei weiteren Soldaten. Im LKW saßen neben dem Fahrer noch drei weitere Soldaten und zwei weitere halfen uns beiden auf den geräumigen Wagen, wo schon viele fluchtbereite Landsleute eng aneinandergedrängt saßen. Der Verschlag wurde hochgeklappt, wir winkten meiner Oma und dann fiel die Plane herunter und unser Fluchtfahrzeug setzte sich in Bewegung.

Ferner Kanonendonner beschleunigte die Fahrt, wir fuhren mitten durch kämpfende Panzer, am Himmel donnerten die Jagdflugzeuge. Im Auto herrschte Totenstille, durch jämmerliches Schluchzen unterbrochen…

Spät abends des gleichen Tages erreichten wir Budapest….

Wie ich später von der inzwischen verstorbenen Katharina Wagner, geb. Roth erfahren habe, waren außer meiner Mutter, Katharina Hunsinger, geb. Tauss und mir, Manfred, noch folgende Landsleute aus Sekitsch in dem Fluchtfahrzeug: Die Obige selbst, ihre Schwiegertochter desselben Namens mit den Kindern Max und Richard, dann die zweite Schwiegertochter Thea Wagner mit den Kindern Christl, Wolfgang und Volker, auch die Tochter Christine Scheer mit Töchterchen Frieda. Außerdem waren Blansch Joseph mit Frau und den Töchtern Hilda und Laura, Elisabeth Wagner mit den Kindern Gottfried, Thea und Horst, Bechter Barbara, geb. Roth, Jakob Bechtler mit Frau und den Töchtern Helene, Therese und Katharina, Elisabetha Scheer mit Tochter Theresia, Elisabeth Grau und Tochter, sowie Marta Sepper, Lydia und Sepp dabei.

In Budapest kamen meine Mutter und ich, sowie die Familie Jakob Bechtler bei Bekannten der Familie E.Sepper aus Sekitsch für 2 Tage unter und kamen dann in ein Durchgangslager. Die Anderen verloren wir aus den Augen.

Am 12. Oktober 1944 ging ein Transport nach Deutschland, der jedoch nach einem Zwischenfall am 16. Oktober 1944 in Knittelfeld in der Steiermark landete, wo wir in einer Schule mit Strohlager die Nacht verbrachten, als sich plötzlich herumsprach, es gäbe einen Transport nach Deutschland. Da aber Katharina wegen ihrer Behinderung ins Krankenhaus musste, verzichteten wir alle. In Knittelfeld bekamen meine Mutter und ich eine ziemlich große Wohnung in der Hautzenbichel Strasse zugewiesen, während die Bechtlers in der Bahnhofstrasse untergebracht waren. Als diese aber nach kurzer Zeit „ausgebombt“ wurden, kamen sie zu uns und wir waren jetzt 7 Personen. Kurz darauf musste auch Helene mit Mutter und den 2 Töchtern bei uns einziehen.

In all dem Durcheinander aber gelang es meiner Mutter einen Kontakt zu meinem Vater herzustellen, sodass wir ihn über Weihnachten 1944 in der Tschechei besuchen konnten. Die Umstände dieses Besuchs sind mir bis heute nicht klar. Ich weiß nur noch, dass mein Vater mit anderen uniformierten Soldaten dort mit uns Weihnachten feierte und wir eine köstliche Weihnachtsgans mit riesigen Knödeln zu essen bekamen. Sogar mein Onkel Lukas war als Zivilist dabei. Er kam extra aus Berlin, wo er an der Universität studierte…

Alsbald verließen die neun Bechtlers Knittelfeld mit einem Bus in Richtung Gaal , wo sie in das Jagdhaus 53 in einem tiefen Tal, der Ingering, einquartiert wurden. Da sie sich alleine vorkamen, baten sie darum, auch meine Mutter und mich in dem Jagdhaus unterzubringen Zunächst aber bekamen wir in dem Schloss von Gaal eine geräumige Wohnung, zogen aber nach einer Woche zu den Bechtlers in die Ingering. Wir waren wieder zusammen und blieben somit alle vom 2. März 1945 bis zum 10.September 1946 dort.

Ich besuchte dort die Schule in Gaal, hatte täglich zweimal die 12 km zur Schule zu Fuß zu gehen, während Katharina wegen ihrer Gehbehinderung Privatunterricht erhielt…

Eines Tages erhielten wir den Bescheid, dass ein Transport abginge. So verließen wir alle unser Jagdhaus, wurden mit dem Bus zum Bahnhof gebracht und verbrachten drei Tage, vom 11. bis 13. September 1946 in dem Eisenbahnzug, erreichten schließlich das Lager Eisenerz und blieben dort bis zum Ende des Jahres 1946, wo wir von amerikanischen Transportern mit Suppen und anderen Lebensmitteln versorgt wurden. „Hallo, Mister Bullok“ war das Zauberwort für uns Jungs immer wenn ein Flugzeug landete…

Bald darauf ging ein Transport nach Schirmitzbühel, der vom 1. bis 5. Januar 1947 dauerte, wo wir dann mit meinem Onkel Karl und Karl-Heinz zusammentrafen. Die Bechtler Familie ging ab da andere Wege.

Onkel Karl und meiner Mutter gelang es dann, nach zwei Monaten Aufenthalt, eine „Schwarzfahrt“ über die Grenze nach Salzburg Parsch zu organisieren. Dort arbeitete meine Mutter in der Lagerküche, während Onkel Karl uns mit dem Erlernen der deutschen Grammatik beschäftigte. Wir blieben dort gemeinsam bis zum 2.Mai 1947 bis sich dann unsere Wege trennten…

Meiner Mutter gelang es dann durch Bezahlen eines beachtlichen Geldbetrags – sie hatte viel von zu Hause in ihrer Unterwäsche aufbewahrt - einen Lokführer zu bestechen, uns beide über die deutsche Grenze zu schmuggeln. Durch ein Missgeschick allerdings verließen wir den Viehtransport etwas zu früh und mussten so unter mehreren Zügen hindurchschlüpfen bis wir im freien Feld waren. Wir schlichen in der Dunkelheit der Nacht durch das Gelände bis wir Licht in einem Häuschen erblickten. „Hallo“ rief meine Mutter verängstigt und eine Frauenstimme antwortete: „Seien Sie beruhigt, Sie sind in Deutschland“ und sie erklärte uns den Weg zum Bahnhof Teisendorf. Es war der 4.Mai 1947…

Zu diesem Zeitpunkt war mein Vater aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden und traf in Möhringen bei Stuttgart mit seiner Schwester zusammen, wohnte bei ihr und erfuhr von unserer Existenz. Wie das alles funktionierte ist mir ein Rätsel.

Jedenfalls kauften wir am Bahnhof Teisendorf eine Fahrkarte bis nach Stuttgart. Dort trafen wir in spät abends ein und da keine Straßenbahn mehr fuhr, marschierten wir mit unserem Köfferchen los, bergauf 16 km bis wir in der Morgendämmerung in Möhringen, Fleischhauer Strasse 32, meinen Vater in die Arme schließen konnten. Es war der 5.Mai 1947. Wir waren gerettet…

Zunächst wohnten wir bei meiner Tante Greta, Vaters Schwester, ihrer Mutter und den beiden Kinder Reinhard und Lore eine Woche lang zusammen, bis wir drei eine Wohnung bei Familie Hörsch in der Steinbrunnengasse 25 zugewiesen bekamen, wo wir bis zum 18.September 1950 blieben.

Zusammen mit Karl-Heinz wurde ich konfirmiert und beide bestanden wir die Aufnahmeprüfung ans Gymnasium.

Schließlich bekamen wir eine große Erdgeschoßwohnung bei Familie Blauß in der Plieninger Strasse 31 zur Miete angeboten, und wohnten dort bis zum 25.Oktober 1962, um dann unser eigenes Haus in Scharnhausen in der Schiller Strasse 5, heute Humboldt Strasse, zu beziehen.

Wir hatten wieder eine Heimat…

Zusammenfassung der Fluchtstationen:

 

8. Oktober 1944 Abfahrt Sekitsch

9. bis 11. Oktober 1944 Budapest

12. bis 15. Oktober 1944 Transport

16. Oktober 1944 bis 1. März 1945 Knittelfeld

26. Dezember 1945 Tschechei

2. März 1945 bis 10. Oktober 1946 Gaal

11. Oktober 1946 bis 13. Oktober 1946 Transport

14. Oktober 1946 bis 31. Dezember 1946 Eisenerz

1. Januar 1947 bis 5. Januar 1947 Transport

6. Januar 1947 bis 1. März 1947 Schirmitzbühel

2. März 1947 bis 5. März 1947 Transport

6. März 1947 bis 2. Mai 1947 Salzburg

3. Mai bis 4. Mai 1947 Transport

5. Mai 1947 Ankunft Möhringen

 

Weitere Stationen:

 

Scharnhausen

Mutterstadt

Annweiler

St.Ulrich a.P.

 

 

 

Ein historisches Zeitdokument



Es ist bereits viel über unseren Sekitscher Landsmann Peter Wagner (Max: der Zusatzname diente der Einordnung zur Familie des Maximilian Wagner in Sekitsch), „dem Vater der Donauschwaben“ bekannt. In den letzten Tagen erhielt ich eine Dokumentenkopie, die Bekanntes und bisher Unbekanntes erhält. Grund genug, sich damit intensiv zu beschäftigen.

Dieses Dokument ist ein persönliches Schreiben von Peter (Max) Wagner an seinen Landsmann Eckert vom 5. Januar 1948. Als Präsident der „ UNITED FRIENDS OF NEEDY AND DISPLACED PEOPLE OF YUGOSLAVIA, Inc. ist es schon beachtlich, dass er sich mit einem persönlichen Brief an seinen Sekitscher Landsmann wendet und Hilfe und Unterstützung anbietet. Außerdem ist mir aus dieser Zeit kein anderes handschriftliches Dokument bekannt.

Immerhin war Peter (Max) schon zur damaligen Zeit eine Person öffentlichen Interesses in den USA.

In der TRUMAN LIBRARY wird von zwei Terminen (Daily Presidental Appointments) am 16.Januar 1952 und 14.April 1952 berichtet, indem der Präsident der USA, Harry S. Truman unseren Landsmann Peter Wagner in seiner Funktion als „ President of UNITED FRIENDS OF NEEDY AND DISPLACED PEOPLE OF YUGOSLAVIA, Inc. “ empfing und damit die Wertschätzung seiner Arbeit ausdrückte.

Bisher war nur bekannt, dass Peter Max seine Mitarbeiter aus Landsleuten aussuchte, die bereits vor oder kurz nach ihm nach USA emigriert sind.

Der Sitz der Organisation :

Geschäftsbüro, 487 Onderdonk Avenue, Brooklyn 27, N.Y.

Die Zulassung als Hilfswerk wurde am 06. Mai 1946 erteilt.

Die Adresse des Geschäftsbüros taucht in vielen Reisezielen der Emigranten auf, manchmal mit dem persönlichen Zusatz Peter Wagner. In der Umgebung der Onderdonk Avenue hatten viele Emigranten von Sekitsch ihren ersten Wohnort dank der Vermittlung von Peter Wagner.

Der Briefkopf dieses Dokumentes gibt uns erstmalig Hinweise auf seinen Mitarbeiterstab.

Die im Briefkopf erwähnten Führungskräfte und Direktoren 1948 waren tatsächlich Sekitscher und Feketitscher Landsleute. Das war uns bisher so nicht bekannt.

 

Führungskräfte:

Präsident: Peter Wagner

Erster Vizepräsident: Nikolaus Becker, er wurde am 29.19.1901 in Sekitsch geboren

Zweiter Vizepräsident: Heinrich Webel, er wurde am 23.10.1902 in Tscherwenka geboren und war verheiratet mit Katharina Gutwein von Feketitsch

Schatzmeister: Karl Eng, er wurde am 21.12.1906 in Feketitsch geboren.

Assistent des Schatzmeisters: Christian Breitwieser (Herkunft unbekannt)

Sekretariat: Christian Müller, er wurde am 19.06.1902 in Sekitsch geboren

Assistent des Sekretariats:

Friedrich Dindinger, er wurde am 06.10.1889 in Werbas geboren und war verheiratet mit Helena Wagner, der Schwester von Peter Max Wagner

Assistent des Sekretariats:

Anton Sandles, er wurde am 01.07.1892 in Sekitsch geboren

Rat: William J. Cahill (Herkunft unbekannt)

 

Bei den sog. DIRECTORS sind Sekitscher Personen genannt, die 1948 bereits eigene Unternehmungen (Strickereien) in Brooklyn gegründet haben.

Karl Eng „Eng Knitting Mills“, er wurde am 21.12.1906 in Feketitsch geboren.

Ludwig Grau „Grau Knitting Mills“, er wurde am 12.12.1894 in Sekitsch geboren.

Michael Haug „Onderdonk Knitting Mills“, er wurde am 06.09.1882 in Sekitsch geboren.

Paul Stamler „Stamler Knitting Mill“, er wurde 26.07.1902 in Sekitsch geboren.

Katharina Thiel „Thiel Knitting Mill“, sie wurde geboren am 03.09.1895 in Sekitsch (Müller)

Sowie weitere Unternehmen:

Elisabetha und Franz Kern „Durable Knit Corp.“,

das sind vermutlich die Geschwister Kern, Franz geboren 18.08.1903 in Feketitsch und Elisabetha geboren 07.09.1905 in Feketitsch

Heinrich Webel „Jewelry Store“, er wurde am 23.10.1902 in Tscherwenka geboren und war verheiratet mit Katharina Gutwein von Feketitsch

Hauser Jakob, „Jacob Hauser Sohn, er wurde geboren am 21.07.1900 in Sekitsch

 

Zweifelsfrei trugen alle diese Helfer und Mitarbeiter zum hohen Ansehen dieser Hilfsorganisation bei und verdienen Respekt und Anerkennung.

Brigitte Wolf, Berlin

 

 

 

 

Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch – Feketitsch liebe Leser des „Sekitscher Boten“ Nr.176 vom 1.September 2015



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“,

 

zu unserem Treffen am 13.Juni 2015 in Freinsheim hatten sich 17 Landsleute in froher Runde und bei sehr gutem Essen getroffen. Wie in den Jahren zuvor hatte David Taus eingeladen und es ist ihm und seiner Frau Heidrun wieder gelungen eine schöne Stimmung mit Musik und guter Unterhaltung herzustellen. Vielen Dank für die gute Organisation und die Erzählungen zum früheren Dorfleben in Sekitsch. Gutes Essen und Trinken war ja dort schon Tradition.

Auch im Nachbardorf Feketitsch war es üblich, dass es gutes Essen und eigenen Wein gab. Durch alle diese Erzählungen kam bei Frau Eva Kannegiesser geb. Schimpf das Heimweh nach Feketitsch auf. Sie hatte immer in der Familie von Feketitsch erzählt, und eines Tages sagte der Enkel Steffen: „Oma ich begleite dich auf einer Reise nach Feketitsch“. So kam es also, dass wir im April dieses Jahres in unserem Haus und im Museum Sekitsch den Besuch von Frau Eva Kannegiesser und ihrem Enkel Steffen hatten. Eva Schimpf wurde am 13.10.1929 in Feketitsch geboren. Ihre Eltern waren Anton Schimpf(Maurer) 26.03.1909 in Neu Pasoa geboren und ihre Mutter Katharina geb. Reitenbach 15.06.1910 in Feketitsch.

Nach der Reise schrieb mir Steffen K.: „Es war schön für meine Großmutter nach 70 Jahren zurückzukommen“. Glücklicherweise haben wir sogar das Haus noch gefunden und meine Oma konnte es betreten, auch wenn es heute leer steht und verwahrlost ist. Vielleicht finden wir auf diesem Wege noch Landsleute aus Feketitsch, die sich an die Familie von Eva Schimpf erinnern. Nach meinem Bericht im Sekitscher Boten vom 1.Mai 2015 haben sich die Familien Mayer/Aulenbach und Orth wieder gefunden. Durch die Trennung Deutschlands und das Leben in der DDR ging der Kontakt verloren. Jetzt planen sie in 2016 eine gemeinsame Reise nach Feketitsch.

 

 

Die Reise von den USA nach Sekitsch und Feketitsch haben auch Adam Bittlingmayer und seine Frau Meri gemacht. Am 14.Juli sind sie für ein paar Stunden in Sekitsch gewesen. Dazu schreibt er uns selbst seinen Reisebericht. Trotz der großen Hitze in diesem Sommer sind wieder Dr. Roland Hartmann und seine liebe Frau Käthe am 15.Juli zu uns nach Sekitsch gekommen. Es war leider nur ein kurzer Besuch auf dem Weingärtner Friedhof und im Museum möglich. Sie waren bei Freunden zum Mittagessen erwartet worden, und da muss man ja bekanntlich pünktlich sein.

Leider konnten wir, mein Mann und ich, die Gäste in Sekitsch nicht begrüßen. Wir bedauern es sehr und hoffen auf einen weiteren Besuch in 2016. Die Arbeiten am geplanten Museum Sekitsch halten uns hier fest. Zur Zeit werden die Text- und Bildtafeln gefertigt ,zu dieser Arbeit werden wir von der HOG auch eingebunden und sind deshalb nicht nach Sekitsch gefahren. Unsere lieben Nachbarn Valeria und Zdravko haben unseren Besuch getroffen und bewirtet.

Beide freuen sich, dass plötzlich so viele Sekitscher kommen und wir hoffen alle, dass es immer mehr werden. Mit dem Museum Sekitsch wollen wir ja dafür sorgen, dass unsere Geschichte der Ansiedlung und bis zur Vertreibung erhalten bleibt und nicht verloren geht.

 

Ihre Helga Eisele geb.Tauss,1.Vorsitzende

 

 


Reisebericht von Adam Bittlingmayer aus der alten Heimat vom 21.07.2015

 

Liebe Landsleute,


mit warmen Gefühlen habe ich von unserer erlebten Heimat wieder zu berichten. Dieses Mal hatte ich die Gelegenheit mit meiner Frau in der Bundesrepublik ein Auto zu kaufen und so dann durch die Schweiz, Italien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu reisen und nach Herzenslust zu genießen. Es war rein oberflächlich auffällig, dass nach ein paar Jahren Frieden einige Ecken und ganze Autobahnnetze, Zahlungssysteme, WLAN u.s.w den Standard von mehr als ein paar westeuropäischen Ländern überschritten haben. Immerhin ist das Leben in Serbien insbesondere wirtschaftlich weit unter Potenzial. Aber wirklich alles, was schief laufen konnte vor 5 oder 10 Jahren, ist inzwischen kaum mehr ein Thema - die Jugend kann sehr gut Englisch, man wird als Deutscher Willkommen geheißen, der Fahrstil ist nüchtern, sogar die Polizei war höflich, und Vertrauen und Ehrlichkeit waren die Regel ohne Ausnahme. Es bleibt der Zusammenhalt, diese menschliche Nähe, man ist stolz und besteht darauf, Gastfreundlichkeit und Kost richtig zu machen. Und es bleibt die Wahrnehmung einer einzigartig vielfältigen Tradition in den wichtigen Aspekten des Lebens und der Gesellschaft - alles ist wirklich nur ein Katzensprung von Deutschland und Österreich.

Für junge Menschen ist kein Besuch in der alten Heimat komplett, ohne einen Abstecher nach Novi Sad zu machen.
Die kroatische Küste und Sprachkenntnisse lohnen sich nach wie vor.

Liebe Grüße an die Landsleute,

Adam (Jahrgang 1985)

 



Donauschwäbische Geschichte, Band IV Flucht – Vertreibung – Verfolgung – Genozid
Der Leidensweg ab 1944


ISBN: 978-3-926276-94-0

 

Donauschwäbische Kulturstiftung, München, 2015
Dr. Georg Wildmann; unter Mitarbeit von Stefan Barth, Hans Fink, Magdalena Kopp-Krumes, Georg Krix, Herbert Prokle, Rosa Speidel, Wilhelm Weber und Maria Werthan 

Unter dem Titel „Flucht – Vertreibung – Verfolgung – Genozid. Der Leidensweg ab 1944“ veröffentlichte die Donauschwäbische Kulturstiftung, München den vierten Band einer fünfteiligen Reihe eine mit wissenschaftlicher Methodik abgefasste Gesamtdarstellung der Geschichte der Donauschwaben.

Das 745-seitige Werk dokumentiert sowohl die Flucht der Donauschwaben ab Herbst 1944 aus den Gebieten, die 250 Jahre lang ihre Heimat waren, in die damaligen Reichsgebiete als auch die Vertreibung und Abschiebung nach Deutschland sowie die Deportation in die Sowjetunion. Erlebnisberichte dokumentieren die blutigen Lagerinternierungen im vormaligen Jugoslawien.

Das Buch erfasst und stellt die Ursachen der Vertreibung und Flucht der Donauschwaben dar und argumentiert, dass das Schicksal der Donauschwaben Jugoslawiens als Völkermord bezeichnet werden kann.

Die Fülle des Stoffes machte es notwendig, dass ein fünfter Band unter Federführung von Dr. Ingomar Senz und Dr. Georg Wildmann in Arbeit ist, der die „Eingliederung in die neuen Heimatländer“ behandelt und vermutlich Anfang 2016 erscheinen wird.

Das Buch ist zum Preis von € 20,- bei Wilhelmine Schnichels + Versandkosten und Verpackung erhältlich.

Adresse: Wilhelmine Schnichels, Asternweg 8/1, 70771 LE-Musberg oder email:

kulturstiftung@donauschwaben.net



 


Wir betrauern
 

Peter Hegel
wurde am 15.04.1926 in Sekitsch geboren und starb am 17.11.2014
in Montreal/Kanada.

Er war 55 Jahre verheiratet mit der Sekitscher Briefträgerin Annemarie Lehr,
die bereits 2007 in Montreal verstarb.

Es trauern um ihn seine Tochter Helga Hegel und seine Nichte Heidi Richard
mit Familie.

Gewidmet von Brigitte Wolf



Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch – Feketitsch liebe Leser des „Sekitscher Boten“ Nr.175 vom 1.Juli 2015


Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher-Boten“.


Es freut mich sehr, dass unsere Landsleute aus Sekitsch und Feketitsch sich wieder ihrer alten Heimat annähern. Vielleicht haben unsere Reiseberichte im Sekitscher Boten und in der Homepage vom Verein dazu beigetragen das Interesse zu wecken. Ich kann nur sagen, kommen Sie und erleben Sie die Dorfgemeinschaft, suchen Sie die alten Häuser Ihrer Familien und lernen Sie die heutigen Bewohner kennen. Im Jahr 2014 haben einige Landsleute diese Reise gewagt und sind sicherlich nicht enttäuscht worden. Es gehört zu unserer Vereinsarbeit das heimatliche Kulturgut zu erhalten,  zu pflegen und zu fördern. Die Kenntnisse vom Heimatgebiet zu vertiefen und die Nachkommen für die alte Heimat Ihrer Eltern und Großeltern zu interessieren. Leider mache ich doch auch die Erfahrung, dass es dann mit einem Blitzbesuch in Sekitsch oder Feketitsch getan ist.  Trotz meiner Bemühungen um die Nachfolge-generation gelingt es nur selten, ein dauerhaftes Interesse zu wecken, bzw. eine Einbindung ins Vereinsleben herbeizuführen.  Deshalb freue ich mich umso mehr, wenn es gelingt und wir uns näher kommen. Viele Anfragen zur Heimat der Vorfahren erhalte ich über die Homepage und bin bemüht alles über die Familien in Erfahrung zu bringen, oder Kontakte herzustellen. Mit der Ahnenforschung sind uns Brigitte und Gunther Wolf in Berlin schon weit voraus und eine große Hilfe. 

Umso mehr schätzte ich im Jahr 2014 die Mitarbeit der älteren Generation. Freundlicher Weise haben Sie mir mit vielen schönen Familienfotos geholfen die Ausstellung im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm zu ergänzen.  Bedauerlicherweise ist es oft aus gesundheitlichen Gründen dann nicht möglich diese Ausstellung zu besichtigen, oder der Wohnort ist einfach zu weit weg. Es ist ja letztlich auch das Problem der Landsleute, dass wir soweit verstreut in der ganzen Welt unsere neue Heimat gefunden haben.

In unserer Zeit der schnellen Kommunikation bitte ich Sie, nehmen Sie alte Kontakte zu Ihren Landsleuten wieder auf, Sie werden erleben wie erfreut der Angerufene auf ein Helf Gott, oder Ihren Namen reagiert.

 

Verlauf der Versammlung


Unsere diesjährige Versammlung in Böchingen am 18.April konnte pünktlich beginnen und alle Anwesenden hatten eine gute Anreise. Wie immer hat uns der Hausherr Reinhold Walter schon erwartet und alles gut vorbereitet. Es standen die Kaffeekannen auf dem Tisch und die Getränke. Herzlichen Dank für den schönen Empfang und die Vorbereitungen für den Filmvortrag. 

Gestärkt mit Kaffee und einem Stück Hefezopf, gespendet von den Schwestern Hilda Haug und Hermine Hänle geb. Haug, aus Sekitsch wurde um 10.15 Uhr die Versammlung in 2015 eröffnet. Wir gingen gleich auf Punkt 10 der Tagesordnung, der Film von der Gedenkfeier am 10. Oktober 2014 in Gakowa. Bei dem Festgottesdienst in der St.Stephans-Kirche in Sombor und der folgenden Gedenkfeier auf dem Friedhof an der Gedenkstätte wurde der vielen Verstorbenen im Lager Gakowa gedacht. Das Lager Gakowa bestand vom 12.Februar 1945 bis Januar 1948, wo 8.500 Menschen ums Leben kamen.Die Gedenkfeier wurde von der Stadt Sombor und dem Verein St.Gerhard, Vorsitzender Herr Anton Beck, organisiert. Ein Film der doch sehr betroffen macht und eine Erinnerung an die schwerste Zeit der Donauschwaben.

In den Tagesordnungspunkten 1.bis 5. wird Vorstand und Kassier entlastet, und wir bedanken uns für die zurückliegende Arbeit und den gut geführten Kassenbericht. Dank der Spenden konnten die Vorhaben des Vereins gut finanziert werden. Wobei wir dann auch schon zu Punkt 6. der Tagesordnung kommen.

Heimatmuseum in Sekitsch. Bei der Versammlung in 2014 haben wir erfahren, dass es dem Vojvodina Museum in Novi Sad nicht möglich ist, die Ausstellung über Sekitsch auszuarbeiten, bzw. zu gestalten. Im Sept. 2014 habe ich von Frau Ozer, Direktorin des Vojvodina Museum erfahren, dass das Museum keine finanziellen Mittel hat und wohl auch keine Exponate die sie in die Ausstellung einbringen können. Es wurde von ihr die Mithilfe des Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm vorgeschlagen. Daraufhin habe ich mit Herrn Glass, Direktor des DZM Ulm gesprochen und ihm die Situation geschildert. Grundsätzlich war er bereit sich der Sache anzunehmen. Es folgte ein Schreiben am 18.2.2015 in dem er sein gedachtes Konzept zu Papier brachte.

Es sieht folgendes vor: Nachdem nun die Gegenstände aus der Heimatstube Indija aufgestellt sind, soll für Sekitsch eine Ausstellung erarbeitet werden, beginnend 1786 mit den Ansiedlungs dokumenten bis 1944 zu Flucht und Vertreibung.

Diese Arbeiten wird ein Kulturwissenschafter  zusammen mit dem DZM in Ulm zeitnah gestalten und wir kommen endlich zu der Eröffnung noch im Jahr 2015. Für dieses Projekt liegt ein Kostenvoranschlag dem Verein vor und kann aus den Spendengeldern der Landsleute finanziert werden. Seit der Fertigstellung der Räumlichkeiten im Jahr 2012 erhalten wir Spenden für unser Museum in Sekitsch um dort die Erinnerung an unsere Vorfahren aufrecht zu halten.

Der Vorschlag für die Zusammenarbeit mit dem DZM in Ulm bringt uns den Vorteil, dass wir die Ausstellung in Eigenregie gestalten können und die Ausstellung das Eigentum der HOG Sekitsch und Feketitsch bleibt. Mit der Erfassung der Ausstellungsstücke aus der Heimatstube Indija hat das Vojvodina  Museum die Vorarbeit geleistet und wir sind offiziell genehmigt. Es bleibt nun in unseren Händen die Ausstellung mit den Sachspenden der Landsleute auszuarbeiten. Für die finanzielle Unterstützung zu diesem Projekt habe ich bei der Baden-Württemberg Stiftung in Stuttgart einen Antrag auf Fördergelder eingereicht. Dieser Antrag mußte bis 31.3. eingereicht sein und inzwischen liegt uns der Bescheid über eine Spendenzusage vor. Somit haben wir wieder einen verlässlichen Partner an unserer Seite.

Es wird in der Versammlung der Antrag auf die Vergabe dieser Arbeiten gestellt und genehmigt, da wir durch Fördermittel und Spenden schon den Betrag auf dem Vereinskonto haben. Viele Landsleute haben in der Vergangenheit für das Museum gespendet und diese Bereitschaft soll nun auch in die gewünschte Ausstellung fließen.

Mein Mann und ich haben Ihnen schon mit dem Bau des Museum gezeigt, dass es in Sekitsch einen neuen Platz für die alte Heimat gibt. Mit dieser Ausstellung bestehend aus den Dokumenten der Ansiedlung, das Leben im Dorf und seine Familien sowie viele Einzelstücke von Landsleuten können wir Heimat aufbauen und zwar genau dort, von wo man uns 1944 vertrieben hat.

Tagesordnungspunkt 7. bis 9., es wird daran erinnert, dass bereits seit dem 11.Juni 2005 der Gedenkstein auf dem Weingärtner Friedhof in Sekitsch steht und von den Spendengelder der Landsleute erhalten und gepflegt wird. Von der HOG werden wir zum 10jährigen Bestehen des Grabsteines im Gedenken an die Verstorbenen und dort begrabenen Landsleute einen schönen Kranz niederlegen. Dankeschön an die Spende von Frau Ilse Dense, geb.Becker. 

Zum Treffen in Freinsheim am 13.Juni erinnert David Taus nochmal an die Anmeldefrist und bittet darum, dass viele Sekitscher und Feketitscher Landsleute mit ihren Familien daran teilnehmen.

Es ist immer ein schöner Anlaß bei gutem Essen und angenehmer Unterhaltung die Erinnerungen auszutauschen. Alte Familienfotos fordern zu regem Gedankenaustausch auf. Das Thema zur Veröffentlichung der Gedichte von Jakob Wolf, aus Feketitsch wird besprochen. Es soll auf ein Jahr vertagt werden, um zu klären ob Bedarf besteht und was bisher schon veröffentlicht wurde. Es wird weiterhin im Sekitscher-Bote mit Gedichten an den Landsmann (1914-1987), erinnert und seinem Lebenswerk gedacht.  Die Versammlung endet um 16 Uhr.

 

Ihre Helga Eisele, geb. Tauss, 1.Vorsitzende

 

Wir betrauern

 

Gross, Elisabeth, geboren am 31.07.1923 in Sekitsch, ist am 26.März 2015 verstorben. Im Alter von 92 Jahren lebte sie zuletzt in einem Pflegeheim in Bexbach, wohin ihr auch der Sekitscher-Bote geschickt wurde. Mit ihr verlieren wir eine Landsmännin, die bis ins hohe Alter ihrer Heimat verbunden war und den Kontakt zum Verein gehalten hat. Ihre Lebensgeschichte ist sehr bewegend, denn leider hat sie nach der Vertreibung aus Sekitsch im Oktober 1944 die geliebte Heimat verloren. Frau Gross war die Tochter von Gottfried Fetzer und seiner Frau Katharina Fetzer, ebenfalls eine geborene Fetzer. In erster Ehe war sie mit Lukas Reyer verheiratet und hat ihren Mann sehr früh verloren, als er vor Breslau am 11.März 1945 gefallen ist. Mit ihrem einjährigen Sohn kam sie in die Lager Gakowo und Kruschiwlje. Dort ist ihr kleiner Sohn Herbert am 09.März 1946 den Hungertod gestorben, da es keine Ernährung für ihn gab. Nach der Lagerentlassung folgte die Zwangsarbeit in Bosnien. Dort lernte sie ihren zweiten Ehemann kennen und gründete eine neue Familie, aus welcher drei Töchter hervorgingen. Nach der abgelaufenen Zeit der Zwangsarbeit kam die Familie Gross zurück nach Sekitsch. Es war jedoch nicht möglich zwischen den zugezogenen Kolonisten als Deutsche wieder Fuß zu fassen. In ihr ehemaliges Elternhaus in der Spitz durften sie nicht einziehen und hatten somit keine anständige Wohn- und Lebenssituation in Sekitsch vorgefunden. Von dort aus betrieben sie die Entlassung aus der Jugoslawischen Staatsbürgerschaft und kamen am 20.Juli 1954 in Geislingen/Steige an.

Wie viele unserer Landsleute arbeitete Herr Gross bei der WMF in Geislingen. Ein Aufruf für einen Siedlungsbau im Saarland hat die Familie bewogen ins eigene Heim zu siedeln. Mit viel Kraft und enormer Eigenleistung wurde in Bexbach ein neues Heim geschaffen. Kaum fertiggestellt, verstarb ihr Ehemann und sie meisterte ihr Leben und den Unterhalt mit den Töchtern gemeinsam.

Es trauern um die Verstorbene die Familien der Töchter Barbara, Johanna und Lieselotte.    

                          

 

 

Wir gedenken der Verstorbenen und sprechen den Familien unser Beileid aus.

 

 

 

 

 

Fehlerteufel!

In der Ausgabe Nr. 186 vom 1.Mai 2015 hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. So werden die alten Ziegel nicht um 60 Cent pro Stück verkauft sondern um 6 Cent.

 

Danke schön !

Für die Grüße zum Geburtstag am 6.April bedankte sich die Vorsitzende Helga Eisele. 

 

 

 

Besuch in Sekitsch



 

 

Gustav Becker, am 28.Januar 1927 in Sekitsch geboren, besuchte für einen Tag sein Heimatdorf. Seine Söhne Klaus und Markus begleiteten den Vater auf seinen Erinnerungen durchs Dorf. Die Familie des Vaters August Becker lebte in der Affengasse. Seine Mutter war früh gestorben und aus der 2.Ehe seines Vaters hat er noch eine Schwester. Leider war an diesem Tag nicht viel  Zeit,wegen der Grenze und den Baustellen hatten sie Stunden verloren. Für einen Blick ins Museum hat es dann doch gereicht und die vielen Ausstellungsstücke haben ihn an seine Jugend erinnert und er konnte die Fragen seiner Söhne gut beantworten. Schnell mussten sie weiter, da ja in Mali Jdjos die Schwester Christine Dudas geb.Becker, mit dem Mittagessen gewartet hat.

Es ist erfreulich, dass die Söhne die Reise für den Vater gemacht haben.Schade, dass der 3.Sohn Michael für diese Zeit keinen Urlaub nehmen konnte. In Gyula folgte ebenfalls noch ein Verwandtenbesuch und die Rückreise führte noch zum Attersee in Österreich, wo die Familie viele Jahre ihre Urlaubstage verbrachte.

Viele Erinnerungen und genügend Gesprächsstoff runden diese Fahrt über Ungarn nach Sekitsch ab.

 

Liebe Grüße
Helga Eisele

 

Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch – Feketitsch liebe Leser des „Sekitscher Boten“ Nr.174 vom 1.Mai 2015



Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute, liebe Leserinnen und Leser des „Sekitscher – Boten“,

 

über den Frühling in Sekitsch wollte ich Ihnen berichten, da wir seit dem 08.März 2015 wieder in unserem Haus in Sekitsch sind.

Aber das Empfinden für die ersten wärmenden Sonnenstrahlen bleibt aus. Ein eisiger Wind fegt durch die Gassen und schiebt den Staub vor sich her. Mir wurde gesagt, dass dieser eiskalte Wind schon mit Sturmgeschwindigkeit aus den Karpaten kommt und sich oft wochenlang in der Batschka austobt. Unsere Landsleute, die noch hier geboren und aufgewachsen sind, kennen diese windige und kalte Luft bestimmt noch.

Vielleicht empfinde ich in diesem Jahr den eisigen Wind besonders schmerzlich, da er auch gefühlt als eine Kälte zum Herzen zieht. Leider wurde über den Winter hinweg das große Haus der Schrot-Mühle von Lukas Taus in der zweiten Reihe abgetragen und die Ziegel fortgeschafft. Gleichfalls geschah es mit der Merz-Mühle an der Kriwaja auf dem Weg zum Weingärtner Friedhof. Diese großen Gebäude haben den Wind abgehalten und die Staubwirbel etwas entzerrt, jetzt fegt der Sturm ungebremst in den Ort und biegt diegroßen Tannenbäume entlang der Schule wie kleine Pflänzchen.

Auch das Haus von Philipp Christ, Wagnermeister, in der zweiten Reihe Nr. 502 ist abgetragen worden. Ob an diesen Stellen ein Neubau entsteht, weiß ich nicht. So wird nun nach der Enteignung der Grundstücke und Häuser noch an den alten Ziegeln verdient.

Pro Stück für 6 Cent zu kaufen. Wenn Sie also Ihr altes Schwabenhaus kaufen, haben Sie schon mit den Ziegeln Ihr Baumaterial zusammen. Diese Bauweise mit den Ziegeln ist gesund und passt sich dem Klima hervorragend an, deshalb sind die uralten Lehmziegel auch heute als Baumaterial noch sehr gefragt.

Mich sollte heute am 25.März ein Nachmittagskaffee aufwärmen und ich holte mir bei der Bäckerei auf der Hauptstraße in Sekitsch ein Kipfel mit Marmeladefüllung aus Kirschen. Noch an der Kasse zeigte mir die Verkäuferin auf die heutige Aktion, und das war die KREMPITE! Serbisch so geschrieben, also ganz einfach zu lesen. 

Da konnte ich einfach nicht widerstehen. 10 cm hoch und dick mit Puderzucker auf dem Blätterteig. Mit dem ersten Bissen kam mir dann die Erinnerung an die Familienfeste bei meinen Eltern und Großeltern, mit dieser herrlichen Krempite (Cremeschnitten) und vielen anderen schönen Torten von den Sekitscher Rezepten.

Habe ich Ihre Erinnerungen geweckt und Sie backen demnächst eine Krempite, dann denken Sie auch an Ihre Heimatdörfer, Sekitsch und Feketitsch.

Noch vor meiner Abreise hatte mich ein Landsmann aus Feketitsch gebeten, ob ich die Häuser der Familie Aulenbach ausfindig machen kann. Dazu musste ich einen Blick ins alte Kataster und in die Volkszählung von 1936 werfen. Für diese Aufgaben ist mir Frau Ottila Sàrközi in Feketitsch eine große Hilfe. Zusammen mit Herrn József Kórizs hat sie wieder ein Fotobuch Band III herausgegeben.

Diesmal über die Kirchengemeinde Feketitsch in Vergangenheit und Gegenwart. 

Die Häuser der Familie Aulenbach/Schepp habe ich gefunden und fotografiert. Ein Haus steht an der Kriwaja in der Ulica Leninova und das andere am Berg oberhalb des Friedhofs. Beide Häuser sind sehr baufällig, ein Teil davon noch als Siedlerhäuser in Lehm-Stampf Bauweise erstellt. In diesem Winter hat es hier in der Batschka viel geregnet und die alten Häuser haben sehr darunter gelitten. Ich kann jedem nur empfehlen sich auf den Weg zu machen ,solange diese alten Häuser noch stehen und so die Wurzeln zu den Familien noch zu finden sind.

Der deutsche Teil auf dem Feketitscher Friedhof wird zur Zeit gerodet und unter dem Gestrüpp die Grabsteine freigelegt. Es soll eine Bestandsaufnahme gemacht werden und sobald die Gräber erfasst sind, werden wir vom Verein von Seiten der Gemeinde informiert.

Wer dann noch Interesse am Familiengrab hat, kann sich melden.

 

Ihre Helga Eisele geb.Tauss, 1. Vorsitzende

 

 

 

 

Glückwünsche zum 80. Geburtstag

 

Christine Dudàs, geborene Becker aus Sekitsch, feierte am 31. März 2015 in Mali Idjos ihren Geburtstag. Im Kreise ihrer Familie und

Freunden wurde der große Tag gebührend gefeiert. Mit der Geburtstagskarte der HOG kamen die Grüße aller Landsleute zu ihr ins Haus. Sie freut sich sehr auf den Sekitscher-Boten und liest gerne die Neuigkeiten aus Deutschland. Anfang Mai erwartet sie schon in großer Vorfreude den Besuch ihres Bruders Gustav Becker.

Seine Söhne werden ihn begleiten und so kann er noch einmal die lange Fahrt auf sich nehmen, Gustav ist ebenfalls in Sekitsch 1927 geboren. Der Krieg und die Lagerzeit in Sekitsch hat die Geschwister getrennt. Heute lebt Christine in der Familie ihrer Tochter Anna. Wir erinnern uns gerne an die schönen Stunden bei der Geburtstagsfeier und wünschen Ihr noch viele Jahre bei guter Gesundheit.

 

Herzlichst Helga und Peter Eisele

 

   

Danke Schön!

 

Herzlichen Dank allen Gratulanten, die mir am 6.April zu meinem Geburtstag Glückwünsche geschickt haben. Ich habe mich sehr gefreut über viele Anrufe und schöne Postkarten von meinen Landsleuten.

 

Helga Eisele, geb. Tauss, 1. Vorsitzende

 

Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch – Feketitsch liebe Leser des „Sekitscher Boten“ Nr.173 vom 1.März 2015


Liebe Sekitscher und Feketitscher Landsleute,

 

zu unserer Jahreshauptversammlung am 18.April 2015 in Böchingen lade ich Sie herzlich ein. Diese Versammlung ist für die Vereinsarbeit sehr wichtig, da wir dort gemeinsam die anstehenden Projekte für den Verein besprechen und auch Vorschläge machen können, wie wir die Vereinsarbeit mit der jüngeren Generation gestalten und wo die Interessen liegen.

Vielleicht wäre es auch eine Reise in die Heimat der Eltern oder Großeltern? In einer Gruppenreise lässt sich für den Anfang schon einmal ein gewisses Interesse wecken, das dann später auch mit einer eigenen Reise mit Auto oder Flugzeug jederzeit wiederholt werden kann.

Im Jahr 2014 hatten wir in Sekitsch, das ja seit dem 4.Dezember 1946 Lovćenac heißt, viele Besucher. Es waren Sekitscher Landsleute und auch Freunde und Verwandte, die keine Abstammung in Sekitsch oder Feketitsch hatten. Es gibt viele interessante Ausflugsziele und manches kann einem durch die Erzählungen der Eltern oder von den Großeltern auch bekannt vorkommen. Im September 2015 findet eine achttägige Reise in die alte Heimat statt, und ich hoffe sehr, dass die Teilnehmerzahl erfüllt wird, und die Reise so wie angeboten, auch stattfinden kann.

Nur mit der Weitergabe der vielen Erinnerungen an unser Sekitsch und die Nachbargemeinden Feketitsch und Mali Idjos, können wir das Interesse der Nachkommen wecken.

 

Gyula das Tauschkind

Das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm zeigt noch bis zum 12. April 2015 eine Ausstellung zur Kindheit und Jugend der Donauschwaben. Zu dieser Ausstellung habe ich Fotos von unseren Landsleuten erhalten und eingereicht. Ich empfehle Ihnen den Besuch der Ausstellung und erfreuen Sie sich mit mir an diesem gelungenen Auftritt unserer Kindheit und Jugendzeit in Sekitsch bis 1944.

Ich bedanke mich bei allen meinen Landsleuten, die mich in meiner Vereinsarbeit unterstützen und mir in Briefen und Telefonaten mitteilen, dass sie die alte Heimat nicht vergessen und unsere Vereinsarbeit sehr zu schätzen wissen. Herzlichen Dank für die Spenden an den Verein, mit denen Sie uns helfen die Projekte, die uns am Herzen liegen, zu finanzieren. Ein fester Kostenfaktor ist die Homepage vom Verein und im Jahr 2014 waren es die beiden Instandhaltungen der Gedenkstätten zum 1. Weltkrieg in Sekitsch und in Feketitsch.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Böchingen, und verbleibe

Ihre Helga Eisele, geb.Tauss 1. Vorsitzende

 

 

Die Hauptversammlung findet statt am Samstag, den 18.April 2015

Beginn um 10 Uhr im Museum der Südostdeutschen

76833 Böchingen/Pfalz

Prinz-Eugen-Str. 23

 

Tagesordnung:

 

1. Begrüßung und Eröffnung

2. Bericht der Vorsitzenden

3. Bericht des Kassiers

4. Bericht der Kassenprüfer

5. Entlastung des Vorstandes

6. Heimatmuseum in Sekitsch

7. 10 Jahre Gedenkstein auf dem Weingärtner Friedhof in Sekitsch

8. Treffen der Sekitscher und Feketitscher in Freinsheim

9. Veröffentlichung Band 2 Jakob Wolf Lyriker aus Feketitsch geb. 21.04.1914

10.Verschiedenes, Vorführung des Filmes Gedenkfeier in Gakowa 2014

 

Änderungen vorbehalten.

 

Auf den Spuren der Vorfahren: Reisebericht von Wilma Schnichels, geb. Brauchler (Sekitsch)


18.08.2013 wurde es endlich wahr – wieder in die Heimat der Eltern zu fahren. Ich konnte mit Helga und Peter Eisele von Korb nach Sekitsch/Lovćenac in der Batschka fahren.

Wir starteten früh am Morgen und unsere Fahrt ging über Ulm, München, Bad Reichenhall, Linz, Wien, Budapest, Subotica nach Lovćenac – früher Sekitsch – Ankunft um 18:40 h. Es war eine kurzweilige und interessante Reise. Peter ist ein sehr sicherer Fahrer und es war für mich sehr entspannend die Landschaft zu genießen und mich zu unterhalten. Es war nicht meine erste Reise in die Heimat meiner Eltern. 1966 fuhren unsere Eltern mit uns (meiner Schwester und meinem Bruder) nach Belgrad, Neusatz/Novi Sad, Peterwardein, Maria Schneekirche nach Sekitsch und Feketitsch. Für uns war dies eine Reise ins Ungewisse, denn wir hatten keine genaue Vorstellung von der Heimat unserer Eltern. Von den Eltern hörten wir nur immer von den schönen Häusern, der Ordnung und dem vielen Obst und guten Gemüse und auf der anderen Seite waren die Nachrichten aus dem kommunistischen Serbien mit Tito, der hohen Arbeitslosigkeit und den Kämpfen und Morden zwischen Kroaten und Serben.

In Belgrad angekommen, waren wir zuerst erstaunt über den Kalemegdan und den schön angelegten Parks. Belgrad für mich eine schöne Stadt – ich liebte den Aussichtspunkt, von dem aus man die drei Flüsse Donau, Save und Drau zusammen fließen sehen konnte. Ich war sehr über die Kultur, die es gab überrascht. Wir waren im Observatorium und im Museum. Ich hatte sehr schnell Kontakt zu Serben in meinem Alter und war überrascht wie gut wir uns verstanden. Ich hatte noch lange Briefkontakt mit zwei Serben in deutsch und englisch. Unser nächstes Ziel war Novi Sad und Peterwardein. Hier war mein Vater sehr mitgenommen und enttäuscht, denn als er das heruntergekommene Festung Peterwardein und das graue und verschmutzte Neusatz sah, konnte er es nicht fassen. Dennoch hat er uns alles gezeigt, denn er hat in Novi Sad 1 Jahr als Geselle gearbeitet. Nach Neusatz konnte mir endlich ein besseres Bild machen von Orten aus den Erzählungen, die ich immer gehört hatte und konnte auch die Gefühle meiner Eltern und Oma mehr verstehen.

Auf die nächste Station - Sekitsch – dem Heimatort meiner Mutter- und Feketitsch, dem Geburtsort meines Vaters, waren wir nun sehr gespannt. Wir fuhren mit dem Zug von Neusatz nach Sekitsch. Schon die Fahrt im Zug war abenteuerlich. Der Waggon war unserer Meinung nach noch aus dem Zweiten Weltkrieg und verschmutzt. Als wir am Bahnhof in Sekitsch ankamen, waren wir sehr enttäuscht und entsetzt, denn es gab keine Taxis oder andere Verkehrsmittel, die in den Ort fuhren. Ein Bauer nahm uns dann auf seinem klapprigen Fuhrwerk mit; für uns Kinder war es eine abenteuerliche Fahrt. Wir fuhren auf einer vorsintflutlichen Straße nur Sonnenblumenfelder vorbei. So hatten wir es uns nicht vorgestellt. Wir waren sehr enttäuscht, denn wir dachten, wir kämen in ein “Paradies“. Dennoch hatten wir eine gute Zeit bei den früheren Arbeitskollegen meines Vaters, einem Ungarn und einem Serben. Es gab jeden Tag ein Sladoled (Eis) beim Eisladen und wir hatten sehr angenehme Erfahrungen gemacht. Wir konnten das Elternhaus besuchen und wir wohnten sogar bei den Gerbers im Elternhaus meines Vaters in Feketitsch. Ich glaube für meine Eltern war es sehr schwer, ihre Heimat so vorzufinden, dennoch hatten wir sehr viel unternommen und auch noch mehrere Deutsche getroffen; diese sind nach dem Krieg in Sekitsch geblieben.

Sekitsch war ein rein deutsches Dorf und es wurde 1945 von Montenegriner kolonisiert. Tito gab diese Schwabenhäuser als Geschenk an die Partisanen, die sich während des Partisanenkampfes verdient gemacht hatten. Meine Eltern konnten nicht glauben, dass in all den Jahren nichts an ihrem Haus renoviert wurde und waren entsetzt, wie der Friedhof und die Straßen vernachlässigt waren.

Nach all diesen Erinnerungen war ich natürlich sehr gespannt, wie meine Erfahrungen jetzt im Jahr 2013 sein werden. Gibt es das Elternhaus noch? Werde ich es noch finden? Wie werde ich empfangen werden?

Die erste negative Erfahrung hatte ich schon an der Grenze von Ungarn nach Serbien. Ich wollte zur Toilette – auf dem Schild stand 1,20 Dinar, ca 10 Cent; die Klofrau wollte jedoch 1 €; ich bot ihr 50 Cent an, sie wollte aber partout 1 €; also bin ich unverrichteter Dinge gegangen; dies hatte sie wohl nicht erwartet und war ganz perplex. Dies erinnerte mich an einige Erfahrungen, die wir schon 1966 gemacht hatten und die ich auch in Deutschland mit Serben gemacht hatte und dachte, na das fängt ja schon gut an, wirst schon an der Grenze über den Tisch gezogen. Unsere Reise verlief aber ruhig und angenehm, außer einem schrecklichen Unfall kurz nach Budapest. Wir fuhren durch eine wunderschöne Landschaft, von den Bergen in die Puszta mit den fruchtbaren Feldern.

In Sekitsch angekommen, konnte ich im Gästezimmer von Helga und Peter wohnen. Es ist ein wunderschönes Schwabenhaus, modernisiert und hergerichtet. Dort wird ebenfalls ein Museum eingerichtet. Ich hoffe, dass es bald eröffnet werden kann und viele Sekitscher und deren Nachkommen es besuchen können. Es soll ein Ort der Erinnerung und Versöhnung werden, jedoch sollte auch die Besiedlung sowie die Vertreibung und Flucht gezeigt werden.

Am Abend desselben Tages sind wir noch zu Valeria und Zdravko gegangen; dies sind Bekannte von Helga und Peter. Es gab Mirabellen- und Birnenschnaps mit selbst gebackenen runden Fladen mit Karotten. Sie waren noch warm und dazu gab es Schinken, Käse und Feta aus Montenegro. Zdravko ist Montenigriner und wohnt in einem Schwabenhaus - in dem früheren Baptistenbethaus . Valeria hat sich bei Helga erkundigt, ob in diesem Haus Schlimmes passiert sei, denn alle Montenegriner wissen, was mit den Schwaben passiert ist. Valeria spricht sehr gut deutsch, denn sie ist in Leverkusen aufgewachsen und ist mit 16 Jahren nach Sekitsch gekommen. Zdravko züchtet Schweine. Manche Hinterschinken werden nach Montenegro in die Berge gebracht und dort zum Lufttrocknen aufgehängt. Durch das vom Meer kommende Salzwasser schmeckt er hervorragend. Nach einem Jahr wird der Schinken wieder nach Sekitsch gebracht und verzehrt. Valeria hat im diesem großen Schwabengarten Gemüse und Tomaten angebaut. Es gibt auch Obstbäume und vor allem Reben. Zur Zeit kümmert sich Valeria nur um den Garten. Sie hat bei einer Messerfabrik gearbeitet, aber diese hatte Insolvenz angemeldet und alle Mitarbeiter entlassen; die Maschinen wurden nach Italien gebracht. Es gibt keine Industrie in dieser Gegend und viele Junge arbeiten im Ausland. Das war mein erster Tag mit sehr vielen Eindrücken.

Montag um 09:00 Uhr Frühstück – es stand schon alles auf dem Tisch; war einfach toll. Dann ging es nach Mali Idjos zur Polizei, denn wir mussten uns anmelden. Danach ging es wieder zu einem Besuch – Ida und Walter. Walter kommt aus Waiblingen und ist Urschwabe. Ida ist Ungarin und mit Walter verheiratet. Seit sie in Rente sind, leben sie in Mali Idjos.
Am Nachmittag hat mir Helga Sekitsch gezeigt; wir haben mein Elternhaus fotografiert, waren auf dem Friedhof, die Gebeine der Sekitscher, die vor 1944 verstorben sind, sind alle hier in diesem Massengrab beigesetzt, von allen Sekitscher Friedhöfen; auch mein Großvater mütterlicherseits ist hier beerdigt, Peter Scheer.

Am Dienstag, den 20.08.2013 ging‘s zum Markt nach Mali Idjos. Es gab herrlichen Paprika und Himbeeren. Danach ging es nach Feketitsch zum Rathaus –nach einigem Suchen und Blättern habe ich die Geburtsurkunde meines Bruders, der im Lager in Kruschiwlje verhungert ist – gefunden, denn die Urkunde war auf Ungarisch ausgestellt und Ewald wurde Ehwald geschrieben. Ich habe dabei erfahren, dass jetzt alles digitalisiert werden soll, dann wird es wohl etwas schwieriger werden, denn dadurch, dass die Namen einmal serbisch, ungarisch oder deutsch geschrieben wurden, wird es immer schwieriger werden, diese Urkunden zu finden. Diese Unterlagen sind eine Augenweide: Die Namen sind gestochen und sorgfältig mit sehr schönen Handschriften geschrieben. Ich habe auch die Heiratsurkunde meiner Eltern gefunden. Leider wird m. E. mit diesen wertvollen Unterlagen sehr nachlässig umgegangen; manche liegen einfach auf dem Boden. Leider habe ich den Weg zum Elternhaus meines Vaters nicht gefunden; da in Feketitsch sehr viel abgerissen und neu gebaut wurde. Bei meiner Reise in 2014 habe ich es dann gefunden. Es ist sehr gut hergerichtet. Bei meiner nächsten Reise werde ich versuchen, mit dem neuen Besitzer zu sprechen.

Dann kam meine große Erwartung – kann ich wieder in das Elternhaus meiner Eltern? Ich hatte eine Studentin, Beata, dabei, die für mich dolmetschte. Wir klopften am Tor und wir durften reinkommen. Das Haus wurde gerade renoviert; die vorderen Fensterrahmen waren entfernt worden und es gab keine Eingangstür zum Flur – wie es bei den Schwabenhäuser üblich war. Wir mussten durchs Tor eintreten. Am Anfang hatte ich ein mulmiges Gefühl, aber wir wurden nicht weggeschickt und es kam zu einem Gespräch. Die Familie, die das Haus erhalten hat, heißt Martinovic und kam aus den Bergen von Montenegro. Der Großvater hat als erster das Haus bewohnt, das war der Mann, den wir 1966 kennen lernten; er hatte 5 Kinder. Der älteste Sohn ist der jetzige Besitzer. Seine Frau (mein Jahrgang, 1951) öffnete mir das Tor. Ihr Sohn ist verheiratet und hat eine Tochter – diese Tochter ist so alt wie meine Enkelin. Ich bekam Obst und zu trinken angeboten; leider konnte mir Frau Martinovic das Haus nicht zeigen, weil ihr Enkel dagegen war, denn er war mit dem Umbau beschäftigt. Der Brunnen und das Räucherhäuschen waren noch von 1930. Nichts war verändert. Der Schuppen war zerfallen; die ganzen Jahre wurde nichts gemacht. Dennoch ist es erstaunlich, wie gut unsere Vorfahren die Häuser gebaut haben. Die Akazienbäume stehen noch, auch der Birnbaum und vor allem die Reben. Frau Martinovic war sehr aufmerksam zu mir und hat mich für das nächste Jahr eingeladen, wenn alles fertig ist. Es wollte der Zufall, dass Beata, die Studentin, eine Freundin von der Frau des Enkels ist und sein Bruder ist Sportlehrer an derselben Schule in Feketitsch, an der auch Beata unterrichtet.

Beim Abschied standen Frau Martinovic Tränen in den Augen und sie bat mich um Verzeihung, was mit meiner Familie geschah. Ich war auch 2014 für 1 Woche in Sekitsch und habe die Familie noch einmal besucht. Ich hatte Bilder von unserer Reise von 1966 für die Familie mitgenommen, um sicher zu sein, dass ich wirklich im Elternhaus war. Ich war sehr erstaunt und erfreut, dass der Hausherr – also der Sohn – zwei Bilder aus dem Schlafzimmer holte und mir zeigte. Es waren die Fotos, die meine Eltern damals machten und an seinen Vater geschickt hatten. Vor allem Frau Martinovic war sehr traurig und berührt und bat mich wiederum um Verzeihung, was meiner Familie angetan wurde. Sie hatte gehört, dass meine Oma 1948 als die Lager aufgelöst wurden zum Haus zurückkam und sehr verstört war und sofort weiterging. Herr N. Stevović, ein montenegrinischer Abgeordneter, hatte mir drei Bücher gegeben, in denen ganz genau aufgezeichnet war, welcher Montenegriner wann welches Schwabenhaus erhielt. Ich war sehr erstaunt, als er plötzlich bei Helga mit diesen Büchern auftauchte und sie mir gab.

Bei meinem Aufenthalt in 2014 konnte ich auch wieder Gast bei Helga und Peter Eisele sein. Es sind unvergessliche Tage und Abende, die wir zusammen verbrachten – von unseren Eltern sprachen und auf die Suche nach unseren Vorfahren gingen. Ich bin mit Niko Sieler , einem Sekitscher Landsmann gefahren und wir übernachteten in Sombor und haben den nächsten Tag in Sombor verbracht. Diese Stadt hat ein wunderschönes Stadtzentrum mit einem schönen Park und einer netten Einkaufsstraße. Es hat immer noch ein österreichisches Flair – die Häuser erinnern auch noch an das Habsburger Reich. Wir haben das St. Gerhards Werk besucht und wurden in dieser deutschen Einrichtung sehr nett empfangen. Wir, die Donauschwäbische Kulturstiftung, lässt in Sombor unsere Literatur drucken. Herr Beck ist unser Ansprechpartner.

Meine beiden Omas, Cousins, Cousinen, ein Onkel und mein Bruder waren im Lager in Kruschiwlje und deshalb war dies ebenfalls ein Ort, den ich unbedingt besuchen wollte. Da in Kruschiwlje nur noch ein paar Häuser stehen und das Denkmal mitten auf den Feldern ist, hat sich ein Mitarbeiter des St. Gerhards Werk bereit erklärt, mir den Weg zu zeigen, dennoch haben wir uns verfahren. Die Gedenkkreuze konnte ich von weitem sehen, jedoch dorthin hin zu gelangen, war nicht so einfach, da es einige Tage vorher, sehr stark geregnet hatte und es nur Feldwege gab. Letztendlich habe ich es gefunden, neben diesen drei Kreuzen ist ein zugewachsener Friedhof. Auf den freigelegten Grabsteinen konnte ich deutsche Namen erkennen. Für mich war dies ein sehr trauriges und bewegendes Ereignis, denn hier in einem Massengrab ist mein Bruder vergraben ohne ein Kreuz und namenlos. Auch Gakowa habe ich kurz besucht; hier verstarb meine Oma väterlicherseits – auch namenlos in einem Massengrab verscharrt. Es macht wirklich sehr nachdenklich, diese Orte zu besuchen. Ich hoffe nur, dass der Frieden, der jetzt 70 Jahre andauert, weiterhin bestehen bleibt und wir sollten alles Erdenklich unternehmen, diesen Frieden zu erhalten.

Ich hatte mir auch vorgenommen, dieses Mal noch weitere wichtige historische Städte zu besuchen. Ich war mit Helga in Neusatz, Peterwardein, Subotica und Senta.

Hier schlug Prinz Eugen am 11.09.1697 die Osmanen und die Vojvodina/Batschka wurde endgültig von den Osmanen befreit. Man kann noch immer die habsburgischen Häuser und Paläste bewundern. Es gibt schöne Cafes und Restaurant und wiederum einen wunderschön angelegten Park mit Springbrunnen in der Stadtmitte. Wir konnten auch an der Theiß entlang spazieren, auch ein markantes Merkmal in all den Erzählungen, denn über diesen Fluss sind die Russen einmarschiert. Neusatz ist im Vergleich zu 1966 eine wunderschöne Stadt mit großen und belebten Einkaufsstraßen und vor allem hat sie das triste und graue Aussehen, das wir 1966 erlebten, verloren. Wir waren in Sremski Karlovici und haben uns den Ort angesehen, an dem der FRIEDEN VON KARLOWITZ am 26.01.1699 unterzeichnet wurde. Die Batschka und Ungarn kamen zum österreichischen Kaiserreich, Teil von Banat und Belgrad blieben in bei den Osmanen. Seit 1966 hat sich sehr viel in der Vojvodina getan – die Sehenswürdigkeiten z.B. Peterwardein sind aufgebaut und werden gepflegt. Kein Vergleich zu 1966. Ich wünschte, mein Vater hätte sein geliebtes Peterwardein sehen können, denn es ist jetzt dieser Ausflugsort, von dem er immer schwärmte. Ich habe bei dieser, meiner zweiten Reise, so viele nachhaltige Erinnerungen und erfreuliche gehabt, dass ich mit Sicherheit wieder eine Reise in die Heimat meiner Eltern machen werde und hoffentlich bei Helga und Peter wieder Rast machen kann. Ich hatte eine unvergeßlich schöne Zeit mit ihnen verbracht. DANKE.

 

 

Eine Stimme, die vertraut war, schweigt.

Ein Mensch, der uns lieb war, ging.

Was bleibt, sind Liebe, Dank und Erinnerung.

Friedrich Bittlingmayer

* 12.03.1936 V 09.06.2014

Herzlichen Dank für alle Zeichen der Verbundenheit,

Beileidskarten und Geldzuwendungen für Blumen

auf die Grabstätte aus Deutschland, Österreich, Ungarn,

Jugoslawien, Frankreich, Amerika, Kanada, Australien,

Schweden, Irland u.a. Dank dem besonderen Musikbeitrag

von Heidrun Taus beim Trauergottesdienst.

Lampertheim Christine Bittlingmayer

29.09.2014 geb. Heck

Heinrich-Heine-Str. 9

68623 Lampertheim

 

 

 

 

Wir betrauern

 

Am Pfingstmontag, 9. Juni 2014 ist in Lampertheim Friedrich Bittlingmayer gestorben. Er wurde am 12. März 1936 in Sekitsch, Hauptgasse 668 (Wooners) geboren. Später wurde die Wagnerei an den Anfang der Straße nach Nr.649 verlegt. Obwohl Friedrichs Vater beim Militär war, ist seine Mutter nicht mit ihm geflüchtet. So kamen sie wie alle ins Lager. Von einem Ungarn wurde er zur Arbeit auf einem Salasch herausgekauft, und so hatte er zwei Jahre lang nichts von seinen Eltern gehört. Nach der Freilassung hatte seine Mutter ihn wieder gefunden, und er konnte eine Lehre als Wagner bei einem Ungarn in Feketitsch abschließen. Die Lehrerin Keresztesi hat ihm nebenbei das Wichtigste zu einem Schulabschluß nachträglich beigebracht. 1955 konnte er mit Mutter und Großmutter nach Deutschland ausreisen, wo sie in Lampertheim seinen Vater wiedergetroffen haben. Für den Beruf als Wagner gab es hier keine Arbeit, und so fand Friedrich eine Beschäftigung als Bodenleger. Hier heiratete er 1962 seine Frau Christine aus Werbaß, und 1966 wurde ihre Tochter Claudia geboren. Inzwischen gründete er eine eigene Bodenlegerfirma, mit der er sehr erfolgreich war. Für Bittlingmayers war es ein schwerer Schicksalschlag, als ihre Tochter 2011 verstarb. Die beiden Enkelkinder sind ihre große Freude, aber dennoch nur ein kleiner Trost. Zur Zerstreuung und um auf andere Gedanken zu kommen, sind sie gerne mit mir zu Veranstaltungen gefahren, wo es donauschwäbische Kost gab.

Am Pfingstmontag wurde der 81. Geburtstag von seinem Cousin Stefan Neufert mit einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert. Am Kaffeetrinken konnte Friedrich nicht mehr teilnehmen.

Am 23. Juni wurde er unter großer Anteilnahme beerdigt. Anschließend wurde noch das Grab seiner Tochter besucht, sowie die in der Nähe liegenden Gräber anderer Sekitscher, das von Helene Karb, Anna Maria Roth, Christina Leipold und Resi Crnjak (Platters).

 

David Taus

 

 

Wir gratulieren:

 

Am 2. November 2013 feierte Margarete Krebs, geb. Wetzel, in Lampertheim ihren 90. Geburtstag. Sie war seit 1947 mit Philipp Krebs aus Sekitsch, der mittlerweile verstorben ist, verheiratet. Ihre einzige Tochter Erika ist mit Ferdinand Crnjak (Sohn von Resi Crnjak, geb. Exle-Platters) verehelicht, die der Jubilarin zwei Enkelkinder schenkten. Zu den Gratulanten gehörten außerdem der Bürgermeister der Stadt Lampertheim, Erich Maier, der auch die Grüße des hessischen Ministerpräsidenten überbrachte, sowie Adam Herbert, der Pfarrer der evangelischen Lukas Gemeinde. Weiterhin gratulierten der Jubilarin viele Familienangehörige aus Lampertheim und den USA, Freunde und Landsleute, sowie der kirchliche Posaunenchor.

Herzliche Grüße David Taus und Christine Bittlingmayer

 

Nachruf Gottfried Schiffler

19.11.1922 Sekitsch – 10.12.2013 Wardenburg / Oberlehte

Im wahrsten Sinne des Wortes verkörperte Gottfried Schiffler den Sekitscher Menschen, der seine Heimat liebte und sich für Sekitsch engagiert hat, wie kaum jemand anders.
Man kann ihn auch als ein „Urgestein der Sekitscher“ betrachten.

Gottfried Schiffler ist der Sohn des Fleischermeisters Gottfried Schiffler und dessen Ehefrau Magdalena Tauß. Er wohnte in Sekitsch in der Spitz. Schon im Kindesalter hat er viele Aufgaben übernehmen müssen, die das Auskommen der Familie sicherten.

Bei der Auslieferung der Fleischereierzeugnisse seines Vaters kam er mit vielen Sekitschern, wenn nicht mit fast allen, in Kontakt. Er kannte jeden Winkel des Ortes und wusste Bescheid über die meisten Familien.

Es war für uns ein großes Glück, dass wir ihn auch persönlich kennen lernen konnten.

Er hat uns viel von Sekitsch erzählt und wir denken gern an die gemütlichen Stunden, die wir bei ihm zu Hause mit seiner Frau Christine verbracht haben.

Insbesondere sein Sekitscher Humor bereitete viel Freude und forderte nahezu heraus, immer wieder nachzufragen.

Im Laufe der Zeit ist er für uns ein guter Freund und Berater geworden. Lange Jahre war Gottfried Schiffler der Vorstandsvorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch/Feketitsch und maßgeblich an der Organisation des Vereinslebens beteiligt.

Trotz seines Alters stand Gottfried voll im Leben und hatte einen ausgefüllten Tagesablauf.

Eine von Gottfried`s Leidenschaften war sein Garten um das Haus herum.

Hier hat er liebevoll Gemüse und Pflanzen für den eigenen Bedarf gezogen und sich über die reiche Ernte gefreut.

Auch hat er nie sein „Handwerk“ verlernt. Wir hatten das Glück, mit ihm den „Werdegang einer Sekitscher Wurst“ nach Originalrezepten erleben zu dürfen.

Er engagierte sich in mehreren Vereinen, u.a. als Sänger im Shantyclub von Wardenburg. Sein großes Hobby war das aktive Kegeln, wo er viele Preise gewonnen hat.

Mit seinem Kegelclub fühlte er sich immer verbunden und war das älteste Mitglied dieses Vereins. Über diesen Kegelclub haben wir die Todesnachricht erhalten.

Gottfried Schiffler war auch ein Mensch, der sich sehr um seine Familie kümmerte. Insbesondere um seine Frau Christina, „ein Kischkér´ner Mädel“, wie er sie liebevoll nannte, die seit vielen Jahren erkrankt ist und er sie bis zum eigenen Tod unter Mithilfe der Kinder pflegte.

Gottfried Schiffler hinterlässt seine schwerkranke Frau Christina, Kinder und Enkelkinder.



Brigitte Wolf

Sekitsch trauert um Philipp Sandles, unser langjähriges Vorstandsmitglied

 

Philipp Sandles, geboren am 16.06.1924, ist am 30.12.2012 in Geretsried / Bayern verstorben.

Nach der Volksschule in Sekitsch besuchte er das deutsche Gymnasium in Werbaß. Noch vor Beendigung der Schule wurde er zum Militär eingezogen und bekam das letzte Schuljahr samt Abitur geschenkt. Fernab von seiner Heimat wurde er an der Oder eingesetzt zur Verteidigung der Ostfront. Glücklicherweise hat er das überlebt. Dabei geriet er zu Kriegsende in russische Gefangenschaft und wurde später den Polen zugeteilt. Dort ging ihm der größte Teil seiner Jugend verloren. Fast sechs Jahre musste er untertage im Kohlebergwerk arbeiten und wurde erst zu Weihnachten 1950 nach Deutschland entlassen. Hier wurde ihm sein Abitur nicht anerkannt. In einer Schule für Spätheimkehrer im Taunus konnte er die Schule nachholen und das Abitur ablegen. Dort hat er auch Margret, seine spätere Frau kennen gelernt. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre hat er erst an einigen Orten gearbeitet, bis er eine für ihn interessante Beschäftigung in München fand. Nach einigen Zwischenstationen fand er in Geretsried ein zu Hause, aber nicht seine Heimat. Seine Töchter besuchten die Schule und sorgten für ihre Ausbildung. Helga, die älteste ist stellvertretende Schulleiterin des städtischen Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in München. Die jüngere Petra ist Polizeivizepräsidentin des Bayrischen Landeskriminalamtes. Schriftgewaltig wie Philipp Sandles war, hat er in der Freizeit die Geschichte seiner verflossenen Heimat aufgearbeitet und die Erinnerungen an sie in Prosa und Lyrik festgehalten. Jahrzehnte lang redigierte er von hier aus mit großem Engagement den „Sekitscher Boten“. Zusätzlich schrieb er noch einige Bücher über das frühere Leben und die unglaublichen Schicksale am Kriegsende und danach, als Dokumentation für nachfolgende Generationen.

Es sind dies:

Sekitsch – Erlebte Heimat

Mottersproch

50 Jahre Vertreibung

Donauschwaben

 

Obwohl Philipp Sandles noch sehr mit seiner alten Heimat verbunden war, hat er sie nie mehr besucht. Er wollte alles so in Erinnerung behalten, wie er sich verabschiedet hatte, von seiner Mutter und seinem Vater von seinem Bruder und von seinen Großmüttern –Er hat niemanden wiedergesehen, sie sind alle nach Kriegsende in den Lagern verstorben und ruhen an unbekannten Orten in verschiedenen Regionen – ohne kirchlichen Segen wurden sie einfach verscharrt. Zur Beerdigung waren auch einige noch reisefähige alte Sekitscher gekommen. Von der HOG Sekitsch wurde in Anerkennung seiner schriftstellerischen Leistung ein Bukett mit Schleife nieder gelegt.

 

 

 

Wir betrauern

Es erfüllt mit tiefer Trauer, sich für immer von einem lieben Menschen verabschieden zu müssen.

 

Verstorbene Sekitscher und Feketitscher vor 2011 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014

Entnommen dem Sekitscher Bote, soweit uns diese Mitteilungen gemacht wurden.

Den Hinterbliebenen möchten wir unser Mitgefühl aussprechen.

 

Klaus Nikolaus Roth, geb.20.08.1929 in Sekitsch, verst. 09.11.1996 in Münster/Westfalen

Ludwig Roth, geb. 07.02.1931 in Sekitsch, verst. 22.03.1988 in Münster/Westfalen

Adam Müller, geb. 18.Juni 1922 in Feketitsch, verst. 27.April 2010

Christine Leipold, geb. Bieber, geb. am 26.April 1912 in Sekitsch, verst. 30. November 2010

Claudia Heim, geborene Bittlingmayer, am 22. Februar 2011 im Alter von 44 Jahren verstorben.

Michael Burger, 1930 in Sekitsch geboren, verst.13.März 2011

Gottfried Burger, geb.24.01.1923 in Sekitsch, verst.11.Januar 2011

Margaretha Kinkel, geb.Hartmann, geb.19.Juni 1916 in Sekitsch, verst.14.Februar 2011

Peter Scheer, geb.28.April 1921 in Sekitsch,verst.05.Februar 2010

Margaretha Quatier, geb. Baum, geb.29.Oktober 1914 in Sekitsch, verst. 17.November 2010

Margaretha Becker, geb.Klaus, geb.30.Januar 1911 in Sekitsch, verst. März 2011

Brigitte Hoelzli, geb. Karbiener, geb. Oktober 1935 in Sekitsch, verst. 13.Februar 2010

Brigitte Meuter-Butscher, Ehefrau von Landsmann Viktor Butscher, aus Feketitsch, verst.am 05.Mai 2011

Margarete Schneider, geb. Lehr, geb. 23.Januar 1920 in Sekitsch, verst.08.Mai 2011

Johann Keipert, geb. 26.Juni 1930 in Sekitsch, verst.27.Juni 2011

Christian Rettenbach, geb.19.Februar 1922 in Sekitsch, verstorben 24.September 2011

Elisabetha Weber, geb.Müller, geb. 05.Januar 1926 in Sekitsch, verstorben 12.Januar 2011

Kathie Stammler, geb. Henninger, am 26.Januar 1920 in Sekitsch, verst. 12.April 2011

Katharina Guth, geb.Ohlicher, geb.22.06.1925 in Sekitsch, verst. 08. September 2011

Herrmann Ernst, geb.28.02.1928, verst. 12.11.2011, war als KLV-Junge in Sekitsch bei Fam. Philipp und Käthe Hunsinger in Sekitsch

Herbert Werth, geb. 25.02.1914 verst. 04.12.2011

Gömöry Elisabetha, geb.Ruppe, 1930 in Sekitsch, verst. 13.01.2012

Helene Karb, geb. Roth, geb.1935 in Sekitsch, verst.28.09.2011

Katharina Schneck, geb. Burger, geb.10.Mai 1920 in Sekitsch, verst. 9.November 2011

Heinrich Gerber,geb. 05.März 1937 in Sekitsch, verst.14.März 2012

Ludwig Morell, geb. 25.August 1922 in Feketitsch verst.1.März 2012

Hans Wagner, geb.09.März 1919 in Feketitsch, verst. 05.Juni 2012

Christian Gerber, geb. 1941 in Sekitsch, verst. 12.Februar 2012

Anna Maria Roth, geb. Burger geb. 30.Januar 1915 in Sekitsch, verst. 16.Juni 2012

Horst Walter, geb. 15.April 1942 in Sekitsch, verst. 04.August 2012

Gerda Wagner, geb.Schneider, geb. 28.August 1942 in Sekitsch, verst. 20.Juli 2012

Margaretha Roth, geb. 1914 in Feketitsch, verst. 02.Juni 2012

Elisabetha Gerber, geb. Eng, geb. 1930 in Feketitsch, verst. 25.April 2012

Sophia Gaslevich, geb. Wenda, geb. 19.Februar 1924 in Sekitsch, verst. 12.Februar 2012

Peter Leitner, geb.10.07.1925 in Sekitsch, verstorben 26.08.2012 in Pfullingen

Margaretha Grösser, geb. Eckert, geb. in Sekitsch, verstorben 21.September 2012

Margarethe Zeiner, geborene Krebs,  geboren am 23.04.1911 in Feketitsch ist im Alter von fast 102 Jahren verstorben.

Philip Sandles, geboren am 16.06.1924 in Sekitsch, ist am 30.12.2012 in Geretsried/ Bayern verstorben.

Kristina Barta, geborene Dietrich, geb. am 04.03.1936 in Feketitsch ist am 27.Dezember 2012

nach längerer Krankheit in Subotica verstorben.

Peter Pister, am 9. März 1916 in Sekitsch geboren, starb am 13. März 2013 in Chicago/Burbank.

Friedrich Hellermann, geboren am 7. Oktober 1915 in Sekitsch, am 22. Mai 2013 in Ludwigsburg nach einem langen und erfüllten Leben von uns gegangen.Die Trauerfeier für den Verstorbenen fand am 3. Juni 2013 auf dem Ostfriedhof in Ludwigsburg statt.

Franz Wahl, geboren am 15.August 1919 in Sekitsch, verstorben am
01.August  2013 in Holzgerlingen.
 
Katharina Zuschlag, geb. Schlesak, geboren am 07.Dezember 1929 in Krnjaja, verstorben am
18.August 2013 in Tettnag.   
 
Heinrich Burger, geb. am 18.11.1921 in Sekitsch, verstorben am 21.11.2013 in Pfullingen.
 
Paul Roth, am 18.Februar 1920 in Sekitsch geboren, verstorben am 29.Oktober 2013 in Greven bei
Münster.
 
Theresia Burger, am 25.Oktober 1926 in Sekitsch geboren, verstorben am 10.Dezember 2013 in
Raisting/Oberbayern.
 
Andreas Henkel, geboren am 27.Juni 1921 in Sekitsch, verstorben am 12.November 2013 in Tarpon/Springs,
Florida USA.
 
Katharina Sandles, geb. Stein, geboren in Sekitsch am 22.01.1920, verstorben im Januar 2014
 

Andreas Henkel, geb.27.Juni 1921 in Sekitsch, verstorben am 12.November 2013 in Tarpon Springs, Florida.

 

Verstorbene Landsleute: 2014

 

Jakob d.Gerber, geboren am 06.Juni 1922 in Chicago USA, verstorben am 17.Januar 2014 in Ridgewood N.Y. USA

Friedrich Bittlingmayer, geboren am 12.März 1936 in Sekitsch, verstorben am 09.Juni 2014 in Lampertheim.

Christine Ohlicher, geb. Kuhn, in Sekitsch am 29.Mai 1914, verstorben am 12.Juni 2014

Jakob Gerber, geb. am 19.Mai 1934 in Sekitsch, verstorben am 05.März 2014 in Uhingen.

Margaretha Burger, geb. Freund in Sekitsch am 12.Oktober 1919, verstorben am 09.November 2014 in Hockenheim.

Elisabetha Rolf, geb. Exle, in Sekitsch am 27.September 1924, verstorben am 11.November 2014 in Saarbrücken.

Angela Grumbach, geb.Becker, in Sekitsch am 01.Juni 1929, verstorben am 12.Dezember 2014 in Fremont, Kalifornien USA.

 

 

Wir betrauern und sprechen den Angehörigen unser Beileid aus.

Wagner Hans, geb. am 09.03.1919 in Feketitsch und am 05.06.2012 in 71364 Winnenden verstorben. Seine Ehefrau Eva geborene Göttel 21.03.1922 in Feketitsch, ist leider schon am 07.08.2009 verstorben. So lebte Hans Wagner die letzten Jahre allein in seinem Haus, betreut durch die Familie seines Sohnes Werner,dessen Ehefrau Annemarie und die Enkelkinder Klaus und Sabine.Zur Familiengeschichte erfahren wir mehr durch den Sohn Werner Wagner geboren am 12.12.1942 in Feketitsch.Bis 1945 lebte die Familie Wagner in Feketitsch und kamen nach der Vertreibung ins Lager Gakowo. Die spätere Flucht ging über Ungarn nach Piding/Bayern, Moosbach/Baden bis nach Winnenden-Rems-Murr Kreis. Hier hatten sich bereits einige Landsleute aus Feketitsch und Sekitsch angesiedelt und man fühlte sich unter Landsleuten heimisch. Der Dialekt und das erlebte Schicksal führte die Menschen wieder zusammen.

Hans Wagner hat für seine Familie bereits 1984 einen Stammbaum erstellt. 1769 kam die Familie Wagner als Ansiedler von Böhringen bei Geislingen/Württ. ins damalige Ungarn Land. In Feketitsch hat die Familie von Hans Wagner einen Möbel-und Bautischlerei Betrieb mit Maschinenbetrieb unterhalten. Es gab ein großes Betriebsgebäude und Ausstellungsräume. Die Familie von Eva Göttel verh.Wagner, war als Bauunternehmer Jakob Göttel,ebenfalls ein bekannter und großer Handwerkerbetrieb.Die Familie Wagner und Göttel hat viele Familienfotos noch aus der Zeit in Feketitsch. Sohn Werner Wagner gibt davon einen Großteil ab, für das Heimatmuseum in Sekitsch, da auch aus seiner Familie Vorfahren in Sekitsch gelebt haben.

Die HOG Sekitsch-Feketitsch bedankt sich für die Erinnerungsstücke und auch für EURO 50,- als Spende für das Museum.

Die Vereinsleitung

 

 

 

 

Unser Lieber Gatte, Vater und Neffe Christian Gerber (Sohn von Justine Gerber, verstarb sanft nach langem Leiden am 12. Februar 2012 im Alter von 71 Jahren, zuletzt unter Fuersorge zuhause in Pottstown, Pennsylvania USA. Er erlitt mehrere harte Schicksalschlaege in seinem jungen Leben. Als ein vierjaehrigalter unschuldiger Schwabenbube war er im Konzentrationslager Gakowa wo auch zwei von seinen Lieben Grossmuettern und ein Lieber Grossvater verloren gingen. Am allerungerechtesten war, dass zur selben Zeit, seine Liebe Mutter in den Kohlengruben im Russischen Lager war und sein Lieber Vater im Konzentrationslager Sremska Mitorvitza beim Streckenbau starb. Waehrend ihrer eigenen Flucht, hat seine Liebe Tante Justine von anderen Sekitschern erfahren,dass Christian im Kindersheim im Lager Gakowa sei.. Sie entschloss sich ihn aufzusuchen und fand ihn ganz verwahrlost und fast am verhungern. Kurz entschlossen entriss sie ihn von seiner Schreckenskammer. Ganz kraftlos war er nicht mehr im Stande, selber zu laufen, womit seine Tante ihn auf ihrem Ruecken bis nach Bayern trug. Hier wurde er versorgt bei seiner Tante und ihren Eltern bis seine Liebe Mutter nach einem unendlich langen Jahr spaeter wieder befreit wurde und konnte dadurch sich mit ihrem Sohn wieder versoehnen. Mit seiner Lieben Mutter Justine, im Jahre 1955, wanderte er schliesslich aus nach Amerika wo er seine uebrige Jugendzeit in der Gegend von Ridgewood Queens New York schoen verbringen konnte, zusammen mit so vielen anderen eingewanderten Landsleute und ihren Kindern. Am Abschluss von der Hochschule diente er vier Jahre in der US Marine Corps. Danach war er fast dreissig Jahre taetig bei einer grossen Stahlrohr Erzeugungs Firma. Unterdessen traf er auch seine Liebe Braut Debbie und begann seine eigene Familie zu gruenden. Zu seiner Familie war er ein treuer und sehr andaechtiger Gatte und ein sehr liebevoller und gutmuetiger Vater.

Um den verstorbenen trauern seine Ehefrau Debbie Gerber mit Sohn Christian und Tochter Megan, seine Tante Justine Wittine mit Familie, seine Tante Christine Kinkel  mit Familie, sowohl auch seine vielen Lieben Landsleute, Freunden und so vielen Bekannten.

 

Ruhe Sanft in Ewiger Ruhe Lieber Christian

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Deine Liebe Familie -

Debbie, Christian und Megan

 

Tante Justine mit Toechtern Margaret und Diane